Reiseinfos Australien

Diese Reiseinfos Australien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise. Wir waren im Rahmen dieser Radreise in Australien zweimal 3 Monate unterwegs. Dabei sind wir von Perth im Südwesten bis Sydney an der Ostküste und beim zweiten Aufenthalt von Brisbane bis Sydney mehr oder weniger an der Küste entlang gefahren.

Die Reiseinfos Australien

Australien auf der Karte von OpenStreetMap:

Die Bausubstanz in Australien

Bis auf die Zentren der Großstädte ist die Bebauung meist sehr weiträumig. Es gibt halt viel Platz und eine extrem niedrige Bevölkerungsdichte. Auch an der belebten Ostküste existieren hauptsächlich freistehende Einfamilienhäuser in eingeschossiger Bauweise ohne Keller. Und meist steht neben dem Haus ein großer Schuppen oder eine Garage für die vielen Sportgeräte: Boote, Kajaks, Autos, Fahrräder, Surfboards, Angelruten und natürlich für den Mähtraktor.

In vielen Städten findet man noch einige historische Häuser der europäischen Siedler aus dem 19. Jh. Oft sind das die einzigen architektonischen Highlights neben den Stränden und Felsklippen.

Selbst im kühleren Süden des Kontinents ist der Baustil recht einfach gehalten: es gibt meist keine Wärmedämmung, die Fenster haben oft nur einfache Verglasung und die Heizung läuft meist über Strom. Klimaanlage und Deckenventilator sind wichtiger als Heizung und energiesparende Warmwasser-Bereitung.

Strom: normalerweise stehen 240 Volt an der Leitung an. Allerdings kann die Spannung auf dem Land auch einmal abfallen auf 160 Volt. Das führt dann zu endlos langen Akku-Ladezeiten.

Die Toiletten in Australien

An allen Stränden und öffentlichen Einrichtungen findet man saubere und gepflegte Toiletten. Der Standard entspricht dem in Europa gewohnten. Zusätzlich findet man an den meisten Stränden eine Freiluft-Dusche.

Zelten in Australien

In den touristisch interessanten Gebieten findet man immer ein ausreichendes Angebot an Campingplätzen, allerdings zu gesalzenen Preisen. Viele Australier sind in der Regel mit Wohnwagen oder Camper Van auf Reise.

Wenn man allerdings kostenlose Zeltplätze sucht, wird es schwierig. In den vielen Nationalparks ist Zelten meist verboten und auf den wenigen Farmen nahe der Straße war abends oftmals niemand zu Hause, den man hätte fragen können.

Zelten inmitten der gewachsenen Steppe birgt je nach Gebiet ein höheres Risiko im Hinblick auf die giftige Tierwelt: Schlangen, Spinnen, Skorpione und Ameisen werden durch ihr Gift schnell zu einer tödlichen Gefahr in Australien.

In vielen Städten befindet sich am Stadtrand ein großes Sportgelände für Fußball, Baseball, Cricket und Tennis. Dort fanden wir an der Südküste oft einen Zeltplatz oder eine überdachte Tribüne als Schlafplatz. An der Ostküste war es deutlich schwieriger, die Genehmigung von den Verantwortlichen zu erhalten.

Auf langen Strecken zwischen den Städten gibt es meist nur ein „Roadhouse“: hier kann man tanken, einkaufen, essen, trinken und duschen. Und manchmal ist auch ein kleiner kostenpflichtiger Campingplatz angebunden. Daneben findet man mancherorts auch kostenfreie Übernachtungsplätze am Highway, die vor allem für Camper Vans und Wohnwagen ausgelegt sind.

Einladungen von Radlern vor Ort gab es mehr, als wir annehmen konnten (meist überschnitten sich spontane Angebote mit schon vorab arrangierten Warmshowers-Kontakten oder die Angebote kamen zu früh am Tag).

An Farmen zu fragen, war fast Zeitverschwendung. Viele Farmer lehnen ab und schicken einen direkt weiter. Das beklagten auch einheimische Reiseradler.

Am Ufer eines Flusses außerhalb der Badeorte (das war meist der Tipp der Einheimischen) wollten wir nicht zelten, obwohl bei nur einer Nacht angeblich keiner etwas dagegen hat.

Angeblich gewähren auch die Stationen der Fire-Brigade (die lokale Feuerwehr) in den Städten einen Schlafplatz für eine Nacht. Doch da haben wir keine Erfahrungen. Einen Versuch ist es bestimmt wert.

Manchmal haben wir bei privat gefragt und konnten unser Zelt neben dem Haus aufstellen. Und dann gab es nicht selten eine unglaubliche Entwicklung: aus einem Zeltplatz im Garten wurde die Einladung in ein Zimmer im Haus oder es wurde ein gemeinsames Dinner gezaubert und man verbrachte einen netten Abend bei Tee und Gebäck im Kreis der Familie, die voller Begeisterung alle Details von unserer Radreise wissen wollten. Zum Abschied wurden dann kleine Geschenke ausgetauscht und Erinnerungsfotos gemacht. Mit manch einem stehen wir sogar heute noch in Verbindung.

Unsere Erfahrungen mit Warmshowers und Couchsurfing in Australien: in vielen Dörfern sind zwar Mitglieder gelistet, aber die Trefferquote war dort stellenweise sehr mager. Viele melden sich nicht, sind gerade auf Tour oder die Accounts sind verwaist und überholt. In den Städten hatten wir da etwas mehr Glück.

