Reiseinfos Kolumbien

Diese Reiseinfos Kolumbien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise über mehrere Kontinente. Wir waren dort in Januar 2020 unterwegs. Dabei sind wir, von Tulcan in Ecuador kommend, durch die Anden über Ipiales, Pasto, Popayan, Cali, Armenia und La Linea bis nach Bogotá gefahren.

Unsere Reiseinfos Kolumbien:

Die Bausubstanz in Kolumbien

Der Baustil ist einfach gehalten. Wände sind selten verputzt, Dächer bestehen manchmal nur aus einer Lage Wellblech. Wärmedämmung braucht man nicht und eine heiße Dusche ist nicht Standard. In den Bergen baut man bis steil in den Berghang hinauf.

Das Gefälle zwischen reich und arm ist sehr ausgeprägt und spiegelt sich in der Wohnqualität wider.

Die Toiletten in Kolumbien

Die Toiletten funktionieren und sind meist in gutem Zustand. Lediglich die Kabinen sind oft viel zu klein dimensioniert. Überhaupt scheint die Berücksichtigung der Ergonomie in Architektur und Gebäudeeinrichtung eher unüblich in Kolumbien.

Zelten in Kolumbien

Es wird empfohlen, außerhalb der Ortschaften die befestigten Straßen möglichst nicht zu verlassen. Die Gefahr, auf eine Landmine zu treten, ist sehr hoch. Man hat zwar schon mit der Räumung begonnen, doch selbst nach dem offiziell angekündigten Abschluss der Dekontamination (geplant für 2022) ist Vorsicht gesünder.

Vor diesem Hintergrund ist das Zelten abseits der Wege und Straßen keine gute Idee.

Radeln in Kolumbien

Auf Fahrten in der nächtlichen Dunkelheit solltest du weitgehend verzichten. Die Gefahr, Opfer krimineller Energie zu werden, ist zu groß. Besonders kritisch sind wohl Straßensperren, die von der Guerilla oder den Paramilitärs immer wieder organisiert werden. Hier wird man leicht zum Entführungsopfer und verliert Geld, Kamera oder andere Wertgegenstände. Sie erpressen dann auch gerne die PIN der Kreditkarte.

Die Wege durch die Anden sind sehr mühsam. Hier erwarten dich viele Anstiege, oftmals sogar echte Passstraßen bis in Wolkenhöhe. Der schlimmste Pass in dieser Hinsicht ist sicher La Linea zwischen den Städten Armenia und Ibagué. Hier geht es auf 24 km Strecke um 2400 Meter hoch.

Wegen der schmalen Fahrbahn ohne Seitenstreifen und der vielen engen Kurven samt fehlender Übersichtlichkeit sind viele Straßen zudem auch sehr gefährlich, denn der Verkehr nimmt nur selten Rücksicht.

Unsere Tipps für Radreisen in Kolumbien.

Kommunikation in Kolumbien

In Kolumbien wird spanisch gesprochen, wie in den meisten anderen südamerikanischen Ländern auch. Englisch ist nicht sehr weit verbreitet. Du solltest also mindestens ein kleines Basiswissen in Spanisch mitbringen.

Die Religion in Kolumbien

Die christlichen Religionen dominieren in Kolumbien. Das hat der Kolonialismus mit sich gebracht. So findest du in den Städten auch eine Fülle sakraler Bauwerke der Christen. Per Gesetz ist allerdings Religionsfreiheit garantiert.

Sicherheit in Kolumbien

Nach 50 Jahren blutiger Konflikte zwischen Guerilla, Paramilitärs und der Regierung garantierte der Friedensvertrag von 2016 eine deutliche Verbesserung der Sicherheitslage in Kolumbien. Doch schon im September 2019 wurde diese Waffenruhe von Teilen der Guerilla wieder aufgekündigt.

