Reiseinfos Tadschikistan

Diese Reiseinfos Tadschikistan beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch Asien. Wir waren dort in Juli und August 2016 insgesamt 34 Tage mit den Fahrrädern unterwegs. Dabei sind wir über Dushanbe und Khorog in den Pamir-Highway aufgestiegen und über Murghab und den Akbaital-Pass bis zur Grenze nach Kirgistan geradelt. Diese Strecke hat eine Länge von 1100 km und enthält in Summe über 13.000 Höhenmeter. Der höchste Punkt dieser Straße liegt auf 4655 Metern Höhe.

Die Reiseinfos Tadschikistan

Tadschikistan auf der Karte von OpenStreetMap:

Die Bausubstanz in Tadschikistan

In den Städten wirkt die Bebauung sehr europäisch, aber die Installation von Gas, Wasser und Strom ist dabei sehr einfach gehalten und glänzt durch Unregelmäßigkeiten:

Der Strom fällt häufig aus, in Dushanbe wird tagsüber sogar das Wasser abgestellt für private Haushalte. Auf dem Land wird es noch abenteuerlicher: oft ist die einzige sichere Stromquelle eine 12V-Autobatterie und das Wasser ist trübe oder voller „Leben“.

In den Sommermonaten leben manche Familien auch in Jurten auf dem Lande.

Die Toiletten in Tadschikistan

Die Sanitäranlagen sind nach europäischem Standard und meist in gutem Zustand. Auf dem Land ist natürlich alles sehr einfach und rustikal, auch die Toiletten.

Zelten in Tadschikistan

Zelten ist ohne Probleme möglich, wenn man einen ebenen, ausreichend großen Platz findet. Auf einigen Straßen-Abschnitten ist das allerdings unmöglich. So verläuft die Straße von Dushanbe bis Khorog auf langen Abschnitten sehr eng begrenzt durch das Flussufer auf der einen Seite und den felsigen Berghang auf der anderen Seite.

Manchmal wird man eingeladen, wenn man am Straßenrand Pause macht oder auf der Suche nach einem Zeltplatz ist. In mancher Gegend war nicht immer sofort erkennbar, ob die Gastgeber dann Geld dafür haben wollten.

Die Kommunikation in Tadschikistan

Man wird oft gegrüßt. Vor allem die Kinder glänzen mit ihrem kleinen Standard-Repertoire in Englisch: Hello! What’s your Name? How are you?

Wenn man die Landessprache nicht versteht, kommt man mit Russisch gut zurecht. Englisch sprechen nur wenige.

Die Religion in Tadschikistan

Der Islam ist mit 90 % die am meisten verbreitete Religion im Lande. Allerdings sieht man nur selten Moscheen. Der Islam wird auch nicht öffentlich gelebt, man hat Angst vor einer Radikalisierung. Die Nähe zu Afghanistan, eine wachsende Anhängerzahl bei den bekannten radikalen Gruppen, unaufgeklärte Straftaten mit Todesfolge, … all das bereitet der Regierung Sorge.

Die Sicherheit in Tadschikistan

Tadschikistan ist für Touristen ein sicheres Land, solange man sich nicht in politische oder religiöse Angelegenheiten einmischt. Die 1300 km Grenze zu Afghanistan zwingen zwar zur Wachsamkeit, aber man erlebt keine gefährlichen Situationen. Wir hatten nie Anlass zur Sorge um uns oder unserer Ausrüstung. Allerdings haben wir auf unserem Weg von Dushanbe nach Khorog auch darauf geachtet, nie zu nah an der Grenze zu Afghanistan unser Zelt aufzuschlagen.

Update 31.07.2018:

Am 29.07.2018 wurden auf dem Pamir-Highway 4 Reiseradler durch IS-Aktivisten getötet. Somit kann der Pamir-Highway nicht mehr als sichere Straße betrachtet werden. Und wir haben auf unserer Reise wohl Glück gehabt, nicht in eine solche Situation zu geraten.

Die Tierwelt in Tadschikistan

Neben den Haustieren auf dem Land haben wir eher selten Schafe, Greifvögel oder andere Tiere gesichtet. Die Yaks, Steinböcke, Wölfe und Wildkatzen leben in den Bergen. Man bekommt sie nicht zu Gesicht, wenn man auf der Piste bleibt.

Die Straßen in Tadschikistan

Im Flachland sind die Straßen in bester Qualität. Das ist ungewöhnlich für ein armes Land. Zum Radfahren ist es natürlich sehr angenehm.

Die Straße von Dushanbe nach Khorog (Nordroute) ist für Radler ausgesprochen mühsam (meist Schotter), führt aber durch atemberaubende Landschaft. Die Südroute ist einfacher, weil gut asphaltiert, aber landschaftlich wohl nicht so spektakulär wie die Nordroute.