Radeln in Australien

Australien ist bestimmt kein klassisches Land für Reiserad-Touren. Die Entfernungen zwischen den sehenswerten Plätzen und den einzelnen kleinen Dörfern oder Städten sind gewaltig groß und es gibt kaum Zivilisation in den meisten Teilen des Landes. Das betrifft auch das Land zwischen den Städten im Bereich der stärker besiedelten Gebiete. Denn die gerade einmal 25 Mio. Einwohner leben überwiegend in den Städten an der Ostküste, im Staat Victoria und im Einzugsgebiet von Perth an der Westküste.

Folglich ist die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln auf Überlandstrecken für Radler nicht immer einfach. Mit den zusätzlichen Lebensmittel-Vorräten erhöht sich dann zwangsläufig auch das Gepäckgewicht, was das Radeln nicht einfacher macht.

Auf vielbefahrenen Strecken ist der Verkehr meist auch sehr gefährlich für Radfahrer. Es gibt nicht überall einen breiten Seitenstreifen und der Schwerlastverkehr, insbesondere die Roadtrains brettern mit 100 km/h meist dicht an einem vorbei.

Es ist offensichtlich üblich, dass schwächere Verkehrsteilnehmer Platz machen müssen. Man kann als Radler nicht erwarten, dass der motorisierte Verkehr weiträumig Sicherheitsabstand hält. Viele Fahrer machen es aber dennoch.

In kaum einem anderen Land erlebt der Radsport gleichermaßen so viel Ablehnung und auf der anderen Seite so intensive Förderung: Viele Autofahrer möchten den Radler am liebsten von der Straße verjagen, das spürt man am Fahrstil. Doch in manchen Städten gibt es eine erstklassige Infrastruktur für Radfahrer und manche Firma hält Fahrradstellplätze mit Servicestation, Duschen und Umkleiden für die Mitarbeiter vor.

Für die Ostküste von Brisbane bis Sydney war uns die Routenbeschreibung auf der Website NSWCostalCycleTrail eine hervorragende Quelle. Wo immer es machbar ist, sind dort ruhige Nebenstrecken beschrieben.

Der Straßenbelag besteht sehr oft aus grobem Schotter, der nur in ein Asphaltbett gewalzt wurde. Das fährt sich mit dem Fahrrad teilweise wie Kopfsteinpflaster. Insbesondere der Randstreifen wurde bei Bau der Straßen oftmals vernachlässigt. Zum Leidwesen der Radler.

Am Straßenrand (also dem Bereich, auf dem wir Radler uns in der Regel bewegen) liegen nicht selten jede Menge Hinterlassenschaften von Unfällen, Müll und vor allem Glas und das angerostete Drahtgeflecht aus den Karkassen der vielen zerrissenen Reifen herum. Und insbesondere das Glas und der Draht haben uns an der Ostküste mindestens 4 Plattfüße eingebracht.

Der Fahrradhelm ist Pflicht in Australien: man wird von der Polizei schon angezählt, wenn man ohne Helm nur mal eben die Straßenseite wechselt.

Das Panorama in den interessanten Gebieten von Australien ist sehr hügelig. Das bedeutet: viele Höhenmeter, die man per Fahrrad überwinden muss (weite Teile des Outback und Nullarbor bilden hier eine Ausnahme). Dabei fallen manche Anstiege auch extrem steil aus.

Kommunikation in Australien

Die Menschen in Australien sind sehr aufgeschlossen. Allerdings ist die Bevölkerungsdichte derart gering, dass man selbst in größeren Städten in den meisten Straßen kaum einen Menschen trifft. Viele Orte wirken die meiste Zeit des Tages wie ausgestorben.

Man spricht Englisch. Und die Australier sind gut zu verstehen, solange sie sauberes Englisch sprechen. Der australische Slang hingegen hört sich an, wie eine andere Sprache. Das machte die Verständigung mit manchen Personen etwas schwierig.

Die häufige Verwendung des Diminutiv hat viele Wortneuschöpfungen hervorgebracht: so heißt es hier brekkie statt breakfast oder hubbie statt husband. Genauso kreativ sind die Ortsnamen: Mossy Point, Lilli Pilli, Ulladulla, Mollymook, Tullarwalla, Callala Bay, Wollumboola, usw.

In den stärker besiedelten Gebieten wird man häufig auf der Straße angesprochen und gefragt, wo man herkommt und wie weit die Radreise geht. Und nicht selten erzählen die Menschen dann stolz von ihrer Verwandschaft in Deustchland. Viele haben auch selbst einmal in Deutschland gearbeitet oder dort Urlaub gemacht. Ein Bewohner aus Newcastle kannte sogar die Wuppertaler Schwebebahn, ein anderer war schon in Neviges.

Die Religion in Australien

Die vielen Einwanderer aus den anderen Kontinenten sorgen für eine bunte Mischung aller religiösen Richtungen in Australien. Doch nach wie vor dominieren hier die christlichen Religionsgemeinschaften (katholisch, anglikanisch oder andere).

Man findet in den größeren Städten neben christlichen Kirchen immer wieder einmal eine Moschee, einen Hindutempel oder einen Gurudwara, doch insgesamt ist der Umfang an religiösen Bauten deutlich kleiner und unauffälliger, als wir es in dem ebenfalls multireligiösen Land Malaysia erlebt haben.