Das Auswärtige Amt rät zur Vorsicht und listet die gefährlichen Regionen sehr detailliert auf.
Aber auch zwischen 2016 und September 2019 gab es immer wieder terroristische Anschläge und blutige Auseinandersetzungen.

In der Regel waren Touristen und touristische Objekte allerdings nie Ziel dieser Auseinandersetzungen.

Abseits der Straßen und befestigten Wege ist es gefährlich, solange die vielen Landminen noch nicht geräumt sind.

Aus diesem Gesamtbild heraus ist es schwierig, die reale Gefahr für Touristen korrekt einzuschätzen.

Neben der für Südamerika üblichen Kleinkriminalität ist in Kolumbien darüber hinaus weitere Vorsicht geboten: K.o.-Tropfen, Missbrauch von Touristen als Drogenschmuggler, Erpressung von Kreditkarte und Pin, Lockangebote mit kriminellen Absichten und vieles mehr zwingt zu extrem hoher Aufmerksamkeit. Hier wird selbst die normale Straßenküche zum Risiko.

Auch beim Fotografieren und Filmen ist Aufmerksamkeit gefragt: das Ablichten von militärischen Einrichtungen, in der Nähe der Grenzen und vor allem das versehentliche Fotografieren von illegalen Geschäften auf offener Straße können zu unangenehmen Konfliktsituationen führen.

Die Tierwelt in Kolumbien

In den Anden erlebten wir Papageien, wunderschöne Schmetterlinge und Geckos. Im Amazonas-Tiefland geht es deutlich gefährlicher zu: hier triffst du auf Piranhas, Krokodile, gefährliche Schlangen, Spinnen und natürlich eine Vielzahl von Insekten, die gerne Tropen-Krankheiten übertragen.

Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen.

Die Straßen in Kolumbien

Im Ganzen betrachtet hat Kolumbien gute Straßen. Dabei sind Zustand und Qualität der Asphaltdecke außerhalb der Städte deutlich besser als in den Städten.

Typisch für die Anden sind die vielen, steilen Straßen. Oft geht es pausenlos rauf und runter ohne ein einziges Stück ebene Straße.

Ungewöhnlich viel zersplittertes Glas säumt den Fahrbahnrand. Da ist höchste Aufmerksamkeit erforderlich, wenn du per Fahrrad unterwegs bist. Mindestens ein Plattfuß ging auch prompt auf das Konto dieser Glassplitter.

Der Verkehr in Kolumbien

Es gibt unglaublich viele Motorroller und Motorradfahrer in Kolumbien. Das erinnerte an asiatische Verhältnisse und ist für Südamerika eher unüblich.

Pickups sind in Kolumbien seltener vertreten als in den meisten anderen Ländern. Das erschwerte uns das Trampen merklich auf unserer Radreise. Denn mit Pickups klappt die Mitnahme von Fahrrädern samt Gepäck am einfachsten.

Taxis, Kleinbusse und Überlandbusse organisieren den öffentlichen Nahverkehr. Und deren Fahrstil ist brandgefährlich für Radfahrer. Sie halten nur wenige cm Seitenabstand beim Überholen.

In den Städten geht es sehr chaotisch zu. An vielen Kreuzungen erkämpft man sich die Vorfahrt. Hier werden Ampeln auch gerne nur als Empfehlung betrachtet. Auf den Überlandstraßen hält nicht jeder Autofahrer Seitenabstand beim Überholen. Und sie schneiden gerne unübersichtliche Kurven. Wir erlebten da so einige gefährliche Situationen.

Trampen in Kolumbien

Im Rahmen der Aufforderung zu erhöhter Wachsamkeit und Vorsicht ist das Trampen für beide Seiten keine gute Idee. Aber wenn man laut der Angaben vom Auswärtigen Amt sogar bei der Nutzung der offiziellen Taxis mit Entführung und Erpressung rechnen muss, erschien uns das Trampen eher als die sichere Variante, um Kolumbien auf sicherem Weg und vor allem zügig zu durchqueren.

