Radreisen

Radreisen mit Gepäck sind unser großer Favorit, wenn es bei uns um Urlaub und Reisen geht. Wir unternehmen solche Fahrradtouren seit 1992 und haben auch unseren Nachwuchs sehr frühzeitig im Anhänger oder auf dem Kinderfahrrad mit dabei gehabt.

Um zu verstehen, warum wir ausgerechnet das Fahrrad wählen, im Urlaub freiwillig schweres Gepäck durch die Berge kutschieren und uns bei Wind und Wetter immer wieder körperlich verausgaben können bzw. wollen, schreiben wir hier ein paar Worte über den Charakter und die vielen Vorzüge dieser Art des Reisens:

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Das Fahrrad als Verkehrsmittel

Kein anderes Verkehrsmittel neben dem Fahrrad verkörpert eine so ausgewogene Kombination aus Bewegungsfreiheit, Fitness, Naturnähe, umweltgerechter Mobilität und einem hohen Erlebnispotenzial.

Du spürst das Wetter, riechst die Düfte der Natur, erlebst Anstrengung (Steigung), aber auch unbeschwerten Fahrspaß (Gefälle), fühlst dich bei Hitze wie in einem Cabrio, benötigst kaum Raum für einen Parkplatz, kannst anhalten, wo du willst, benötigst kein Benzin, erzeugst keine Abgase und keinen Lärm,… oh ja, man könnte diese Liste noch weiterführen, so viele gute Merkmale sind mit dem Fahrrad verbunden.

Das Fahrrad ist relativ leicht und handlich und erlaubt somit nahezu barrierefreie Mobilität: Treppen, Aufzüge, schmale Trittpfade, Böschungen, Leitplanken, … all das sind keine wirklichen Hindernisse für ein Fahrrad.

Auch im Service-Bereich ist ein Fahrrad deutlich überschaubarer, einfacher und vor allem preiswerter als motorisierte Verkehrsmittel. Mit ein wenig technischem Verständnis lässt sich vieles am Fahrrad selber reparieren und pflegen. Ersatzteile sind preiswert, der benötigte Werkzeug-Umfang für die wichtigsten Reparaturen meist sehr überschaubar und statt Montagehalle und Hebebühne reicht es, das Fahrrad gleich neben dem Weg auf den Sattel zu stellen.

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Natürlich kommst du mit dem Fahrrad auch schon einmal an Grenzen:

Die Reichweite ist gegenüber den anderen Verkehrsmitteln meistens relativ gering und ist zudem noch abhängig vom Geländeprofil und der Windrichtung. Darüber hinaus kann das Wetter mitunter sehr unangenehm auf einen einwirken, denn man hat schließlich keine Schutzkabine. Zuviel Steigung vergällt einem schnell den Fahrspaß, die Technik erfordert des Öfteren Wartung und Pflege und du hast keinen Sicherheitsgurt und keinen Airbag. Das war es aber auch schon.

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Das Fahrrad als Sportgerät

Fahrradfahren ist gesund. Es hält den Kreislauf fit und beansprucht Muskeln und Gelenke dabei nicht so stark, dass Verschleiß begünstigt würde, solange man nicht im Wettkampfsport radelt oder sich per Mountainbike bis an die Belastungsgrenzen treibt. Radfahren verbindet folglich auf angenehmste Weise die Gesunderhaltung und die Mobilität, sei es im Alltag oder auf Reisen.

Zusätzlich leistet das Fahrrad einen wichtigen Beitrag zum Training von Gleichgewichtssinn und Feinmotorik im menschlichen Körper.

Balance bei geringer Geschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit auf unbefestigten Wegen sowie die Koordination von komplexen Bewegungsabläufen (Anfahren, Anhalten, das Fahren enger Kurven, usw.) halten in dieser Hinsicht alle Sinne fit bis ins hohe Alter.

Christine von „DasFahrradBlog“ bringt die positiven Auswirkungen auf Gehirn, Nerven und Leistungsfähigkeit noch detaillierter zum Ausdruck: Radfahren ist Dünger fürs Gehirn.

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Das Fahrrad als Transportmittel

Das Fahrrad wäre nur halb so wertvoll, wenn es nicht auch den Transport von Lasten erlauben würde. Ob mit Anhänger, Transportboxen oder in Packtaschen, so ziemlich alles lässt sich befördern mit dem Fahrrad, solange es Größe, Gewicht oder die geltenden Vorschriften zulassen. Der Nachwuchs, der Einkauf, Sportgeräte (in Australien radeln die Kids mit dem Surfboard am Fahrrad zum Strand) oder eben auch Ausrüstung für alle möglichen Unternehmungen,… wie zum Beispiel Radreisen.

