Blog erstellen – Schritt 1 – Planung deiner Website

In diesem Beitrag geht es um die Planung deiner Website und um all die kritischen Fragen, die du dir selber im Vorfeld stellen solltest.

Ganz gleich, ob du ein Reiseblog, ein Food-Blog, einen Web-Shop oder was auch immer starten willst: der Aufbau und das Betreiben einer Website ist mit viel Arbeit und Hingabe verbunden und sollte daher gut überlegt sein. Wenn du dir im Vorfeld selber einige kritische Fragen stellst, setzt du dich zwangsläufig deutlich intensiver mit diesem Thema auseinander. Und das ist sehr wichtig.

Doch zunächst einmal eine Gegenüberstellung der Begriffe, die häufig Verwendung finden, wenn es um einen Internet-Auftritt geht. Das ist sinnvoll, damit erst gar keine Verwirrung mit der Terminologie entsteht bei deiner Recherche im Netz:

Website, Webseite, Homepage oder Blog – was ist was?

  • Website: der „Ort“ einer ganzen Internet-Präsenz (Site = Ort)
  • Webseite: eine einzelne Internetseite (z.B. ein Artikel, eine Shop-Seite, usw.)
  • Homepage: nicht eindeutig (kann die Startseite einer Website oder eine einseitige Website meinen)
  • Blog: das Web-Log (Web-Logbuch); war ursprünglich ein chronologisches Tagebuch, wird heute aber sehr breit verwendet für aktuelle Neuigkeiten, Veröffentlichungen über Fachthemen, usw. Das Blog ist also eine spezielle Ausprägungsform der Website, ebenso wie ein „Webshop“ eine andere Ausprägung darstellt.

Kritische Fragen bei der Planung deiner Website

Bevor du mit dem Aufbau eines Blogs startest, solltest du dir im Rahmen der Planung deiner Website einige kritische Fragen stellen. Das schärft dein Bewusstsein für die thematische Ausrichtung deines Blogs und hält dich bei all deiner Euphorie auf dem Boden der Realität.

Deine Ziele – warum willst du ein Blog erstellen?

Um es direkt vorweg zu sagen: der Aufbau einer Website kann ein großes, sehr umfangreiches Projekt werden, dessen Aufwand man leicht unterschätzt. Das gilt vor allem für diejenigen, die als Seiteneinsteiger ohne einschlägiges Wissen in Webdesign oder Informatik ein Blog erstellen wollen.

Aber auch die fortlaufende Pflege der etablierten Website bindet Kapazitäten. Das bringt die nach wie vor rasante Entwicklung des Internets in all seinen Facetten nun mal so mit sich. Das solltest du bedenken und direkt zu Beginn in deine Überlegungen mit einfließen lassen.

Doch wenn du ein großes Ziel verfolgst und leidenschaftlich über dein Fachgebiet schreiben kannst, dann sollte es den Einsatz und die Opfer wert sein. Dann solltest du mit der Planung deiner Website fortfahren.

Mit einem Blog das schnelle Geld zu verdienen, ist in diesem Zusammenhang allerdings das schlechteste Motiv. Denn eine Monetarisierung setzt eine ausreichend große Bekanntheit der Website und in der Regel hohe Besucherzahlen voraus. Beides muss man sich mit viel Fleiß und Durchhaltevermögen erarbeiten.

Definiere für dich selbst die Ziele, die du mit deinem Blog verfolgst. Soll es ein Hobby werden oder willst du damit Geld verdienen? Willst du Produkte oder Diesntleistungen verkaufen? Ist es als Nebenverdienst oder Haupterwerbsquelle gedacht? Soll es eine Kommunikations-Plattform werden, z.B. ein Forum, ein Blog über Reisen oder Hobbys oder lediglich eine Visitenkarte für deine Marke?

Je konkreter du dir Gedanken über deine Ziele machst, desto klarer wird der Weg.
Halte diese Ziele schriftlich fest und in Gedanken immer vor Augen, wenn du an deinem Blog arbeitest.

Inhalt und Funktionalität – was ist geplant?

Ebenfalls sinnvoll ist zu Beginn die Überlegung, welche Elemente und Inhalte auf der Website geplant sind:

  • Kommen Medien zum Einsatz? (Fotos, Videos, PDFs, Grafiken, usw.)
  • Ist die Kommunikation mit den Kunden / Besuchern geplant? (Kommentarfunktion, Bewertung, Feedback, Forum, Newsletter, usw.)
  • Ist ein Account anzubieten?
  • Müssen Bezahlfunktionen eingebaut werden?

