Reiseinfos Kirgistan

Diese Reiseinfos Kirgistan beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch Asien. Wir waren dort in August/September 2016 insgesamt 20 Tage mit den Fahrrädern unterwegs. Dabei sind wir, von Tadschikistan kommend, über Sary-Tash, Osh, Kara-Kol, Toktogul und Kara-Balta nach Bishkek gefahren. Von Tas-Komur bis Kara-Balta führte der Weg dabei über 360 km durchs Gebirge.

Die Reiseinfos Kirgistan

Kirgistan auf der Karte von OpenStreetMap:

Die Bausubstanz in Kirgistan

Auf dem Land findet man in den Sommermonaten so viele Jurten wie in keinem anderen Land. Viele Familien bestreiten von hier aus ihre einfache Landwirtschaft. Und es zeigt, wie stark die Kirgisen in ihren Traditionen als Nomadenvolk verwurzelt sind.

In den Städten wirkt die Bebauung recht unauffällig: Steinmauerwerk, Wasser- Elektro- und Gas-Installation, wenn auch oft einfacher in der Ausführung.

Die Toiletten in Kirgistan

Auf dem Land und in den kleinen Dörfern ist alles sehr basic, auch die Toiletten. In den Städten findet man das gesamte Spektrum von ganz einfach bis gehobener Standard.

Zelten in Kirgistan

Fürs Zelten findet sich fast überall ein ruhiger Platz, außer in der Nähe von Städten. Im Süden des Landes gibt es zwar kaum Bäume, hinter denen man Sichtschutz hat beim Zelten, doch dort gibt es auch kaum Verkehr, der einen stören könnte.

Wir erhielten auch des Öfteren Einladungen zur Übernachtung in den Häusern der Locals, wenn wir nach einem geeigneten Zeltplatz fragten.

Kommunikation in Kirgistan

Die Menschen in Kirgistan sind sehr freundlich und aufgeschlossen. Man wird oft gegrüßt als Reiseradler und erfährt eine unglaublich große Gastfreundlichkeit. Denn ein Gast gilt nach kirgisischer Tradition als höchstes Geschenk.

Sprachlich kommt man mit Russisch ganz gut zurecht, wenn man die Landessprache nicht versteht.

Religion in Kirgistan

Heute ist der Islam die vorherrschende Religion, obwohl man das gar nicht wahrnimmt auf der Reise durch das Land. Es gibt keine Moscheen, weil die Kirgisen lange Zeit als Nomaden lebten. Die Frauen tragen keinen Schleier und Alkohol ist erlaubt.

Sicherheit in Kirgistan

Kirgistan ist ein sicheres Land. Es gab auf unserer Radreise keinen Anlass zur Sorge um unsere Fahrräder und unsere Ausrüstung. Natürlich haben wir unsere Fahrräder stets abgeschlossen und die Wertsachen nie unbeaufsichtigt gelassen.

Stellenweise belästigen einen dreiste Kinder: „hey, give me your money“ rufen sie einem zu und laufen mit aufgehaltener Hand neben dem Fahrrad her. Aber auch dreiste, bettelnde Erwachsene haben wir in Kirgistan erlebt: ein Senior setzte sich in unseren Zelteingang und blieb dort solange sitzen, bis wir ihm eine Spende zusteckten.

Die Tierwelt in Kirgistan

Viele Jurtenbewohner halten einen Hund, der sehr wachsam ist. Kommt man zu nah, hat man ein Problem.

Ansonsten sieht man die übliche Tierwelt aus der Landwirtschaft und sehr viele Pferde.

Unser Video auf Youtube:

Reiten auf dem Land:    Clip

Die Straßen in Kirgistan

Kirgistan hat relativ gute Straßen; mit einigen Ausnahmen. Manche Straße ist eher eine löchrige Buckelpiste mit deren Befahrung mit dem Reiserad ist dann sehr anstrengend.

Unser Video auf Youtube:

Piste in den Bergen:    Clip

Der Verkehr in Kirgistan

Der Fahrstil in Kirgistan ist recht derb: man erlebt wenig Seitenabstand beim Überholen, hohe Geschwindigkeit, laute Hupen und waghalsige Überholmanöver. Deshalb gab es manche gefährliche Situation für uns. Insbesondere die Straße zwischen Kara-Balta und Bishkek ist extrem gefährlich. Und natürlich der Verkehr in der Hauptstadt Bishkek.

Fehlende Frontscheiben, völlig überladene Fahrzeuge, Säuglinge ohne Gurtsicherung im Schoß der telefonierenden Mutter am Steuer, 9 Personen im Kleinwagen, … alles ganz normal in Kirgistan.