Ca. 30 % der Bevölkerung ist konfessionslos.

Sicherheit in Australien

Australien ist durch seine territoriale Lage als Insel auf der Südhalbkugel weit entfernt von vielen politischen und anderweitig motivierten Auseinandersetzungen. Dementsprechend ist das Gefahren-Potential relativ gering.

Doch im Outback soll es wohl des Öfteren Überfälle auf Touristen geben. Und in den Großstädten und an der belebten Ostküste muss man schon etwas mehr auf seine sieben Sachen aufpassen als auf dem Land. Große Strandabschnitte sind sehr touristisch und dementsprechend steigt das Diebstahl-Risiko, vor allem auf Parkplätzen, Campsites und an Sehenswürdigkeiten in den Stadtzentren.

Nicht umsonst haben sie dort auf den Parkplätzen große Warnschilder aufgestellt, wo auf die Einbruchgefahr hingewiesen wird.

Abgesehen vom Verkehr erlebten wir während unserer Radreise keine gefährlichen Situationen.

Die Tierwelt in Australien

Zu den herausragenden Besonderheiten in Australien gehört ohne Frage die Tierwelt. 80 bis 90 % der dort lebenden Tierarten kommen nur in Australien vor, es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Beuteltiere, und die weltweit giftigsten Schlangen, Skorpione, Spinnen, Quallen, Kraken und Muscheln sind hier beheimatet.

Die Beuteltiere: neben den unterschiedlichen Känguru-Arten, Wallabys und den Koalas gibt es noch eine Vielzahl anderer Beuteltiere in Australien. Die Population der Kängurus ist mit 60 Mio. (2017) gewaltig groß, wogegen andere Arten, wie zum Beispiel der Koala-Bär, vom Aussterben bedroht sind.

Unsere Videos auf Youtube:

Wallabys:    Clip

Koala:    Clip1     Clip2

Kängurus:    Clip

Die Kängurus und Wallabys hüpfen oft vor einem über die Straße. Das führt im Autoverkehr natürlich unweigerlich zu Kollisionen. Und dementsprechend liegen vielerorts totgefahrene Kängurus am Straßenrand, in mancher Gegend alle 50 Meter. Das ist schon etwas bedrückend.

Um sich vor Blechschäden durch die vielen Kängurus auf den Straßen zu schützen, montieren sich viele eine riesige Stoßstange vor ihre Motorhaube (Roo-Bar).

Die Vögel: Man sieht viele Papageien-Arten in Freiheit: Rosakakadu (Galah), Twenty Eight Parrot (Ringneck, grün und bunt am Kopf), oder Allfarbloris. Daneben trifft man Pelikane, Jägerlieste (Kookaburra) und sehr häufig auch den Flötenvogel (Magpie), der während der Brutzeit gerne Menschen angreift, was wir mehrfach bestätigen können. Sie fliegen einen von hinten an und verteilen Hiebe auf den Hinterkopf. In den Feuchtgebieten und am Meer findet man ganze Pelikan-Kolonien, den Ibis (gebogener Schnabel) und Kormorane.

Unsere Videos auf Youtube:

Papageien:    Clip1    Clip2    Clip3     Clip4

Kakadu:    Clip

An der Ostküste haben uns die Flughunde (Flying Foxes) fasziniert. Das sind Fledermaus-ähnliche Flugtiere, die wir hier näher beschrieben haben.

In vielen Buchten an der Küste kann man Delfine, Stachelrochen und Buckelwale beobachten, wenn man genug Geduld und Zeit mitbringt oder eine Bootsfahrt unternimmt.

Baden und Surfen im Meer kann allerdings gefährlich sein. Neben den gefährlichen Brandungsrückströmungen (Ripströme) sorgen einige Tiere für Lebensgefahr: es gibt Haie vor der Küste, Salzwasser-Krokodile im Norden, die extrem giftige Würfelqualle (Seewespe) zwischen Oktober und Mai und die Portugiesische Galeere.

An vielen Badestränden sind daher Netzte gespannt, um die Badegäste vor Ripströmungen, Haien oder der Würfelqualle zu schützen. Baden im Meer empfiehlt sich darüber hinaus nur in den markierten Zonen (rot-gelbe Flaggen). Meist ist dann auch der „Australian Lifeguard Service“ präsent.

Aber auch die Flüsse im küstennahen Bereich sind gefährlich: der Bullenhai nutzt das Süßwasser für seine Brut. Und er tötet Badegäste.

Die Sandkugel-Krabben (Scopimera globosa), auch Sand bubbler crabs genannt, gehört zu den harmlosen Tieren. Sie formen den Sand bei der Nahrungssuche zu kleinen Kugeln und werfen sie dann hinter sich. Dabei entstehen interessante Muster.

Auf dem Land trifft man Emus, Wambats (Plumpbeutler), Tasmanian Devil (Beutelteufel), Bobtails (Tannenzapfenechsen), Skinks, die Australische Wasseragame  und Lizards (Eidechsen), Potoroos (Kaninchenkängurus), Bilbys (Kaninchennasenbeutler), Goanas (Warane) und Echidnas (Ameisenigel).