Je konkreter der angedachte Inhalt feststeht, desto genauer lässt sich der Aufwand für den Aufbau der Website abschätzen. Dabei lohnt es sich auch, jedes Element einmal kritisch zu hinterfragen. Brauche ich das wirklich? Wie groß ist der Nutzen am Ende? Lohnt sich der Aufwand und ggf. die Kosten? Wie sind die Erfahrungen anderer Blogger?

Jede zusätzliche Funktionalität bläht die Website weiter auf, macht sie schwerfälliger, anfälliger für Fehler und die Auslieferung der Seiten unter Umständen langsamer. Es bleibt auch niemals nur beim Aufbau der Website, sondern es ist dauerhaft Pflege erforderlich: Inhalte müssen aktualisiert werden, Plugins müssen ggf. ausgewechselt werden, es gibt neue gesetzliche Rahmenbedingungen (z. B. eine DSGVO oder eine ePrivacy-VO), usw.

Auf angedachte Medien (Fotos, Videos, usw.) solltest du besonderes Augenmerk legen. Deren Beschaffung kann Zeit und organisatorischen Aufwand nach sich ziehen. Das ist nicht zu unterschätzen. Ideal ist es, wenn die geplanten Medien schon vor dem Start der Texterstellung zur Verfügung stehen. Das reduziert das Risiko zeitlicher Verzögerungen.

Die Zielgruppe – wer sind deine Leser?

Für wen willst du das Blog erstellen? Wie alt werden die Besucher deiner Website sein? Wie darfst du sie ansprechen? Mit „du“ oder „sie“? Welche Interessen haben sie? Welche Inhalte werden gut ranken? Werden Bilder oder andere Medien erwartet oder nur Text? Welchen Mehrwert bieten deine Inhalte den zukünftigen Besuchern deines Blogs? Was wird sie begeistern? Je genauer du deine Zielgruppe kennst, desto präziser kannst du sie mit Inhalten bedienen.

Aber es bleibt nicht nur bei den Inhalten. Welches Design wird deine Kunden ansprechen? Soll es eher ruhig und konservativ aussehen oder eher flippig und frisch? Der gesamte Web-Auftritt muß in seiner Gestaltung sehr genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sein, sonst verfehlt das Design seinen Zweck.

Das gilt dann auch für die Struktur der Inhalte: Wie soll das Menü aussehen? Wieviele Kategorien sind angedacht? Wieviele Unterebenen sind im Menü geplant? Erstelle dein Menü mit allen geplanten Inhalten und betrachte es aus der Perspektive deiner Zielgruppe. Ist es verständlich? Findet der User alles da, wo er es vermutet?

Schau dir auch die Websites der Konkurrenz an. Wie wirken deren Seiten auf dich aus Sicht deiner Zielgruppe? Was kannst du besser machen als sie?

Der Blog-Titel – wie soll die Domain heißen?

Welchen Namen soll dein Blog haben? Hast du schon eine Marke oder soll das Blog eine Marke werden? Idela wäre eine Kombination aus einem Keyword und deiner Marke. Der Domainname sollte nicht zu lang sein und vor allem tippsicher. Und wenn die Website international Verwendung finden soll, bieten sich Begriffe an, die international verständlich sind.

Welche Top-Level-Domain (.de / .com / .shop / …) kommt in Frage? Ist die Wunsch-URL vielleicht schon durch einen anderen belegt? Du kannst per Online-Tool testen, ob deine Wunschdomain noch frei ist. Wenn nicht, musst du dir einen anderen Namen überlegen. Auch das gehört zur Planung deiner Website.

Die Wettbewerbs-Analyse

Lohnt es sich überhaupt, zu deinem Thema ein Blog zu starten? Oder ist die Konkurrenz so erschlagend groß und weit fortgeschritten, dass du dir die Arbeit sparen kannst? Vielleicht gibt es ja eine Nische in deinem Themenbereich, die noch relativ unbesetzt ist. Aber die musst du erst einmal finden.

An dieser Stelle hilft eine Analyse des Wettbewerbs, mit dem man im Netz konfrontiert wird und gegen den man sich letztendlich erfolgreich durchsetzen muss.

Dieser Schritt ist zu Beginn für die Planung deiner Website besonders wichtig. Denn eine falsche Ausrichtung lässt sich im Nachhinein nur ganz schwer korrigieren und bedeutet viel Aufwand.

Keyword-Recherche

Der erste Schritt in einer solchen Wettbewerbsanalyse ist die Suche nach den Keywords, unter denen du später gefunden werden willst. Dabei können deine Keywords aus mehreren Wörtern bestehen (Long Tail Keywords). Zum Beispiel „Blog erstellen Anleitung“.  Mit mehreren Wörtern konzentrierst du das Thema. Schau dir die Suchergebnisse an und vergleiche Inhalt und Thema der gelisteten Ergebnisse mit deinem Thema.