Unsere Videos auf Youtube:

Straßentunnel in Kirgistan:    Clip

Heutransport in Kirgistan:     Clip

Trampen in Kirgistan

Trampen klappte zum Glück sehr gut in Kirgistan. Es ersparte uns viele Höhenmeter in den Bergen. Wenn eine Weiterfahrt per Fahrrad zu mühsam oder zu gefährlich war (Einbruch der Dunkelheit auf einer Strecke ohne Zivilisation und Wasser), hielten wir den Daumen in die Luft. Und es dauerte nicht lange, da hielt ein LKW und nahm uns mit.

Ein Einheimischer in den Bergen organisierte für uns sogar ohne unsere Anfrage eine Mitnahme im LKW über 140 km Strecke durchs Gebirge. Das ersparte uns die schwierigste Passage unserer Fahrt durchs Land und zwei Pässe (Ala-Bel‘-Pass und Too-Asuu-Pass).

Unsere Tipps zum Trampen, insbesondere auf Radreisen, haben wir in einem eigenen Artikel niedergeschrieben: Tipps zum Trampen

Die Orientierung in Kirgistan

An Gabelungen oder Kreuzungen half die Orientierung per Navi ohne Probleme. Es ist ratsam, eine topografische Karte für die Planung der Tages-Etappen heranzuziehen, wenn man mit Gepäck auf dem Fahrrad durch das Land reist. Sonst gerät man schnell in Versorgungs-Engpässe oder an der falschen Stelle in die Dunkelheit.

Das Klima in Kirgistan

Die extrem unterschiedlichen Landschaften (Täler, Hochgebirge, Ysyk-Kôl-See) sorgen auch für sehr unterschiedliche Klimazonen in Kirgistan. Generell ist das Klima sehr kontinental mit heißem Sommer und sehr kaltem Winter. Die beste Reisezeit ist März bis Oktober. Dabei ist es in Juli und August im Hochgebirge sehr angenehm, im Tal jedoch viel zu heiß.

Die Grenzen in Kirgistan

Kirgistan erlaubt 60 Tage visumsfreien Aufenthalt für Deutsche, Österreicher, Schweizer und Bürger vieler anderer Staaten.

An der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan im Süden von Sary-Tash erfolgt die Abwicklung einfach und unbürokratisch. Die Pässe werden gescannt und man erhält einen Stempel in den Pass. Fertig. Der Grenzposten dort ist auch einer der kleinsten, die wir jemals gesehen haben: eine Schranke und ein Holzverschlag mit Platz für eine Person.

Die Grenzabwicklung am Flughafen in Bishkek verläuft da schon deutlich professioneller. Aber auch hier verlief unser Grenzgang reibungslos und unkompliziert.

Die Bürokratie in Kirgistan

Im Vergleich zu anderen zentralasiatischen Ländern (insbesondere Usbekistan und Turkmenistan) erlebten wir in Kirgistan keine Polizeikontrollen und hatten auch sonst keine Berührungspunkte zu irgendwelchen offiziellen Stellen oder der Polizei. Man lebt dort deutlich freier.

Einkauf in Kirgistan

Beim Einkauf in Kirgistan muss man wachsam sein: nicht selten werden die Preise spontan erhöht, wenn sie merken, dass man Tourist ist.

Viele Möglichkeiten zum Einkauf hat man allerdings nicht, sobald man die Städte verlässt. Selbst in den größeren Dörfern (z.B. Sary-Tash) beschränkt sich das Angebot meist auf 3 oder 4 Mini-Läden mit einem kleinen Sortiment an Grundnahrungsmitteln und dem zentralasiatischen Standard-Repertoire an süßem Konfekt, das wir aber schnell als ungenießbar beurteilt hatten. Die Einheimischen leben hier eher vom Tauschhandel.

In den größeren Städten wie Osh und der Hauptstadt Bishkek findet man dann aber in den großen Supermärkten alles, was man braucht. Daneben sind die Basare eine interessante Alternative. Sie sind Lebensmittelhandel, Baumarkt, Second-Hand-Shop und Infobörse in einem.

Unter dem Obst dominiert die Wassermelone. Sie wird sowohl aus Usbekistan importiert als auch hier in Kirgistan angebaut. Man bekommt als Reiseradler von den Feldarbeitern auch schon einmal eine Wassermelone in die Hand gedrückt.

Die Esskultur in Kirgistan

Auf dem Land sind selbstgebackenes Brot sowie Milch und Butter aus eigener Herstellung sehr gängig und oft die einzigen Nahrungsmittel.

In den Städten oder Dörfern servieren sie Plov, Lagman (das kirgisische Nationalgericht), Bilinski (Pfannkuchen), Suppen, Nudelgerichte, usw. Reis dominiert auf jeden Fall die Speisekarte. Und die heute gebotene Vielfalt an Gerichten ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Kirgisen als Nomaden eher eine einfache Küche und schnelle Zubereitung gewohnt waren.

In größeren Städten ist auch die Straßenküche sehr verbreitet. Dort gibt es leckere Snacks, Fleischspieße, süße Teigwaren und noch vieles mehr.