Der Weg durchs Pamir-Gebirge von Khorog über Alichur, Murghab und Karakul nahe der Grenze zu Kirgistan führt über sehr guten Asphalt und enthält nur selten anstrengende Aufstiege. Eine Ausnahme bildet hierbei eine 20 km lange Schotterpiste mit Waschbrettprofil zwischen dem Akbaital-Pass und dem Karakul-See. Allerdings bewegt man sich fast ausschließlich auf 3700 – 4200 m Höhe. Da ticken die Uhren im Körper anders: der Sauerstoff fehlt, man muss sich langsam und kontrolliert an die Höhe gewöhnen, alles wird anstrengender und läuft langsamer ab. Aber man radelt auf der zweit-höchsten Straße der Welt durch traumhafte Berglandschaft.

Unsere Videos auf Youtube:

Schotterpiste auf dem Pamir-Highway:    Clip

Schotterpiste und Verkehr auf dem Pamir-Highway:    Clip

Schotterpiste im Panj-Tal:    Clip

Abfahrt auf Schotter im Pamir:    Clip

Verkehr in Tadschikistan

Die Tadschiken sind so liebenswert, doch auf der Straße (vor allem in den Städten) machten sie uns Radlern das Leben zur Hölle. Sie kündigen per Hupe ihren Anflug an und brettern dann oft so dicht an einem vorbei, dass man Angst um seine Ellbogen bekam.

Besonders gefährlich sind die Kleinbusse und Taxis, denn sie schneiden gerne und haben ein aggressives Bremsverhalten, um keine Zeit zu verlieren.

Trampen in Tadschikistan

Ob Trampen in Tadschikistan gut funktioniert, können wir nicht beurteilen, weil wir es gar nicht versucht haben. Wir wollten bewusst die gesamte Strecke per Fahrrad genießen.

Nach unserer Einschätzung dürfte Trampen aber problemlos funktionieren. Allerdings ist die Verkehrsdichte im Gebirge äußerst gering. Da dauert es möglicherweise sehr lange, bis man ein passendes Fahrzeug findet.

Unsere Tipps zum Trampen, insbesondere auf Radreisen, haben wir in einem eigenen Artikel niedergeschrieben: Tipps zum Trampen

Die Orientierung in Tadschikistan

Gut, dass es digitale Karten und GPS gibt. Sonst wäre manche Gabelung ein Ratespiel. Die Beschilderung ist sehr dürftig und nur selten begegnet einem ein Fahrzeug, dessen Fahrer man nach dem Weg fragen könnte.

Das Klima in Tadschikistan

Bedingt durch die großen Höhenunterschiede findet man sowohl subtropisches Klima (im Tal) als auch hochalpines Klima (in den Bergen). Die wärmste Zeit (Juli – September) ist dabei das einzige Zeitfenster für eine Befahrung des Pamir-Highways ohne Frost- und Schnee-Risiko. Für die anderen Gebiete Tadschikistans sind April – Juni und September – November ideale Zeitfenster.

Im Hochgebirge kann einem der starke Wind das Radfahren schon mal zur Hölle machen, wenn er aus der falschen Richtung weht.

Unsere Videos auf Youtube:

Schneefall im Pamir:    Clip

Starkwind im Pamir:    Clip1    Clip2

Die Grenzen in Tadschikistan

Die Grenzgänge sind einfach und schnell erledigt.

Bei der Anreise an der Grenze zu Usbekistan im Westen von Dushanbe ist man nach 5 min fertig. Man füllt eine Migrations-Deklaration aus und bekommt einen Stempel in den Pass, fertig.
Bei der Ausreise Richtung Kirgistan befindet sich der Grenzposten auf 4.200 Metern Höhe.

Dementsprechend spartanisch ist der Posten auch eingerichtet. Sie wollen die Migrations-Deklaration und das GBAO-Permit sehen.

Die Registrierung, die wir in Murghab für 33 € organisiert hatten, wollten sie nicht sehen. Schade ums Geld. Das hätten wir uns tatsächlich sparen können. Wusste man aber eben vorher nicht.

Die Bürokratie in Tadschikistan

Die geforderte „Registrierung“ nach 30 Tagen Aufenthalt im Lande ist mit 140 Somoni relativ teuer und zeitaufwändig. (In Khorog wandern zusätzlich noch weitere 20 Somoni in die Tasche der Beamten). Man bekommt wohl Ärger, wenn man sie bei der Ausreise nicht vorweisen kann. Bei unserer Ausreise Richtung Kirgistan wollte jedoch keiner den Beleg sehen. Da geht es offensichtlich auch ohne Registrierung.

Ansonsten hatten wir keine Berührungspunkte zu sonstigen bürokratischen Hürden. Auch die Polizei ließ uns in Ruhe. Es gab nie Kontrollen.