Unsere Videos auf Youtube:

Emu:    Clip

Echidna:    Clip

Stachelrochen:    Clip

Auch vor den Schlangen muss man sich in Acht nehmen. Viele Arten gehören zu den giftigsten Schlangen weltweit. In der warmen Jahreszeit sind sie sehr aktiv und manchmal auch aggressiv. Insbesondere in Feuchtgebieten (Frösche sind eine beliebte Beute), unter Steinen und in der gewachsenen Steppe muss man aufpassen.

Viele Schlangen in Australien sind zwar giftig und somit sehr gefährlich für den Menschen, doch es hat uns beeindruckt, wie man hier mit diesen Schlagen umgeht, wenn sie in den Lebensraum des Menschen eingedrungen sind. Sie werden nicht getötet, sondern von geschultem Personal eingefangen und im Busch wieder ausgesetzt.

Bei den Ameisen sticht neben den 4 cm großen Exemplaren vor allem die Jack Jumper Ant heraus. Das ist eine ca. 1 cm große, schwarze Ameise mit orangefarbenen Kieferzangen. Sie bevorzugt sandigen Untergrund für ihren Bau und ist sehr aggressiv. Sie springt einen an und sticht dann zu. Für Allergiker kann das gefährlich werden und mit dem Tod enden. Die Einheimischen berichteten von 5 Todesfällen jährlich in Australien. Es ist also sehr empfehlenswert, vor dem Zeltaufbau den Boden gründlich abzusuchen oder Einheimische zu fragen.

In der Gegend von Laurieton bis Seal Rocks belästigen einen neben den Mücken auch die „Marchflies“, große blutsaugende Pferdefliegen. Ihr Biss ist sehr schmerzhaft und diese Fliegen können eine Plage sein, wenn sie im Schwarm auftauchen.

Ausgesprochen gefährlich ist auch die australische Zecke. Ihr Gift verursacht Zeckenparalyse und kann zum Tod durch Lähmung führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Sie sind auf einem 20 km breiten Streifen entlang der gesamten Ostküste ein Thema. Die Einheimischen empfahlen uns als Notfall-Medizin „Wart-Off Freeze“.

Dromedare gibt es auch in Australien, seitdem sie im 19. Jh. als Lastentiere für Expeditionen eingeführt wurden. Durch die zunehmende Technisierung wurden diese Tiere entbehrlich und man setzte sie in der Wüste aus. Dort wurde aus der anfänglichen kleinen Anzahl über die Jahre die weltweit größte Population dieser Tiere, weil sie hier keine natürlichen Feinde haben. Und sie sind eine regelrechte Plage, die den Kontinent viel Geld kostet. Sie zerstören Viehzäune und verschaffen sich gewaltsam Zugang zu wertvollen Wasserspeichern. Dabei hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung.

Die Straßen in Australien

Im Wesentlichen lassen sich die Straßen außerhalb der Städte in zwei Extreme gruppieren:

  • Endlos lange, gerade Straßen durch die Ebene ohne Zivilisation
  • Kurvenreiche Straßen in hügeligem Gelände mit unzählig vielen, extremen Anstiegen

In den Städten verlaufen die Straßen oft gerade, ohne Kurven. Steht ein Hügel im Weg, führt die Straße geradewegs über diesen Hügel, egal, wie steil er ist. Da kommen schon einmal 25 % Steigung auf einen zu. Kein einfaches Terrain für Reiseradler mit Gepäck.

Radwege findet man in vielen Großstädten. Sogar in die Abbieger-Spuren mancher Kreuzung sind Radwege integriert. Aber das Radeln auf der Straße ist in vielen Städten auch kein Problem: die allermeisten Verkehrsteilnehmer fahren rücksichtsvoll, halten Abstand beim Überholen oder bremsen sogar vor dem Überholen. Doch je intensiver man in den Ballungsraum an der Ostküste eintaucht, desto gefährlicher werden Straßen und Verkehr.

Manche Ampelanlage in den Großstädten beinhaltet separate Grünphasen für die Radfahrer, damit abbiegende Autos keinen Schaden anrichten können.

In Sydney empfanden wir das Unfall-Risiko für Radler besonders hoch, wenn man nicht die Straßen mit den gut ausgebauten Radwegen nutzt. Die Straßen in Sydney sind meist ausgesprochen eng und erlauben dem Autoverkehr in der Regel nicht, mit ausreichendem Seitenabstand zu überholen. Da wird das Radeln sowohl mit als auch ohne Gepäck zu einem extrem gefährlichen Lotteriespiel. Auf den belebten Straßen weicht man am besten auf die Bürgersteige aus.

Der Asphalt auf den alten Highways ist extrem laut. Das flößt einem Radfahrer mächtig Respekt ein, wenn man überholt wird.

Nebenstrecken bestehen oft aus Schotter und Lehm, manchmal auch mit Waschbrettprofil. Und die alten Highways haben massive Schäden durch den Schwerlastverkehr.

Das Radeln auf Highways ist in New South Wales erlaubt (im Gegensatz zu z.B. Queensland). Der Randstreifen ist sogar mit Fahrrad-Piktogrammen versehen und es gibt Warnschilder für die Autofahrer an den Auf- und Abfahrten: Achtung „Radfahrer kreuzen“.

Der Verkehr in Australien

Hohes Verkehrsaufkommen gibt es nur in den größeren Städten. Auf dem Land erlebt man oft leere Straßen. Dort sieht man kaum mehr als 10 Fahrzeuge stündlich, in manchen Gegenden unter 5 Autos pro Stunde.