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Was Radreisen so spannend macht

Die lange Liste der Vorzüge lässt sich natürlich für Radreisen durch andere Länder und Kulturkreise weiter fortsetzen:

  • Ein Reiseradler verkörpert den sanften Tourismus (verursacht keinen Lärm, keinen Dreck, keinen Stau, usw.)
  • kommt mit den Einheimischen so schnell und einfach in Kontakt wie bei keiner anderen Reiseart
  • er hat alles, was er zum Leben (und Reisen) benötigt, immer bei sich (nämlich am Fahrrad)
  • er hält sich durchs Radeln automatisch fit und gesund
  • er erlebt Land und Kultur viel intensiver als motorisierte Reisende.

Radreisen mit Zelt und Kocher sind noch ein Stück spannender: Das Holzfeuer vor dem Zelt, Stockbrot für die Kids, die unbekannten Geräusche, wenn nachts neugierige Tiere ums Zelt streunen, der traumhafte Sonnenaufgang, wenn man morgens das Zelt öffnet,…

Hier schafft das Fahrrad als Fortbewegungsmittel nicht selten auch Barrieren aus dem Weg. Denn so mancher Zelt- oder Übernachtungsplatz ist für den motorisierten Verkehr gesperrt und einem Reiseradler gewährt man schneller ein Notlager an unerlaubten Plätzen als einem motorisierten Reisenden.

Es ist ein erhebendes Gefühl, sich darüber bewusst zu sein, nahezu autark an den schönsten Plätzen ein Lager errichten zu können und abseits von Trubel, Menschenmassen und Hektik in aller Ruhe das wertvollste zu genießen, was wir haben: die Natur.

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Doch auch Radreisen haben Grenzen und Nachteile:

  • Je mehr Gepäckgewicht, desto anstrengender wird die Radreise. Vor allem Berge und Gegenwind zählen hierbei zu den größten Spaßverderbern.
  • Schlechtwetter-Phasen können zu einer echten Belastung werden: Man hat keine Schutzzone wie bei einem Auto und nasse Kleidung oder andere Ausrüstung (Schlafsäcke) lassen sich nur äußerst schwierig trocknen. Gegen Regen und Kälte gibt es zwar entsprechende Schutzkleidung, doch auf Dauer zermürbt es einen schon.
  • Stauraum und Schutz für Lebensmittel in den Packtaschen ist sehr begrenzt. Folglich ist man bei Menge und Auswahl der Lebensmittel eingeschränkt.
  • Weite Strecken durch menschenfeindliches Terrain (Wüste, Steppe oder Pampa) sind monoton, fressen Reisezeit und können auf Dauer zermürben. Insbesondere auf Langstrecken und Langzeit-Radreisen wird man damit konfrontiert.

 

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Deine erste Radreise

Die erste Radreise ist spannend. Ganz gleich, in welchem Land du radelst. Alles ist neu: das Fahren mit Packtaschen und/oder Anhänger, die Zeltplatzsuche, das Kochen im Zelt, die unbekannten Geräusche nachts, die erste große Panne am Fahrrad, der erste heftige Regenschauer, die enorme Beschleunigung bei einer Abfahrt, die staunenden Blicke der Einheimischen, wenn du mit deinem vollbeladenen Gefährt in ihrer Stadt herumkurvst, die unglaubliche Hilfsbereitschaft, die du in fast jedem Reiseland erfährst und dieses unbeschreibliche Gefühl von grenzenloser Freiheit, das dich einnimmt, wenn du durch eine atemberaubende Landschaft fährst und außer dem Gegenwind nur noch das Gezwitscher der Vögel hörst (wenn du ausnahmsweise mal auf einer Straße ohne motorisierten Verkehr radelst).

Mit jedem Tag wächst die Routine im Umgang mit dem Fahrrad, dem Werkzeug, deinem Equipment, deiner Regenkleidung und deiner Tageseinteilung. Doch es wird nicht langweilig. Es warten immer wieder neue Herausforderungen auf dich. Je exotischer das Reiseland und die Kultur des Landes, desto intensiver sind die Erlebnisse und desto wahrscheinlicher sind unplanbare Ereignisse. Das Abenteuer-Potenzial ist bei kaum einer anderen Reiseart ähnlich hoch wie bei Radreisen.

