Die Mangrovenbäume in Australien

An vielen Küsten in Australien findet man sie im Uferbereich und in der Umgebung der vielen Flussmündungen: Mangrovenbäume. Wir haben sie auf unserer Radreise insbesondere an der Küste von New South Wales erlebt. Was macht dieses Ökosystem „Mangrove“ so reizvoll?

Die Lebensbedingungen der Mangrovenbäume

Australiens Küsten bieten ideale Lebensbedingungen für den Mangrovenbaum: tropisches oder subtropisches Klima mit Wassertemperaturen nie unter 20 °C, Gezeitenstrom, salziges Brackwasser, flacher Wasserstand und sauerstoffarme Böden. Vor allem die großen Flussmündungen an der Küste (Ästuare) bieten diese Bedingungen.

Die Mangrovenbäume haben sich perfekt an diesen Lebensraum zwischen Wasser und Land angepasst. Sie haben die Fähigkeit, das Salz bei der Wasseraufnahme weitgehend abzufangen und scheiden überflüssiges Salz über die Blätter oder Salzdrüsen wieder aus. Ihre überirdischen Atemwurzeln (Pneumatophore) nehmen über Lentizellen den Sauerstoff aus der Luft auf und leiten ihn an das Wurzelwerk im sauerstoffarmen Boden weiter.

Je nach Klima und Rahmenbedingungen gedeihen unterschiedliche Arten in den verschiedenen Küstenzonen und Staaten des Kontinents. Insgesamt findet man hier über die Hälfte der weltweit bekannten Mangrovenarten.

Die Tierwelt in den Mangrovenwäldern

Die Mangrovenwälder bilden auch einen besonderen Lebensraum für viele Tiere. Krabben, Garnelen, Fische, Schnecken, unzählige Vogelarten und einige Reptilien nutzen Mangrovenwälder als Brutplatz, Nahrungsquelle und Lebensraum. In vielen Mangrovenwäldern kann man von Hochwegen aus diese Tierwelt im seichten Wasser beobachten.

Oft führen Hochwege aus Holz über die Wasserflächen und durch die Mangrovenbestände, um dem Besucher diese Naturlandschaft zugänglich zu machen. An mancher Stelle findet man auch Sichtschutzwände mit Luken, die eine Vogelbeobachtung aus nächster Nähe ermöglichen.

Mangrovenbäume sind nützlich

Sie verhindern die Erosion im Bereich der Flussmündungen und schützen die Küsten vor Sturmfluten. Denn mit ihrem ausgedehnten Wurzelwerk (die Wurzelsysteme benachbarter Bäume sind unterirdisch miteinander vernetzt) und insbesondere durch ihre Atemwurzeln (Pneumatophore) schwächen sie die Wellenenergie der Brandung ab und verhindern Bodenabtragung. Daneben speichern sie das klimaschädliche Kohlendioxid.

Mangrovenbäume sind gefährdet

Die Mangrovenwälder sind ein sensibles Ökosystem, das einigen Bedrohungen ausgesetzt ist: Verschleppung von Schwermetallen, Öl, Abwässer und Düngemitteln über die Flüsse, Siedlungsbau und die Erschließung für den Tourismus. Auch unter der Garnelenzucht leiden die Bestände.

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Garnelenzucht:    Clip

Doch wirklich dramatisch reagieren Mangroven auf klimatische Veränderungen. Das sah man 2016 am Golf von Carpentaria an der Nordküste Australiens. Dort sind in kürzester Zeit ca. 7.000 Hektar Mangrovenwald abgestorben; verursacht durch den Klimawandel (zu wenig Niederschlag, zu hohe Wassertemperaturen).

Australien beherbergt nach Indonesien und Brasilien weltweit die drittgrößte Fläche an Mangroven. Das könnte sich schnell ändern, wenn der Klimawandel weiter so ungebremst fortschreitet.

Man stellt die Mangrovenbestände in Form von Nationalparks oder Naturreservaten unter Schutz, wo immer das machbar ist (große Bestände in Australien befinden sich auf Privatland). Doch dem Klimawandel haben sie wenig entgegenzusetzen.

Besondere Mangrovenwälder entlang unserer Radroute

Auf unserer Radreise entlang der Ostküste Australiens von Brisbane bis Sydney erlebt man fast täglich Mangroven. Doch ein Ort blieb uns besonders in Erinnerung: Urunga.

In Urunga findet man ausgedehnte Mangrovenwälder im Mündungsgebiet der beiden Flüsse Kalang River und Bellinger River (Urunga Lagoon). Über einen 2 km langen Hochweg aus Holz kann man weit in die Mangrovenbestände vordringen (Bellinger Heads State Park) und aus der Vogelperspektive die Tierwelt beobachten.

Des Weiteren führt eine ruhige Straße flussauf am Bellinger River entlang und gibt auf den ersten 10 km den Blick frei auf ausgedehnte Mangrovenwälder und viel Sumpflandschaft.

Unsere Radreise durch Australien

Wir haben die Mangrovenwälder auf unserer Radreise durch Australien erlebt. In unseren Reiseberichten über Australien haben wir noch viele weitere Sehenswürdigkeiten und Natur-Besonderheiten beschrieben.

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