Das Wasserkraftwerk Itaipu Binacional

In Südamerika teilen sich Paraguay und Brasilien ein Bauwerk, das vor Superlativen und Rekorden nur so strotzt: das Wasserkraftwerk Itaipu Binacional. Wir haben dieses Kraftwerk im Rahmen unserer großen Radreise besichtigt.

GPS-Koordinaten: -25.4081,-54.5904

Unser Bericht:

Wo befindet sich das Itaipu Wasserkraftwerk ?

Das Wasserkraftwerk befindet sich ca. 20 km nördlich der brasilianischen Stadt Foz do Iguaçu bzw. der paraguayischen Stadt Ciudad del Este im Bereich der Grenze zwischen den beiden Ländern Brasilien und Paraguay. Es nutzt die Wasserenergie des Rio Paraná und besteht aus einer Staumauer und einem Kraftwerk mit 20 Turbinen.

Die Entstehungsgeschichte vom Wasserkraftwerk Itaipu

  • 1960: Erste Planungen und politische Verhandlungen
  • 1974: Start der Bauphase
  • 1984: Die erste Turbine geht in Betrieb
  • 1991: 18 Turbinen sind in Betrieb
  • 2007: Offizieller Bauabschluss mit insgesamt 20 Turbinen

Seit 2008 bemüht man sich darum, immer wieder neue Rekorde bei der Stromgewinnung aufzustellen. In 2008 waren es 94,6 Mio MWh, in 2016 waren es 103 Mio MWh.

Der Name Itaipú bedeutet in guaranischer Sprache: „der Stein, welcher singt“ (Ita i pú).

Die Finanzierung der Anlage stemmte Brasilien. Paraguay bezahlt seinen Investitionsanteil über die Jahre der Nutzung quasi durch den Export des überschüssigen Stromes nach Brasilien.

Das Loge des Itaipu Binacional wurde unter Verwendung der Flaggenfarben beider Länder gestaltet.

Die technischen Daten vom Wasserkraftwerk Itaipu

In Größe und Leistungsabgabe ist es eines der größten Wasserkraftwerke der Erde.

  • 14.000 MW Leistung bei 18 Turbinen in Betrieb, 2 weitere Turbinen dienen als Standby für Wartungsarbeiten
  • Die Turbinenhalle ist 1 km lang und 100 m breit
  • Das Wasserkraftwerk deckte (Stand 2017) in Paraguay 90 % und in Brasilien 15 % des Stromverbrauchs
  • Der Itaipu Stausee misst 170 km Länge und 7-12 km Breite
  • Die Staumauer ist fast 8 km lang und misst 196 m Höhe

Aber es gibt auch einige traurige Fakten:

  • 40.000 Menschen mussten umgesiedelt werden
  • 145 Arbeiter kamen während der Bauphase ums Leben
  • durch die Flutung des Staubeckens gingen die Sete Quedas Wasserfälle bei Guaira verloren.

Besucherzentrum und Besichtigungsumfang

Beide Länder, Brasilien und Paraguay, bieten ein Besichtigungsprogramm.

  • Eine Besichtigung von Kraftwerk und Staumauer von außen (per Bus wird man an mehreren Stationen vorbeigeführt)
  • Eine Lichtershow mit Musik in den Abendstunden (nur freitags und samstags)
  • Eine Führung durch das Innenleben des Kraftwerks (in Begleitung eines Führers durchläuft man die unterschiedlichen Bereiche im Inneren des Kraftwerks und der Staumauer)

Auf brasilianischer Seite verlangen sie relativ hohe Eintrittsgelder:
Außenführung: 38 Realis (2018), Innenführung: 82 Realis (2018).

Auf paraguayischer Seite sind die Besichtigungen kostenlos. Das ist bemerkenswert vor der Tatsache, dass die Führungen von beiden Ländern inhaltlich gleich sind.

Auf paraguayischer Seite muss man sich für die Innenführung in der Regel 1 Woche im Voraus auf deren Website anmelden. Unser Gastgeber in Ciudad del Este half da per Telefon ein wenig nach. So erhielten wir nach 3 Tagen einen Termin für unsere Innenführung.

Wir haben an allen 3 Führungen teilgenommen (die Außenführung auf brasilianischer Seite) und waren sehr beeindruckt von den gewaltigen Ausmaßen der Anlage.

Die Außenführung

Unser Youtube-Video: das Itaipu Wasserkraftwerk

 

Unser Youtube-Video: eine der 20 Turbinen

 

Unser Youtube-Video: der Wasserablass-Kanal

 

Die Innenführung

Die Lightshow

Unser Youtube-Video: die Lightshow (1)

 

Unser Youtube-Video: die Lightshow (2)

 

Die Außenanlagen

Staumauer und Wasserkraftwerk sind umgeben von gepflegten Gärten und altem Baumbestand. Man hat sich mit der Gestaltung des gesamten Territoriums sehr viel Mühe gegeben. Das betrifft auch die gesamte Infrastruktur in der Anlage. Es gibt sogar Radwege.

Unser Youtube-Video: Wasserspiel am Itaipu Wasserkraftwerk

 

 

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