Reiseinfos Bolivien

Diese Reiseinfos Bolivien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch Südamerika. Wir waren dort in Juni/Juli 2019 unterwegs. Dabei sind wir, von Argentinien kommend, über La Quiaca, Tupiza, Atocha, Uyuni, Salar de Uyuni, Jirira, Salinas de Garci Mendoza, Oruro und La Paz weiter Richtung Titicacasee und Peru geradelt.

Eine Radreise durch Bolivien ist hart:

Die Hilfsbereitschaft ist sehr mager ausgeprägt, du erhälst oft falsche Infos oder nur einen unpräzisen Wink mit der Hand in irgendeine Richtung, für jeden Handgriff wollen die Bolivianer Geld haben und kostenlosen Zugang zu WiFi zu finden, ist sehr schwer bis unmöglich.

Das Radfahren in Bolivien ist darüber hinaus auch sehr anstrengend. Dort erwarten dich viele Höhenmeter, sehr schlechte Pisten, dünne Luft und frostige Nächte.

Grenzen und Bürokratie in Bolivien

Der Grenzübergang La Quiaca erscheint unkompliziert. Es gibt einen Einreise-Stempel auf einem separaten Ausdruck und angeblich volle 90 Tage Aufenthaltsrecht auf Anhieb, laut Erläuterung des Grenzbeamten. Doch tatsächlich werden einem lediglich 30 Tage gewährt und man muss sich die Verlängerung um weitere 30 oder 60 Tage in der Migrationsstelle einer größeren Stadt gegen eine geringe Gebühr selber organisieren. Da war die Falschaussage an der Grenze tückisch, denn mancher Reisende ist geneigt, die Aussagen der Offiziellen an der Grenze zu glauben.

Etwas kurios in Bolivien: Sucre ist die Hauptstadt des Landes, doch der Rergierungssitz ist in La Paz. Die größte Stadt des Landes und das wirtschaftliche Zentrum von Bolivien ist jedoch die Stadt Santa Cruz de la Sierra.

Kommunikation in Bolivien

Oft wird man als Reiseradler eher wortlos als sonderbares Wesen gemustert. Doch wenn man die Einheimischen anspricht, sind die in der Regel sehr aufgeschlossen und freundlich.

Die Informationen, die man auf Anfragen erhält, sind allerdings oft nicht wirklich verwertbar. So wirst du auf der Suche nach einem bestimmten Geschäft unter Umständen von jedem Befragten in eine andere Richtung geschickt. Hier ist es eindeutig von Vorteil, wenn du der spanischen Sprache mächtig bist.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Der Strom kann immer wieder mal ausfallen. Darauf musst du vorbereitet sein. Es gibt verschiedene Stecker-Formate in Bolivien. Da empfiehlt sich auf alle Fälle ein Stromadapter für den Einsatz der deutschen Stecker. Meist passten unsere deutschen Stecker, doch es ist nicht garantiert. Viele Steckdosen sind zudem ausgeleiert, sodass dir der Stecker manchmal wieder entgegen fällt.

Die Netzabdeckung für Telefonie weist größere Lücken auf. Außerhalb der Städte ist oft kein Empfang.

Das Internet ist eine Katastrophe in Bolivien, wenn man WiFi nutzen will. Die Geschwindigkeit ist meist sehr niedrig, immer wieder wird die Verbindung unterbrochen und freies WiFi ist schwer zu finden. Vielen ist das Internet zu teuer. Am Plaza im Zentrum soll es noch am ehesten WiFi-Zugang geben, ansonsten lediglich über die Hotel- und Gastronomie-Anbieter. Im Internet-Cafe zahlten wir 2 bis 2,5 Boliviano pro Stunde.

Am stabilsten war die Verbindung nachts ab 23 Uhr. Leider saß ich dann meistens in eisiger Kälte auf 3600 – 4000 Metern Höhe im eisigen Windzug und kämpfte mit chronischer Unterkühlung und Übermüdung.

Viele Internetanschlüsse sind zudem nicht sicher. Da hagelt es Fehlermeldungen oder das Login auf sensiblen Seiten wird gleich verweigert.

Telefonanbieter sind Entel, Tiga und Viva. 2 GB Datenvolumen kosten 50 ungefähr 7 Euro (2019).