Radreise-Tipps für Einsteiger

 

Unsere Radreisen

Wir haben viele Jahre lang Radreisen in den Nachbarländern unserer Heimat unternommen: Frankreich, Dänemark, Schweden, Schottland, Österreich, usw. Unseren Nachwuchs hatten wir mit dabei, anfangs im Kinderanhänger, später auf dem Kinderfahrrad.

Bretagne per Fahrrad – Unser Reisebericht

Schweden per Fahrrad – Reisebericht

Schottland per Fahrrad – Reisebericht

 

Wir wurden immer mutiger, reizten unsere Möglichkeiten immer weiter aus. So fuhren wir durch tropische Hitze in der Provence, durch die alpine Bergwelt der Dolomiten und bei frostiger Kälte in Belgien im November.

Provence per Fahrrad – Unser Reisebericht

Dolomiten-Höhenstraße per Reiserad – Reisebericht

Belgien per Fahrrad – Unser Reisebericht

 

In 2014 trauten wir uns auf eine Radreise über 7 Monate durch Großbritannien: 8400 km durch England, Wales, Irland und Schottland. Das war quasi eine Generalprobe für ein ganz großes Programm:

Eine Radreise um die Welt, auf der wir all die fernen Länder und exotischen Regionen bereisen wollten, für die uns ein 3-wöchiger Jahresurlaub immer zu kurz und die Anreisekosten zu hoch waren. Auf genau dieser Radreise befanden wir uns von 2015 – 2020. Leider zwang uns die Corona-Pandemie hier zum Abbruch.

Radreise durch Großbritannien und Irland

Der Plan für unsere Radreise um die Welt

 

Auf dieser Weltreise führte unser Weg von Deutschland über Balkan, Kaukasus, Zentralasien und Südostasien nach Australien und Neuseeland, dann weiter über Südamerika bis nach Mexiko. Insgesamt durften wir auf dieser Radreise 37 Länder erleben und radelten über 37.000 km und über 250.000 Höhenmeter.

 

Unsere Erlebnisse auf den Radreisen

Wir radelten durch Schnee und Eis, durch tropische Hitze, bei Starkregen, durch Wüste, auf übelster Schotterpiste, in 4600 m Höhe und durch die ärmsten Länder der Welt.

Wir erlebten scharfe, schikanöse Grenzkontrollen, viel Bürokratie, abenteuerliche Visa-Beschaffung, giftige Tiere neben unseren Packtaschen, wurden beraubt, von der Polizei festgenommen, wurden in einige Unfälle verwickelt, sind mehrfach knapp mit dem Leben davon gekommen, haben mit tropischen Krankheiten gekämpft und haben beinahe unsere Tasche mit allen Wertsachen verloren.

Wir erlebten Höhen und Tiefen, Frustration und Triumpf, ergreifende Momente, Abenteuer, kuriose Geschichten und Überraschungen. Wir lernten Menschen anderer Kulturen kennen, haben neue Freunde gewonnen und eine grenzenlose Herzlichkeit empfangen.

Es sind allesamt unvergessliche Erlebnisse. Sie haben uns gestärkt und unseren Horizont erweitert. Sie haben unser Leben bereichert. Wir bereuen keine einzige dieser Reisen, keinen einzigen Moment.

Unsere Erfahrung zu Radreisen

Wir haben Erfahrung gesammelt im Umgang mit Reiserad, sämtlicher Ausrüstung, dem Zelten, der Routenplanung und der Tourenvorbereitung. Wir haben immer wieder neues Equipment getestet und an unserer Reiseorganisation geschliffen. Wir haben unser eigenes Fahrrad-Werkzeug in Leichtbauweise selber erstellt, uns in die Wartung und Reparatur der Fahrräder eingearbeitet (bis hin zum Einspeichen) und haben aus Misserfolgen gelernt.

Mit jedem Land und jeder Panne wächst unsere Erfahrung zum Thema Radreisen. Daraus schöpfen wir, wenn wir auf diesem Blog schreiben. So wächst in den einzelnen Rubriken kontinuierlich ein Wissenspool zu allen relevanten Themen, die eine Radreise berührt.

Natürlich haben unsere Erfahrung und unser Wissen Lücken. Doch dafür gibt es zwei hervorragende Bücher. Alles, was du auf unserem Blog zu Fahrrad-Technik und Radreisen also „nicht“ findest, kannst du in den folgenden Werken nachlesen:

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