Wir haben uns die Fahrer bzw. Insassen immer sehr genau angesehen und machten ausschließlich positive Erfahrungen. Wir möchten sogar behaupten, dass die Reise per Trampen eine sehr sichere Reiseart in Kolumbien ist.

Viele Flüchtlinge aus Venezuela trifft man entlang der Straßen. Kolumbien lässt sie als einziges Land in Südamerika sogar ohne Papiere ins Land. Sie sind ebenfalls oft per Anhalter unterwegs. Die Kolumbianer sind allerdings nicht gut auf sie zu sprechen. Es gibt wohl viel Ärger. Demzufolge ist das Trampen in Regionen mit vielen Venezolanern unmöglich, denn hier hält grundsätzlich der Sicherheit halber niemand. Wirklich niemand!

Orientierung in Kolumbien

Die Offline-Karte von OSM ist für Kolumbien außerhalb großer Städte etwas mager ausgestattet. Aber die Navigation war dennoch kein Problem. Ab und zu gab es Probleme mit dem GPS-Signal. So tappten wir an einigen Tagen für mehrere Stunden im Dunkeln.

Unsere Tipps zu Navigation und Logger per Handy

Das Klima in Kolumbien

Es sind in Kolumbien weniger die Jahreszeiten, sondern eher die unterschiedlichen Regionen, die sich einem bestimmten Klima zuordnen lassen. So musst du in einigen Gebieten der Anden in den beiden Regenzeiten mit sehr viel Niederschlag rechnen. Hier sind Juli, August und Dezember bis März die trockensten Monate.

Die Grenzen in Kolumbien

Am Grenzübergang Rumichaca erfolgt die Abfertigung relativ schnell und ohne große Warteschlangen. Allerdings behandeln die verschiedenen Beamten die Reisenden nicht in allen Punkten gleich: Annett musste unsere Zieladresse in Bogotá angeben, wogegen das bei mir kein Thema war. Ein Flugticket für die Ausreise wollten sie aber generell nicht sehen, obwohl es so im Internet zu lesen ist.

Bürokratie in Kolumbien

Als Touristen hatten wir keine bürokratischen Hürden bemerkt. Die Polizei ist stets freundlich und hilfsbereit. Die Grenzabwicklung ist einfach und schnell erledigt.

Einkauf in Kolumbien

Neben unzähligen kleinen Läden und wenigen großen Supermärkten gibt es eine Straßenküche wie in vielen anderen südamerikanischen Ländern.

Besondere Spezialitäten: Bunuelo, Empanada de Mantar, Arepa, Zuckerrohrsaft und jede Menge tropischer Früchte.

Unser Video auf Youtube: Zuckerrohrpresse aus Holz

 

Spiritus für den Campingkocher ist sehr schwierig zu beschaffen. In der Farmacia und den Supermärkten findest du lediglich 70 %-igen Desinfektions-Alkohol, der aber einen sehr schlechten Brennwert hat. Suche nach „alcohol indistrial“ im Chemikalienhandel.

Bevor du Kolumbien wieder verlässt, solltest du deine restlichen kolumbianischen Peso noch in US-Dollar umtauschen. Der Umtauschverlust ist hierbei sehr gering und du entgehst so der Gefahr, dass keiner die kolumbianischen Scheine haben will, nachdem du das Land verlassen hast.

Die Wasserversorgung in Kolumbien

Das Leitungswasser ist meist nicht genießbar. Und wenn doch, dann schmeckt und riecht es immer nach Brackwasser. Auch das Abkochen ändert daran nichts, selbst wenn das Wasser dann genießbar ist. Hinterfrage sehr gewissenhaft die Unbedenklichkeit des Wassers, bevor du irgendwo deine Flaschen auffüllst.