In Bolivien gekaufte SIM-Karten müssen registriert werden, daher kaufst du sie am besten in einem der Shops und nicht auf einem mobilen Straßenstand auf dem Markt. Im Shop erledigt das Personal diese Registrierung.

Der Umgang mit den Telefonnummern in Bolivien ist etwas kompliziert: an der Vorwahl erkennt man, ob es sich um Festnetz oder Mobilnummern handelt:

  • Vorwahl 2,3,4: Festnetz
  • Vorwahl 6,7: Mobilnetz.

Landesintern gibt es lediglich drei Vorwahl-Nummern:

  • 02: La Paz / Oruro / Potosi
  • 03: Beni / Pando / Santa Cruz
  • 04: Chuquisaca  / Cochabamba / Tarija

Das Laden unserer elektronischen Geräte unterwegs war nicht immer einfach. In vielen Dörfern gibt es nirgendwo frei zugängliche Steckdosen und die Anwohner wollen häufig Geld dafür haben. In den kleinen Dörfern gibt es auch keine Läden oder Gastronomie. Auch in größeren Städten war es schwierig, Lademöglichkeiten zu finden, wenn man nicht Unterkünfte oder die Gastronomie gegen Bezahlung in Anspruch nahm.

Orientierung in Bolivien

Die Navigation per GPS und Offline-Karte von OpenStreetMap klappte sehr gut, doch die Karte ist noch sehr mager mit Daten ausgestattet. So fehlen oft noch die Höhenangaben der einzelnen Städte und die aktuellen Pisten auf dem Salzsee Salar de Uyuni. Auch manche Angabe zu Bank oder Geldautomat ist veraltet und überholt.

Sicherheit in Bolivien

Auf dem Land und in den kleineren Städten läuft alles sehr entspannt ab. Hier war es ungefährlich. In den größeren Städten musst du immer ein Auge auf deine Sachen haben. Augenscheinlich wertvolles Equipment solltest du vor den Blicken der in der Regel armen Bevölkerung schützen, das reduziert das Diebstahlrisiko.

Die Straßen in Bolivien

Die meisten Hauptrouten sind asphaltiert, viele Nebenstraßen bestehen jedoch aus Schotter, Lehm oder manchmal sogar aus weichem Sand. Für den motorisierten Verkehr ist das eher unerheblich, für Fahrradfahrer kann manche Piste jedoch zu einer echten Belastung werden.

In den Städten dominiert ein rustikales, hexagonales Kopfsteinpflaster das Straßenbild. Ist ebenfalls sehr belastend, wenn du per Fahrrad unterwegs bist. Es rüttelt deine Unterarme sehr unangenehm durch.

Der Verkehr in Bolivien

In den Städten herrscht viel Verkehr, in El Alto und La Paz besteht in bestimmten Stadtteilen regelmäßig Staugefahr. Hier dominieren auch die Kleinbusse für den öffentlichen Personenverkehr das Verkehrsaufkommen.

Auf den Überlandstrecken herrscht nur wenig Verkehr. Auf manchen Strecken extrem wenig (ein Auto pro Stunde).

Radeln in Bolivien

Radfahren in Bolivien kostet Kraft und erfordert oft massives Durchhaltevermögen. Und abseits der asphaltierten Straßen ist es zudem extrem anstrengend wegen der miesen Pisten. In der Andenregion sind viele Höhenmeter zu überwinden und die dünne Luft enthält nicht genug Sauerstoff. Die Orte liegen hier zum Teil sehr weit auseinander.

Für Reiseradler auf der Durchreise kommt meist der Weg über La Quiaca, Tupiza, Uyuni, Oruro, La Paz und den Titicacasee in Frage. Diese Strecke beinhaltet im südlichen Teil bis 10 km hinter Atocha viele anstrengende Anstiege bis auf 3900 m. Nördlich von Atocha verläuft die Straße dann fast ebenerdig über die Hochebene, den Altiplano.

Fahrrad-Service in Bolivien

In den großen Städten ist die Versorgung mit Bikeshops und hochwertigen Fahrradteilen gut, doch auf dem Land und in den kleineren Städten ist das Angebot sehr beschränkt. Es empfiehlt sich, benötigte Ersatzteile schon bei der Anreise mit ins Land zu bringen. Hochwertige Komponenten werden in der Regel importiert und sind sehr teuer.