Schwerlastverkehr definiert sich hier in Australien etwas größer als aus Europa gewöhnt: über die langen Distanzen fahren „Road Trains“, LKWs mit bis zu 53 Metern Länge und 116 Tonnen (in Ausnahmen bis 125 Tonnen) Gesamtgewicht.

Das Tempolimit für den Schwerlastverkehr beträgt 100 km/h. Der Unterschied zum deutschen Tempolimit (80 Km/h) in Bezug auf Druckwelle und Lautstärke ist gewaltig, wenn die Road Trains an einem vorbei rauschen.

Dabei haben wir in New South Wales als Radler noch Glück: denn hier ist bei Road Trains maximal ein Auflieger erlaubt. Folglich hält sich die Länge der Züge in Grenzen.

Dass es auch für motorisierte Verkehrsteilnehmer rau zugeht, erkennt man an den vielen Kreuzen und Gedenkstätten an den Straßen und an den Trümmerteilen, die vielerorts auf der Straße herumliegen. Es muss viele Verkehrstote geben in Australien. Und die Einheimischen bestätigen: der Verkehr ist gefährlicher als Krokodile, Haie, Würfelquallen und die vielen Schlangen auf dem Kontinent.

Trampen in Australien

Trampen ist ohne Probleme möglich, und die Fahrer wollen in der Regel kein Geld. Für die Mitnahme unserer Fahrräder kamen allerdings lediglich kleine Laster und Pickups in Frage. Und wegen der Anschnallpflicht halten nur Fahrzeuge, die ausreichend Sitzplätze im Fahrzeug frei haben. Auf den vielen verkehrsarmen Straßen kann es da schon einmal länger dauern, bis sich ein geeignetes Fahrzeug findet.

An der Ostküste haben wir nur äußerst selten auf Trampen zurückgegriffen, weil uns die Strecke nie zu weit, höchstens zu gefährlich war. Wenn wir es dann aber mal versucht haben, war es äußerst schwierig, eine Mitfahrgelegenheit zu arrangieren. Es hält kein Autofahrer. Die Ostküste ist bzgl. Trampen offensichtlich deutlich schwieriger als die Südküste.

Unsere Tipps zum Trampen, insbesondere auf Radreisen, haben wir in einem eigenen Artikel niedergeschrieben: Tipps zum Trampen

Orientierung in Australien

Dank GPS und Offline-Karte im Smartphone ist die Orientierung in der Regel kein Problem. Schwierig wird es lediglich, wenn man in Gebiete vordringt, für die man im Vorfeld keine ausreichend detaillierte Karte heruntergeladen hatte.

In abgelegenen Gebieten findet man dann auch nicht immer direkt jemanden, den man nach dem Weg fragen könnte.

Das Klima in Australien

Australien ist größer als Europa. Dementsprechend gibt es verschiedene Klimazonen. Der Norden ist tropisch heiß (30°C im Winter, 40°C im Sommer), der Süden gemäßigt-kühl (35°C im Sommer, bis 0°C im Winter). Im zentralen Outback werden im Sommer 50°C gemessen.

Für den Norden sind Juni, Juli und August die beste Reisezeit, im Süden sind es März, April, September und Oktober. Für die Ostküste ist Juni bis Dezember das beste Zeitfenster.

Mit der Sonne muss man aufpassen: die Sonnenbrand-Gefahr ist sehr groß. Und die Hautkrebsgefahr ebenfalls.

Die Waldbrandgefahr ist in Australien in allen Jahreszeiten sehr hoch. Die ätherischen Öle in den Eukalyptusblättern sorgen sogar im nasskalten Winter für eine hohe Brandgefahr. Im heißen Sommer ist es dann die Trockenheit, die immer wieder Brände auslöst. An den schwarz verkohlten Stämmen der Bäume kann man erkennen, wie gewaltig die Ausmaße mancher Brände in den vergangenen Jahren waren. Viele Bäume hier in Australien sind aber feuerresistent oder benötigen das Feuer sogar in ihrer ersten Wachstumsphase. Aber für die Bewohner und ihre Häuser ist diese Brandgefahr stets ein Risiko.

Das Brandschutzsystem in Australien haben wir hier etwas näher beschrieben.

Unsere Erfahrungen:

Unsere Erfahrungen in September, Oktober und November an der Südküste:

Im September war es im Bereich Perth und der Südküste noch sehr kühl. Im Oktober hatten wir  an der Südküste einige ungewöhnlich heiße Tage (bis 40 °C) und unmittelbar darauf eine deutliche Abkühlung um 25 ° mit Regen und Sturm. So stimmte es also: man erlebt hier nicht selten alle 4 Jahreszeiten an einem Tag im Süden Australiens.

Allgemein war das Wetter sehr wechselhaft im Süden und vor allem im Staat Victoria von extremen Temperatur-Schwankungen (z.B. Abkühlung von 40°C auf 15°C über Nacht) geprägt.

Der Wind blies meistens aus westlicher Richtung. Folglich war unsere Reiserichtung (von West nach Ost) genau richtig gewählt.

Unsere Erfahrungen in Februar, März, April an der Ostküste:

Wir hatten viel Regen in den Märzwochen in der Nähe von Brisbane, aber auch viel Sonne, Temperaturen über 30 °C. Ab Anfang April herrschte morgens dichter Nebel und es war feucht-nass.
Ende April im Bereich Sydney waren die Tage recht kühl, aber die Sonne war noch sehr heiß. Dazu hatten wir starke Wolkenbildung und sehr Tage (18:00 – 6:00 herrscht Dunkelheit).