In öffentlichen Einrichtungen findest du häufiger Trinkwasserspender und großen Kartuschen. Im Zweifel filtere das Wasser oder koche es ab. In den Hochlagen der Anden ist das Abkochen allerdings nur eingeschränkt zu empfehlen, denn in Höhen von 4000 Metern kocht Wasser schon bei 86 °C. Da überleben manche Krankheitserreger im Wasser.

Unsere Tipps zu Outdoor Wasserfiltern für Reisen.

Gesundheit in Kolumbien

Kolumbien liegt nahe am Äquator und weist in den tieferen Lagen somit tropisches Klima auf. Infolgedessen ist dort ganzjährig der Schutz vor den üblichen Tropenkrankheiten erforderlich.

Des Weiteren gelten die Empfehlungen zur Hygiene im Umgang mit Speisen und Getränken. Insbesondere bei der Beschaffung von Trinkwasser ist Vorsicht geboten (siehe oben).

In vielen Ländern Südamerikas ist in zweifelhaften Unterkünften auch mit Infektionen durch Raubwanzen zu rechnen: Trypanosomiasis.

Telefonie und Internet in Kolumbien

Wir erlebten nur selten Stromausfall. Aber wenn, dann blieb der Strom über Stunden weg.

Außerhalb der Städte und Ballungsräume ist das Funknetz sehr lückenhaft. Auf dem Lande wirst du folglich auf Telefonie und Internet verzichten müssen. Das ist vor allem im Hinblick auf deine Sicherheit und Notfallsituationen ein Risiko.

Für Unternehmungen in größeren Nationalparks wird daher sogar die Mitnahme eines Satellitentelefons empfohlen.

Das Panorama in Kolumbien

Die drei Gebirgsketten der Anden dominieren weite Teile des Landes. Zu den Küsten hin wird es flacher, mit Ausnahmen. Auch das Amazonas-Tiefland im Osten Kolumbiens ist flach, sowie mit dichtem Regenwald bedeckt.

Die Kultur in Kolumbien

In der Silvesternacht werden Lumpenpuppen verbrannt. Das hatten wir in Ecuador erstmalig kennengelernt und an den vielen Aschehaufen entlang der Straßen in Kolumbien wiedererkannt.

Und vom 02.01. bis zum 05.01. feiert man in Kolumbien Karneval. Dann ziehen Umzüge durch die Stadt und du erlebst eine unglaubliche Vielfalt an Tanzgruppen. Kamelle sind hierbei eher unüblich. Aber Straßenschlachten mit Seifenschaum aus den Espuma Carnaval und weißem Talkumpuder haben Hochkonjunktur. Als Außenstehender gerät man da auch selber schnell einmal zwischen die Gefechtspartner und bekommt eine volle Ladung Seifenschaum aus der Sprühflasche ab. Uns erwischte es gleich dreimal, wenn wir danach auch deutlich harmloser aussahen als manch einer der Anwohner.

Unsere Videos auf Youtube:

Karneval in Kolumbien – Schaumparty Karneval in Kolumbien – Espuma Carnaval Karneval in Kolumbien – Espuma Carnaval

 

Kaffee wird meistens stark gesüßt getrunken. Wenn du deinen Kaffee lieber ohne Zucker trinkst, solltest du das schon vor der Zubereitung zum Ausdruck bringen. Du bekommst ihn sonst schon fertig gesüßt in die Hand gedrückt.

Der Knigge für Kolumbien

Gute Kleidung wird gerne gesehen. Vor dem Fotografieren indigener Personen solltest du um Erlaubnis fragen. Oft ist es aus religiösen Gründen nicht gewollt oder wird nur gegen Bezahlung akzeptiert.

Die Sehenswürdigkeiten in Kolumbien

Viele sehenswerte Bauwerke, Vulkane, die Anden, die tropische Botanik, der Zugang zu Pazifik und Karibik und das Amazonas-Tiefland sind sicher die größten Highlights.

 

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