Trampen in Bolivien

Trampen klappt sehr gut in Bolivien. Und es gibt schließlich einige gute Gründe, zu trampen, wenn du per Reiserad unterwegs bist: die endlos langen Anstiege bis aufs Altiplano, der Gegenwind, die weiten Überlandstrecken und der fehlende Sauerstoff in der Höhenluft auf über 3500 Metern Höhe.

Wenn du per Reiserad unterwegs bist, besteht lediglich eine Beschränkung wegen der wenigen Pickups auf der Straße. Meist verkehren hier lediglich geschlossene Geländewagen, die eben keine Fahrräder mitnehmen können.

Zelten in Bolivien

Zelten ist kein Problem in Bolivien. Lediglich die Versorgung mit Trinkwasser kann schwierig werden, wenn du auf dem Land abseits größerer Städte dein Nachtlager aufschlagen willst.

Auf dem Altiplano wirst du mit sehr großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht konfrontiert: tagsüber sorgt die Sonne für angenehme, fastr sommerliche Temperaturen, doch nachts sind bis zu -10° Kälte möglich.

Alternativ zum Zelten bietet sich neben den Hotels und Hostels nicht sehr viel:

Die Freiwillige Feuerwehr (Bomberos) unterhält nur in wenigen großen Städten eine Station und dort ist dir als Reiseradler keine Übernachtungsmöglichkeit garantiert.

Die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing enttäuschten uns auf der ganzen Linie: die wenigsten Gastgeber melden sich zurück und wenn, dann hagelt es nur Absagen.

Eine interessante Alternative sind die Casa de Ciclista, aber es gibt nicht sehr viele dieser Radlerherbergen im Land.

Unser Bericht über das Casa Ciclista Pingüi in Uyuni.

Die Bausubstanz in Bolivien

Die modernen Gebäude sind aus Ziegelstein ohne jegliche Verkleidung und bewusst als offene Baustelle gehalten. Denn damit ist die zu entrichtende Steuer deutlich geringer. Es sieht in jeder Stadt, in jedem Dorf gleich aus: die meisten Häuser wirken wie Bauruinen oder unfertige Neubauten. Sieht ziemlich hässlich aus.

Daneben existieren in den kleineren Städten noch viele Lehmhütten, zum großen Teil auch nur noch Ruinen der ehemaligen Hütten. Sehr interessant.

Immer wieder entdeckt man auch noch alte Kolonialbauten und einige sehenswerte Kirchen in den Städten.

Im Umfeld der Salar de Uyuni haben sie viele Gebäude aus Salzsteinen erbaut, die sie aus dem Salzsee abgebaut haben.

Dass sie heute immer noch ohne Wärmedämmung und Heizungsanlage bauen, können wir nicht nachvollziehen. Immerhin wird es in den Wintermonaten nachts bis zu -10 °C kalt. Höchst selten gibt es lediglich einen Heizstrahler auf der Gasflasche oder einen kleinen elektrischen Heizlüfter, dessen Betrieb allerdings nur auf kleiner Stufe in Frage kommt, um nicht gleich die Haussicherung auszulösen. Es gibt oft nur eine einzige Sicherung für das ganze Haus und die Verlegung der Leitungen ist abenteuerlich.

Man arrangiert sich auch klaglos mit der Tatsache, dass das Wasser in den Leitungen (auf dem Altiplano) in den Nacht- und Morgenstunden gefroren ist.

Manche Holzmöbel und vor allem Zäune und Bauwerke im Bereich der Landwirtschaft sind aus Kaktusholz hergestellt. Es gibt diese baumhohen Kakteen halt in einer enormen Fülle hier.

Es dominiert eine sehr einfache Hauseinrichtung, bestehend aus ein paar alten, brüchigen Stühlen, wackelnden Tischen und simplen Kochecken sowie ebensolchen Sanitärbereichen.

Alles wirkt völlig abgenutzt und aus besseren Zeiten. Es wird sehr viel improvisiert und so oft repariert, bis es sich in Einzelteile auflöst.

Auch die heiße Dusche ist nicht garantiert. Und wenn es sie tatsächlich gibt, ist es ein homöopathisch dünnes Rinnsal und du stehst meist in einem Nassraum, durch den die kalte Außenluft ungehemmt durchzieht.