Die Grenzen in Australien

Als deutscher Staatsbürger erhält man über das e-Visa-Verfahren online (über www.immi.gov.au) in der Regel innerhalb weniger Minuten ein 12 Monate gültiges Touristen-Visum, das zu beliebig vielen Aufenthalten bis jeweils max. 90 Tagen als eVisitor berechtigt.

An der Grenze muss man dieses Visum aber noch nicht einmal zeigen. Die Grenzbeamten greifen über den Reisepass-Scan automatisch auf die zentral hinterlegten Visa-Daten ihres Systems zu. Dadurch ist die Abwicklung der Einreise an dieser Stelle sehr unkompliziert. Allerdings muss man den spätesten Ausreisetermin selber im Auge behalten, denn man erhält keinen Stempel in den Pass.

Kostenlos ist das Visum allerdings nicht, auch wenn es zunächst den Anschein erweckt. Denn bei jeder Ausreise wird die „Passenger Movement Charge (PMC)“ in Höhe von 37 € (2017) einbehalten.

Im Gegensatz zur relativ einfachen Visa-Abwicklung unterliegt jedoch das mitgeführte Gepäck einer besonderen Aufmerksamkeit:

Australien war lange Zeit von den anderen Kontinenten isoliert. Dadurch hat sich dort ein eigenständiges Ökosystem entwickelt, welches sehr empfindlich auf die Einführung nicht heimischer Pflanzen- und Tierarten reagiert.

Die Regierung ist daher heute sehr darauf bedacht, fremdartige Tiere und Pflanzen gar nicht erst ins Land zu lassen. Folglich ist die Einfuhr vieler Lebensmittel, insbesondere tierischer und pflanzlicher Produkte nicht erlaubt oder stark eingeschränkt. Gleichzeitig reduziert sich dadurch auch das Risiko, sich Seuchen ins Land zu verschleppen.

Man muss diesbezüglich bei der Einreise auf einer Deklarationskarte sehr detaillierte Angaben zu den mitgeführten Gegenständen machen. Und es wird sehr akribisch kontrolliert. Werden verbotene Dinge entdeckt, die nicht deklariert waren, drohen hohe Strafen. Ein Strohhut z.B. besteht aus pflanzlichem Produkt, ein Daunenschlafsack enthält tierische Produkte. Also muss man beides angeben in der Deklarationskarte. Bei Fahrrädern öffnen sie den Karton und prüfen insbesondere das Stollenprofil auf Erdrückstände. Im Zweifel nehmen sie auch das Zelt unter die Lupe.

Kontinent-intern gelten beim Überqueren einiger Landesgrenzen noch einmal die gleichen Regeln. So z.B. in Western Australia.

Bürokratie in Australien

Hat man die etwas aufwändigen Grenzformalitäten (s.o.) hinter sich, erlebt man in der Regel keine Berührungspunkte mehr zu irgendwelcher Bürokratie. Man durchläuft allerhöchstens Polizei-Kontrollen zum Thema „Alkohol am Steuer“ auf der Straße.

Die Polizei ist immer freundlich und hilfsbereit. Sie kann aber auch sehr energisch werden, wenn man ohne Helm Fahrrad fährt oder ihrer Meinung nach zu dicht an der befahrenen Straße steht.

Einkauf in Australien

Es gibt Supermärkte wie in Europa: Coles, IGA und Woolworth sind die größten Warenhaus-Ketten. Sogar Aldi ist vertreten in manchen Großstädten. In den größeren Städten gibt es riesige Shopping-Malls. Und alles ist stets barrierefrei erreichbar. Somit war der Zugang mit unseren bepackten Fahrrädern nie ein Problem.

Australien ist kein preiswertes Reiseland. Lebensmittel sind meist deutlich teuer als in Deutschland. Vor allem Alkohol und Tabakwaren stechen hierbei besonders hervor. Demgegenüber sind Benzin und die Fahrzeughaltung hier preiswerter. Die Steuer-Aufschläge sind deutlich kleiner.

Eine Arztkonsultation kostet den Touristen mindestens 70 $ Startgeld, eine Blutabnahme 50 $.

Die Bargeldbeschaffung am ATM erfolgt problemlos. Aber die Banken erheben zum Teil saftige Gebühren: einige Banken nehmen 3 $, andere 4,5 % vom Betrag, die ANZ Bank nimmt 0% Gebühr.

Die Esskultur in Australien

Barbecue ist in Australien offensichtlich ein Massen-Freizeit-Vertreib. In jedem noch so kleinen Dorf findet man Rast- oder Spiel-Plätze mit einem überdachten, öffentlichen Gasgrill, der kostenlos oder gegen eine Münze genutzt werden kann. An der Ostküste findet man an einigen dieser Plätze sogar einen Boiler, wo man zu jeder Tageszeit kochendes Wasser zapfen kann. Die Anlagen sind sehr professionell ausgestattet und werden von der Bevölkerung immer und überall gut gepflegt. Auch privat gehört der Gasgrill zu den ersten Anschaffungen überhaupt.