Es wird sowohl auf dem Boden sitzend gegessen als auch am Tisch. Und man findet auch hier wie in den anderen zentralasiatischen Ländern große Sitzemporen mit Sonnenschutz, wo man sich nach dem Essen üblicherweise noch für eine Weile zum Schlafen hinlegt. Vor allem in der heißen Jahreszeit.

Die Wasserversorgung in Kirgistan

Das Wasser in den Bergen hat nur Trink-Qualität, wenn man sich sicher ist, dass oberhalb der Zapfstelle nicht eine Jurten-Siedlung oder Tierherden verunreinigtes Wasser einleiten.

In den Städten muss man nachfragen, ob es tatsächlich gutes Trinkwasser ist, wenn sich irgendwo etwas abfüllt. Leitungswasser muss gefiltert oder abgekocht werden. Überall gibt es aber auch Trinkwasser in Flaschen zu kaufen.

Die Gesundheit in Kirgistan

Neben den empfohlenen Impfungen ist vor allem auf dem Land die Beachtung der gängigen Regeln der Hygiene wichtig (Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, usw.). In einigen Gebieten des Landes gibt es ein geringes Malaria-Risiko. Und zu bestimmten Jahreszeiten sind die Zecken mancherorts ebenfalls eine Gefahr. Daneben ist Schutz gegen die intensive Sonnenstrahlung sehr wichtig. Vor allem in den höheren Lagen.

Unternimmt man Touren ins Hochgebirge, ist ab einer Höhe von 2000 Metern eine regelrechte Höhenanpassung absolute Pflicht, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Fahrrad-Service in Kirgistan

In den großen Städten findet man einige Bike-Shops. Und neben der russischen Technik bekommt man dort in einigen Shops auch Komponenten für die Fahrräder mit europäischem Standard. Aber es gibt nicht viele große Städte im Land. Da ist Bishkek noch am besten aufgestellt.

Internet in Kirgistan

WiFi findet man nur in den größeren Städten. Die Abdeckung ist allerdings lückenhaft und die Verbindung nicht immer ohne Unterbrechung. Hotels und Hostels sind auf jeden Fall sichere Adressen für gute Verbindungen.

Das Stromnetz ist nicht besonders verlässlich und die Steckdosen völlig veraltet und ausgeleiert. Es gibt immer wieder Unterbrechungen oder Schwankungen im Netz. Einen Adapter für den Anschluss an die Steckdosen benötigt man nur bei Kontaktstiften mit dickem Durchmesser. Deutsche Stecker mit dünnen Kontaktstiften passen.

Das Panorama in Kirgistan

Landschaftlich wird Kirgistan überwiegend von dem gewaltig großen Tien-Shan-Gebirge (die „Himmelsberge“) dominiert. Die höchsten Erhebungen nahe der Grenze zu China messen über 7000 Meter.

Kirgistan bietet somit eine sehr sehenswerte Berglandschaft. Wir haben sie auf unserer Radreise im Süden von Osh und zwischen Tas-Komur und Kara-Balta im Norden des Landes genossen. Auch die Umrundung des Lake Ysyk-Kôl im Norden von Kirgistan lohnt sich. Der See liegt auf 1600 m Höhe und ist der zweitgrößte Gebirgssee der Welt.

Die Kultur in Kirgistan

Die Kirgisen waren lange Zeit ein Nomadenvolk. Sie lebten in Jurten auf dem Lande und nutzten Pferde als Transportmittel. Davon ist viel geblieben: einfache Landwirtschaft und so viele Jurten wie in keinem anderen Land prägen das Landschaftsbild in den Sommermonaten. Und die Pferde sind in den Bergen halt durch keine Straße zu ersetzten.

Das Kunsthandwerk aus Kirgistan hat einen sehr guten Ruf. Und die Farbe „Rot“ ist sehr dominant: in der Landestracht, beim Anstrich der Häuser, im Kunsthandwerk und beim Schmuckwerk in den Jurten.

Man erlebt Gesangs- und Tanzaufführungen, Spiele und Wettkämpfe (Pferderennen, Ringkampf). Dabei spielen die Natur und vor allem die Pferde oft eine zentrale Rolle.

Der Knigge für Kirgistan

Kurze Hosen sind im Süden unerwünscht, im Norden ganz normal. Man erlebt eine grenzenlose Gastfreundlichkeit und wird oft eingeladen. Das Essen spielt dabei immer eine wichtige Rolle, denn Lebensmittel sind den Kirgisen heilig und sie werden mit Gästen geteilt. Als Gast bringt man ein Geschenk mit (Gebäck, Schokolade, Spielzeug, kleine nützliche Dinge). Trinkgeld ist durchaus üblich in Restaurants, aber auch in Hotels.

Ergänzungen zu den Reiseinfos Kirgistan

 

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