Der Türsturz hängt in den meisten älteren Gebäuden ungewöhnlich tief. Noch nie auf unserer Reise habe ich mir öfter den Kopf gestoßen als hier in Bolivien. Die indigene Bevölkerung war/ist kleinwüchsiger und die Höhe der Räume und der Türsturz folglich deutlich niedriger. In Verbindung mit dem zum Teil sehr verwinkelten Pueblo-Baustil bis hoch in den steilen Berghang und der daraus resultierenden terrassenartigen Anordnung der einzelnen Räume mit Verbindungen über kurze Stufen oder Treppen muss man ständig den Kopf einziehen um nicht anzuecken. Besonders kritisch sind dabei erhöhte Türschwellen: du konzentrierst dich auf einen stolperfreien Eintritt in den Raum und dann haust du dir den Kopf am tiefen Türturz ein.

Bargeldbeschaffung

Zwei Banken kamen für unsere Bargeldbeschaffung in Betracht: Banco Union (eine staatliche Bank) und die private Banco Fie. Beide akzeptieren VISA und andere gängige Anbieter. Bei der Banco Fie konnten wir die benötigten 2000 Bolivianos ohne Gebühren abheben. Allerdings war die Menüführung am ATM etwas neu für uns: dort gibt es eine Auswahlmöglichkeit zwischen Savings 01, 02, 03 und 04 und selbst die Bankangestellte konnte uns den Unterschied nicht plausibel erklären. Am Ende klappte die Auswahl Savings 01 bei uns.

In der Regel erlaubt die Menüführung am ATM die Wahl zwischen den Sprachen Spanisch und Englisch.

Einkauf in Bolivien

Die Versorgung ist in den Städten gut und durch Basare, kleine Läden und Straßenstände mehr als ausreichend gedeckt. Große Supermärkte gibt es nicht. Die Ladengröße ist meist auf einen kleinen Raum beschränkt.

Spiritus für den Trangiakocher gibt es zu kaufen für 13 Bolivianos per Liter bei 96% (Ceibo).
Auf dem Land und in den kleineren Dörfern ist das Angebot kleiner, aber zum Wochenendmarkt wiederum erstaunlich vielfältig.

Kleidung ist in Bolivien besonders preiswert, wenn man auf den Basar-ähnlichen Märkten an den richtigen Tagen vorbei schaut.

Das Kochen mit Brennspiritus auf 3700 m Höhe und bei eisigen Temperaturen klappte besser als ursprünglich erwartet. Lediglich das Wasser war morgens in der Regel gefroren, doch die Sonne schmolz das Eis in den Plastikflaschen relativ zügig auf. Es war auch sehr hilfreich, die Brennstoffflasche morgens im eigenen Schlafsack etwas anzuwärmen.

Die Esskultur in Bolivien

Reis, Kartoffeln und deftige Suppen dominieren die Küche. Daneben gibt es eine sehr umfangreiche Straßenküche: Empanadas, Milanesas, viel Weißbrot, Geflügel, Suppen, ganze Menüs mit Reis, Kartoffel oder Nudeln und süßes Gebäck werden angeboten.

Das Preisgefüge ist etwas niedriger als in anderen südamerikanischen Ländern. Das betrifft vor allem die Straßenküche. Kekse, Schokolade und andere Genußmittel sind dagegen deutlich teurer als z.B. in Argentinien.

Um gegen die Symptome der Höhenkrankheit anzukämpfen, kauen viele Menschen in Bolivien Coca-Blätter. Deren Inhaltsstoffe verbessern die Sauerstoff-Aufnahme des Körpers. Allerdings kann übermäßiger Genuss zu gesundheitlichen Schäden führen. Im übrigen hat das in Spuren enthaltene Kokain Suchtpotential. Manche Bolivianer sieht man den ganzen Tag lang mit einer dicken Beule in der Backe: dort speichern sie die Coca-Blätter, während sie ganz normal arbeiten, sprechen oder eben nur ihre Coca-Blätter genießen.

Die Wasserversorgung in Bolivien

Die Versorgung mit Trinkwasser ist landesweit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wir haben auch stets gefragt, ob es sich um Trinkwasser handelt. Denn das Wasser ist nicht immer und überall genießbar.