Einkauf in Tadschikistan

Das Lebensmittel-Angebot in den Läden außerhalb der Städte ist sehr stark beschränkt. Doch Konfekt, bestimmt 20 verschiedene Sorten, verpackt in den edelsten Lack-Papierchen, gibt es in jedem Laden (schmecken übrigens alle gleich schrecklich süß).

Die Esskultur in Tadschikistan

Man trinkt viel Tee, oft auch Kefir. Bei den Mahlzeiten dominieren Reis (auch in Öl gebraten als Plov), Fladen, Hammelfleisch, Suppen (Schurbo), Teigtaschen (Manti) und einige andere Spezialitäten. Die Küche ist deftig, im Hochland allerdings sehr einfach und karg.

Unser Video auf Youtube:

Butter-Herstellung mit Wasserkraft:    Clip

Die Wasserversorgung in Tadschikistan

Die Trinkwasserqualität ist nicht immer die Beste. Das sorgt oft für Magen-Probleme. Entweder man kauft Flaschenwasser oder man filtert sein Trinkwasser, woher es auch stammt.

In den Bergen ändert sich das schlagartig. Das Wasser ist durchweg ohne Vorbehandlung sehr gut trinkbar.

Die Gesundheit in Tadschikistan

Die empfohlenen Impfungen solltest du dir vor der Reise verabreichen lassen. Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen:

Reiseimpfungen – ein Überblick

Leitungswasser muss man filtern oder abkochen, alternativ gibt es Trinkwasser in Flaschen zu kaufen. Viele Touristen holen sich über das Trinkwasser heftige Magen- und Darm-Probleme. Und uns hatte es auch mehrere Male erwischt.

Ein besonderes Thema ist die notwendige Höhenanpassung auf dem Pamir-Highway ab 2000 Metern Höhe, sonst drohen gesundheitliche Schäden. Wir haben auf unserer Radreise dort die Übernachtungsplätze sehr sorgfältig mit dieser notwendigen Akklimatisation in Einklang gebracht und die Zeltplätze sowie unsere Höhen-Symptome dokumentiert. Du findest unsere Aufzeichnungen in unserem Artikel über den Pamir-Highway.

Die Höhe von 4000 Metern verursacht aber noch weitere Erscheinungen: die Schleimhäute leiden und durch die intensive Sonne werden die Lippen rissig und auf den Wangen bilden sich Krusten. Achte auf einen extrem guten Sonnenschutz dort oben.

Fahrrad-Service in Tadschikistan

Nur in den großen Städten gibt es Bike-Shops. Und nur selten nützen diese Shops einem, weil meist nur die russische Technik auf Lager liegt.

Internet in Tadschikistan

Nur in den großen Städten findet man WiFi. Aber die Netz-Qualität war sehr gut, wenn wir größere Hotels aufgesucht hatten.

Panorama in Tadschikistan

Östlich von Dushanbe erheben sich die Berge. Und das Highlight ist das Pamir-Gebirge, das man (unter Anderem) über den „Pamir-Highway“ durchreisen kann.  Der Highway verläuft auf ca. 4000 m Höhe über ein Hochplateau und beinhaltet einige Pässe bis 4655 m Höhe. Wir haben ihn detailliert beschrieben:

Der Pamir-Highway in Tadschikistan

Unsere Videos auf Youtube:

Landschaft im Pamir:    Clip1    Clip2

Die Kultur in Tadschikistan

Das Leben in den Bergen ist sehr einfach und ohne viel Komfort. Geheizt wird mit getrockneten Kuhfladen, denn Baumholz gibt es hier oben nicht. Die Kinder spielen das Wurfspiel „Ordo“ mit kleinen Wirbelknochen, nicht mit Glasmurmeln. Man könnte glauben, sie üben für die „World Nomad Games“, die olympischen Spiele Zentralasiens. Ordo ist eine der Disziplinen dort.

Der Knigge für Tadschikistan

Nase putzen zu Tisch ist absolut verboten. Rülpsen und Schmatzen ist dagegen erlaubt. Brot nie mit der Oberseite auf den Boden legen, nie auf die Ess-Decke (Dastarkhon) treten. Schuhe ausziehen, wenn man eine Wohnung betritt. Nach dem Essen wird ein kleines Gebet gesprochen und die Handflächen danach über das Gesicht gestreift. Als Gast nie Brotbrechen und Tee ausschenken, das übernimmt immer dieselbe Person am Tisch. Als Gast nach dem Essen etwas Geld unter den Dastarkhon legen. Menschen vor dem Fotografieren fragen.

Ergänzungen zu den Reiseinfos Tadschikistan

Reiseinfos aller Länder in der Übersicht

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