Wenn du dabei mehrfach mit ähnlichen Wörtern spielst, bekommst du schnell ein Gefühl für die Keywords, unter denen du später die meisten Suchenden im Internet ansprechen wirst. Zum Beispiel kann alternativ zu „Blog“ auch nach „Website“ und anstelle von „Anleitung“ nach „Tutorial“ gesucht werden. Durch diese Variation der Keywords kannst du das gesamte Spektrum möglicher Suchbegriffe einfangen.

Schaue dir in diesem Zusammenhang auch die autmatische Vervollständigung an, die Google dir anbietet, während du Keywords im Suchfeld eingibst. Das gibt dir Aufschluss über ähnliche konkrete Suchanfragen aus der Vergangenheit. Und es ist eine Anregung zur Aufnahme weiterer Keywords für dein Blog. Ebenso erhälst du dadurch Anregungen für neue Inhalte, die du in der bisherigen Planung deiner Website noch garnicht auf dem Schirm hattest.

Anhand dieser Recherche findest du also alle wichtigen Keywords für dein Blog. Je stärker du das Suchgebiet focussierst, desto genauer werden die Inhalte deines Blogs zu den Erwartungen der User passen. Treibe es aber nicht zu weit mit dem Focus, sonst schränkst du den Besucherstrom zu stark ein.

Sehr hilfreich sind bei dieser Recherche auch einige Online-Tools:

Ubersuggest: hier gibst du einen Begriff ein und erhälst eine ganze Reihe verwandter Suchanfragen. Daraus kannst du weitere Keywords abfangen.

AnswerThePublic: hier erhälst du für ein Keyword eine systematische Auflistung aller Suchanfragen, in denen dieses Keyword einmal verwendet wurde.

Am Ende deiner Recherche wirst du eine vollständige Sammlung aller relevanten Keywords haben, unter denen du später auch tatsächlich gefunden wirst im Netz. Halte all diese gefundenen Keywords schriftlich fest und greife beim Aufbau deiner Inhalte später auf diese Begriffe zurück.

Der Wettbewerb

Im nächsten Schritt schaust du die deinen Wettbewerb an. Verfasse aus deinen Keywords Suchanfragen und gib sie bei Google ein. Beschränke dich dann auf die ersten 10 Einträge in den Suchergebnissen. Denn das sind die wichtigsten Einträge. Wer rankt alles unter diesen Keywords? Wie haben sie ihre Website aufgebaut? Was kommt gut an? Was passt überhaupt nicht? Wie stark kannst du dich mit deinen Inhalten von deinen Wettbewerbern abheben?

Über diese Betrachtung erfährst du eine ganze Menge über deinen Wettbewerb und deren Themen-Schwerpunkte. So findest du auch Nischen, die im Gesamtthema noch unbesetzt sind. Dort erwartet dich also viel weniger Konkurrenz. Das könnten deine Themen-Schwerpunkte werden. Ändere die Planung deiner Website an dieser Stelle entsprechend ab, wenn es dir sinnvoll erscheint.

Aber auch im Hinblick auf die spätere Gestaltung deiner Website kann diese Recherche Einfluss nehmen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Layout auf den Wettbewerbsseiten schärft deine Beurteilung, was gut ankommt und was nicht. Betrachte dabei alles aus der Sicht deiner Besucher. Werden sie sich zurechtfinden auf deiner Seite?  Welche Design-Elemente werden gut ankommen? Welche Farben passen zum Thema?

Deine Beziehung zum Wettbewerb

Insbesondere unter Bloggern betrachtet man den Wettbewerb nicht ausschließlich als Konkurrenz, sondern auch als Kollegen. Man knüpft Kontakte und empfiehlt sich gegenseitig seiner Kundschaft. Davon profitieren sowohl die Kunden als auch die Blogger. Und es kann hilfreich sein für das Sammeln von Backlinks.

Denke also auch über die Wege nach, auf denen du mit deinen „Kollegen“ in Kontakt treten wirst. Hierfür bieten sich die Kommentarfunktion auf deren Blogs, die Social Media Kanäle und die Teilnahme an Aktionen im Netz (z. B. Umfragen, Chat-Runden, usw.) an. Desweiteren bieten Gastartikel für Themen-verwandte Blogs eine gute Chance, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Der Aufbau solcher Kontakte ist übrigens auch schon möglich, bevor du dein Blog aufgebaut und für die Öffentlichkeit freigeschaltet hast.

Fazit zur Planung deiner Website

Je intensiver du dich mit der Planung deiner Website auseinander gesetzt hast, desto schärfer wird deine Vorstellung, wie Inhalt und Gestaltung deines Blogs später aussehen werden. Und auch deine „Kollegen“ kennst du dann schon sehr genau.

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