Bei den Lebensmitteln sticht vor allem ein herzhafter, vegetarischer Brotaufstrich als „original australisch“ heraus: Vegemite. Aber es spaltet die Gemeinde: die einen lieben es, die anderen hassen es wie die Pest.

Im Übrigen hat sich die australische Küche aus der englischen Küche entwickelt, die die britischen Siedler in der Kolonialzeit aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. Im weiteren Verlauf dominierten Lammfleisch und Fisch, mittlerweile gewinnt aber auch Känguru-Fleisch zunehmend an Bedeutung.

Die Küche der indigenen Bevölkerung, überwiegend bestehend aus der heimischen Obst- und Gemüse-Vielfalt, wurde hingegen seit jeher eher abwertend als „Bush Food“ bezeichnet und erfährt erst seit kurzer Zeit eine steigende Beachtung.

Die Wasserversorgung in Australien

Das Wasser aus den meisten Leitungen hat Trinkwasserqualität. Ist dem nicht so, erhält man von den Einheimischen einen entsprechenden Hinweis. Daher war die Beschaffung von Trinkwasser auf unserer Radreise nie ein Gesundheitsrisiko.

Allerdings ist Trinkwasser nicht an jeder Ecke verfügbar. Insbesondere auf den Überlandstrecken beschränkt sich die Wasserverfügbarkeit meist auf Roadhouses oder kleinste Dörfer. Für Radler ist das nicht ganz ungefährlich.

Gesundheit in Australien

Es werden einige Impfungen empfohlen. Das Tropeninstitut informiert hierzu.

Die hohe Konzentration gefährlicher Tiere bringt ein hohes Gesundheitsrisiko mit sich. An Land sind es die giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpione; im Wasser sind es die Haie, die Portugiesische Galeere und die Quallen.

Nicht jeder Reisende ist gleichermaßen gefährdet. Es kommt darauf an, wo man sich aufhält und welche Aktivitäten man betreibt. So ist man natürlich auf einem Ausflug ins Outback oder beim Surfen stärker gefährdet als auf einer Besichtigungstour durch Sydney.

In Labrador an der Gold Coast befindet sich eine Zahnklinik in der Griffith Universität. Dort findet eine Behandlung durch Studenten unter Betreuung etablierter Zahnärzte statt. Ist deutlich preiswerter als der Besuch beim regulären Zahnarzt.

Fahrrad-Service in Australien

In den Städten gibt es ausreichend viele gut sortierte Bike Shops. In Brisbane findet man entlang einiger Radwege Service-Stationen mit Werkzeug, Pumpe und einem Montageständer. Das hat uns begeistert, wenn man auch auf dem Manometer der Pumpe wegen dem vielen Kondenswasser nichts ablesen konnte.

Manche Firma stellt im Gebäude einen Fahrradschuppen mit Ständer, Werkzeug, Duschen und Umkleiden für die Mitarbeiter bereit. Mit Zugang per Magnetkarte. Das ist nicht mehr zu toppen.

Internet und Telefonie in Australien

Das 2G-Netz wird in Australien seit Jahren nicht mehr unterstützt. Also funktionieren nur Mobilfunkgeräte ab 3G.

Australische SIM-Prepaid-Karten mit Guthaben von Optus, Aldi, Virgin Mobile, Vodafone (preiswerter) oder Telstra (teuer) waren 2017 für 10 $ zu haben. Die Netzabdeckung ist bei Telstra besser, allgemein aber noch sehr lückenhaft, wenn man den ganzen Kontinent betrachtet. Aldi nutzt das Telstra-Netz, aber die SIM-Karten sind nicht immer verfügbar. Wer international viel telefoniert, sollte sich den Anbieter Lebara mal näher anschauen.

Flatrates gibt es (noch) nicht in Australien. Und der Tarif-Dschungel aller Anbieter macht die Produktwahl nicht gerade einfach.

In weiten Gebieten funktioniert der Empfang auch erst mit einer separaten Antenne (haben wir an unseren Fahrrädern natürlich nicht). Folglich ist das gesamte Mobilfunknetz in Australien für die Notfall-Kommunikation außerhalb besiedelter Gebiete nicht geeignet. Hierfür benötigt man tatsächlich ein Satellitentelefon.

Neben dem Mobilfunknetz gibt es in den Städten und an den Roadhouses in der zivilisationsarmen Gegend öffentliche Telefone, wo per Karte (Smart Phone Card) oder gegen Münzgeld telefoniert werden kann. Sehr nützlich vor allem in Notfall.

WiFi kann man kostenlos nutzen in Betrieben der Hotel- und Gastronomie-Branche, in großen Supermärkten und Shopping-Malls und in der Tourist Info, in der öffentlichen Bücherei (Library) und für eine kleine Gebühr in allen kleineren Städten und Dörfern im CRC (Community Resource Center). Dort stehen Computer und Internet samt Zusatzgerätschaften wie Drucker, Scanner, Kopierer usw. zur Nutzung für die Allgemeinheit bereit. Hier haben viele Leute halt zu Hause keinen Anschluss ans Netz. Mancher nutzt das Internet daheim über sein Smartphone, dann kostet 1 GB happige 10 $. Das ist richtig teuer.

In der Bücherei sind die Nutzungsregeln für WiFi von Land zu Land unterschiedlich: in South Australia erhielten wir z.B. einen Nutzungspass mit persönlichen Login-Daten in Form einer Checkkarte.