Auf den längeren Überlandstrecken ist die Versorgung schwierig. Denn dort herrscht meist Trockenheit und es gibt keine Dörfer und Häuser, also auch kein Wasser. Vor allem als Reiseradler musst du hier mit Weitsicht an ausreichende Wasservorräte denken.

Besonders heikel ist die Wasserversorgung, wenn du per Reiserad über den Salar de Uyuni fährst. Wir nahmen 9 Liter Wasser mit, was allerdings gerade einmal für einen Tag und eine Nacht (bei Zeltübernachtung auf dem Salzsee) reichte. Nur durch den Wechsel auf eine andere Piste (auf der uns dann auch ab und zu ein Auto begegenete) konnten wir am zweiten Tag unsere Flaschen wieder nach und nach auffüllen, indem wir Autos anhielten und nach Wasser fragten. Hätten wir das nicht getan, wären wir am zweiten Abend leergelaufen.

Gesundheit in Bolivien

Das ungewöhnliche Höhenprofil in den hohen Lagen dieses Andenlandes bringt es zwangsläufig mit sich, dass die Höhenkrankheit zu den größten gesundheitlichen Gefahren im Lande zählt. Insbesondere deshalb, weil man auf der Fahrt von einem Ort zum nächsten oft innerhalb eines Tages deutlich mehr Höhenmeter erklimmt, als gesundheitlich vertretbar wäre. Ab einer Höhe von 2000 Metern ist tatsächlich nur ein weiterer Aufstieg pro Tag um maximal 300 Metern gesundheitlich unbedenklich, ab 3000 Metern Höhe sogar nur noch 200 Meter. Das ist in Bolivien in mancher Region gar nicht realisierbar.

Die Bolivianer (aber auch die Einwohner anderer Andenstaaten) kauen daher seit Jahrhunderten sehr intensiv Coca-Blätter, weil dadurch die Sauerstoffaufnahme des Körpers verbessert wird. Das mildert die Symptome der Höhenkrankheit offensichtlich wirksam ab.

Bolivien ist malariafrei, aber in einigen Regionen ist mit Dengue zu rechnen. Hier sind lange Kleidung und Repellentien angebracht.

Das Klima in Bolivien

Für die meisten Reisenden kommt eher der westliche Bereich des Landes als Reiseziel in Frage, also die Andenregion und der Altiplano. Die beste Reisezeit für diese Region ist Mai bis Oktober. Dann ist es trocken und sonnig. Nachts fällt das Thermometer allerdings in den hohen Lagen oft unter – 5 bis – 10 °C, wogegen die Sonne tagsüber für große Hitze sorgt. Im Schatten ist es aber um die 14 – 16 ° kühl und der Wind kann einen schnell auskühlen.

Im Bereich des Titicacasees ist es feuchter und milder, auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fallen geringer aus.

In den übrigen Monaten ist mit viel Regen zu rechnen. Dann sind viele unbefestigte Straßen nicht passierbar.

Für die Befahrung des Salar de Uyuni ist auf jeden Fall eine gute Sonnenbrille von Nöten, um nicht schneeblind zu werden. Die Helligkeit der endlosen, ausschließlisch schneeweißen Fläche des Salzsees ist extrem.

Unsere Tipps zur Wahl der richtigen Sonnenbrille

Die Tierwelt in Bolivien

Du erlebst viele Lamas auf den Hochlagen des Altiplano, Flamingos in der Randzone des Salar de Uyuni und ein paar aggressive Hunde in den Dörfern.

Die Religion in Bolivien

Der spanische Kolonialismus hat den katholischen Glauben und sehr viel katholisch motivierte Kultur nach Bolivien gebracht. Du entdeckst viele Kirchen und Basilikas, erlebst viele katholische Feste auf der Straße und siehst in vielen Städten Monumente und Skulpturen verehrter religiöser Persönlichkeiten.

Die Kultur in Bolivien

Zum einen prägten der spanische Kolonialismus und der katholische Glauben den Baustil und die Kultur, zum anderen ist es die überwiegend indigene Bevölkerung mit ihrer Kleidung, ihrer Musik, ihren Traditionen und ihrem Nationalstolz.

Aus beidem ergibt sich heute eine einzigartige Mischung aus unglaublich vielen Festen und Feieranlässen, die obligatorisch immer mit viel Blasmusik, Tanz, Umzügen, Kostümen und sehr viel Alkohol einher gehen.