Das Panorama in Australien

Australien weist viele unterschiedliche Landschaftsformen auf. Wegen der gewaltigen territorialen Ausdehnung dieses Kontinents muss man allerdings stets weite Strecken zurücklegen, bevor man eine deutliche Änderung im Landschaftsbild wahrnimmt.

Es gibt riesige Plateaus, große Wüstenflächen und endlose Steppe (das Outback), Salzseen, sehr hügelige Küstenzonen und auch tropischen Regenwald. Der größte Teil des Kontinents gilt dabei als unbewohnbar: es ist dort zu trocken und zu heiß und wegen der giftigen Tierwelt zu gefährlich.

In der Landwirtschaft dominieren im Süden Australiens vor allem Raps oder Korn. Und in Victoria fährt man an endlos langen Blue Gum – Forstflächen entlang, wo im großen Stil Holz für den chinesischen Markt wächst. Man sieht auch immer wieder große Schaf- und Rinderherden.

Entlang der gesamten Ostküste zwischen Brisbane und Sydney gibt es endlosen Sandstrand und Felsklippen aber auch zahlreiche küstennahe Binnengewässer, die zum Teil als Ästuar oder als Lagune ins Meer übergehen. Hier dominiert vor allem Mangrovenwald. Zum Landesinneren wird es dann schnell hügelig mit zum Teil steilen Anstiegen auf den Straßen. Es gibt viele Nationalparks und Natur-Reservate im Bereich der Küste.

Die Botanik in Australien

In den fruchtbaren Zonen des Kontinents findet man eine unglaubliche Vielfalt an Wildblumen und ohne Ende Eukalyptusbäume. Daneben beeindrucken die gewaltig großen, schnurgerade wachsenden Norfolk Pinien, die hohen Karribäume und bis zu 450 Jahre alte Grasbäume in Western Australia. Auch entdeckt man immer wieder riesige Gummibäume mit gigantischen Wurzeln.

Unsere Videos auf Youtube:

Gummibäume mit Riesenwurzeln:    Clip

Riesige Karribäume:    Clip

Die Kultur in Australien

Die australische Bevölkerung ist durchweg freundlich und hilfsbereit. Das Warten in einer Menschenschlange geht sehr diszipliniert von statten. Vordrängeln ist absolut tabu.

Die Aufarbeitung der Unterdrückung und Vertreibung der Ureinwohner (der Aborigines) in der Zeit 18. bis 20. Jahrhundert hat gerade erst begonnen und ist bestimmt noch ein langer, unangenehmer Weg. Diese dunkle Seite der Historie ist auch nur äußerst selten Thema in den Gesprächen mit den Locals.

Gartenpartys, Grillen, Sportveranstaltungen, Picknick, … das Leben der Australier findet im Freien statt. Das Klima ist wie geschaffen dafür: wenig Niederschlag, viel Sonne, warme Abende und Nächte bis tief in den Winter.

Der Wassersport gehört zum Leben wie der Job und das Auto. Surfen, Wellenreiten, Fischen auf hoher See, Stand-Up-Paddling, Kajak, Schwimmen, Jetski, Kitesurfen, Foil-Kite-Surfen, Tauchen, … die Aufzählung lässt sich fast endlos fortsetzen.

In jedem noch so kleinen Dorf gibt es eine große Sportanlage mit Football-, Basketball-, Kricket- und Baseball-Platz.

Allerdings übertreiben sie es in Australien mit dem Verleihen von Medaillen und Pokalen. Manchmal reicht schon die Mitgliedschaft in einem Verein, um einen Pokal überreicht zu bekommen, nur weil ein Team im Club eine Meisterschaft gewonnen hat. In manchem Haus reihen sich somit mehrere Duzend Pokale.

Der Knigge für Australien

Die Australier sind locker und sehr tolerant. Die Begrüßung erfolgt meist mit „How are you?“ Man stellt sich dann einfach mit seinem Vornamen vor. Der Handschlag ist nicht generell üblich.

Warteschlangen sind an der Tagesordnung und die Reihenfolge wird sehr kultiviert eingehalten. Drängeln ist tabu.

Mit der in Europa gängigen Gestik muss man etwas aufpassen: Der Tramperdaumen heißt in Australien so viel wie „Hau ab“. Ein V mit der Handfläche zum Körper entspricht dem Stinkefinger.

Spucken in der Öffentlichkeit ist wohl verboten und kann bestraft werden.

Die Sehenswürdigkeiten in Australien

Neben den bekannten Objekten, die jeder mit Australien assoziiert (Ayers Rock (Uluru), das Outback, das Great Barrier Reef, die Twelf Apostel, Sydney) gibt es noch unglaublich viele andere sehenswerte Dinge.

Flora und Fauna Australiens sind sehr exotisch, viele Bereiche der Küste (z.B. die Great Ocean Road), vor allem im Süden und Osten, sind spektakulär und auch in den Städten findet man immer wieder herausragende Dinge, deren Besichtigung lohnt. Vieles davon steht in keinem Reiseführer, sondern man entdeckt es auf seinem Weg durch den Kontinent.

Sehr charakteristisch für Australien sind die riesigen Entfernungen zwischen den „bekannten“ sehenswerten Orten. Oft sind es viele hundert km. Das ist nicht unwichtig im Rahmen der Planung von Unternehmungen.

Ergänzungen zu den Reiseinfos Australien

 

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