Die Begrüßung erfolgt bei Männern per Handschlag oder als Abrazo (einer Mischung aus Händedruck, Umarmung und Schulterklopfer), bei Frauen per angedeutetem Wangenkuss.

Neben der Muttersprache Spanisch werden sehr viele indigene Sprachen mittlerweile regelrecht gefördert.

Die bolivianischen Frauen (Cholas oder auch Cholitas) tragen traditionell einen oft viel zu kleinen Filzhut im Melone-Stil (Bombin), einen unglaublich voluminösen Faltenrock (die Pollera) und einen Schal (die Manta).

Was sie alles so mit sich schleppen, wickeln sie in ein Tragetuch ( Aguayo) auf dem Rücken.
Mit etwas Glück bekommst du eine bolivianische Steinschleuder (die Honda) zu sehen, oft aus Lama-Wolle hergestellt.

Der Filzhut der Cholitas entstammt der Kreativität einer Importfirma, die aus einem Absatzproblem eine Einnahmequelle machte, indem sie den Ladenhüter bei den bolivianischen Frauen als letzten Schrei der italienischen Damenmode anpriesen.

Musikalisch dominiert die bolivianische Folklore, stark geprägt durch die spanische Hirtenflöte (die Zampona).

Seit 2009 ist die Flagge der indigenen Bevölkerung, die Wiphala von Qullasuyu, der bolivianischen Nationalflagge gleichgestellt. Du siehst sie auf dem Altiplano genauso häufig wie die rot-gelb-grüne Flagge.

Der Knigge für Bolivien

Die bolivianischen Frauen lassen sich nicht gerne fotografieren oder fordern in der Regel Geld. Oft erhielten wir noch nicht einmal die Erlaubis, die Ware auf den einzelnen Marktständen abzulichten. Das fanden wir dann doch recht überzogen und gingen seitdem gezielt per Telezoom auf Motivsuche. Klappte übrigens hervorragend.

Das Panorama in Bolivien

Der Westen Boliviens liegt in den Anden und beinhaltet Gebirgszüge sowie den Altiplano, eine gewaltig große Hochebene auf ca. 3700 Metern Höhe. Im Osten der Anden schließt sich tropisches Tiefland an.

Viele Reisende bewegen sich auf der Roiute von La Quiaca über Tupiza, Uyuni, Oruro, La Paz bis zum Titicacasee. Dabei befindet man sich nördlich von Atocha nur noch auf ca. 3700 Metern Höhe.

Die Sehenswürdigkeiten in Bolivien

Landschaftlich sind es vor allem die Anden im Westen inclusive dem Altiplano, einem Hochplateau mit 3700 Metern Höhe, aber auch der Salzsee Salar de Uyuni, der Vulkan Tunupa und die Berge zwischen La Quiaca und Atocha im Süden des Landes.

Auch der Titicacasee ist als höchstgelegener See der Welt ein Highlight.

Als herausragende Stadt sei La Paz erwähnt: die dichte, verschachtelte Bauweise bis steil in die Berghänge, das einzigartige Kessel-Panorama der Stadt und die extrem steilen Straßen beim Übergang zur Nachbarstadt El Alto auf 4200 Metern Höhe sind schon einzigartig. Ebenso das stetig wachsende Seilbahnsystem ( Mi Teleférico), das mit den gewaltigen Höhenunterschieden zwischen den einzelnen Stadtteilen deutlich weniger Probleme hat, als ein schienengebundenes Verkehrsmittel.

Die Yungas-Straße im Nordosten von La Paz galt einst als gefährlichste Straße der Welt. Hier stürzten zahlreiche Autofahrer in der Tod: Nebel, Niederschlag, Steinschlag, die engen Kurven oder zuviel Gegenverkehr machten die Befahrung stets zu einem sehr riskanten Unternehmen.

Heute gibt es eine neue, ungefährliche Alternativstraße. Somit wird die Yungas-Straße lediglich noch touristisch vermarktet, hat aber als Verkehrsweg ausgedient.

Kulturell sind es der bolivianische Karneval in Oruro, die vielen Feste und die fast täglich vernehmbare Blasmusik in den Städten, aus welchen Anlässen auch immer.

 

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