Gefahren beim Kanuwandern: Deine Sicherheit beim Paddeln

Gefahren beim KanuwandernBevor du das erste Mal mit deinem Kanu aufs Wasser gehst, solltest du die Gefahren beim Kanuwandern kennen. Zu groß ist das Risiko, durch Unwissenheit in bedrohliche Situationen zu geraten.

Wir beschreiben, mit welchen Gefahren du beim Paddeln rechnen musst und wie du am besten damit umgehst. Dabei thematisieren wir die Gefahren auf unterschiedlichen Gewässern, den Einfluss des Wetters und alle Themen, die sich aus deiner Ausrüstung und deinem Verhalten ergeben.

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Inhaltsübersicht

 

 

Gefahren auf stehendem Gewässer

  • Wassertemperatur:  Je kälter das Wasser, umso höher ist das Risiko einer Unterkühlung im Falle einer Kenterung. Trage immer eine  Neoprenanzug, auch bei sommerlichen Temperaturen und nicht nur auf Seen, die durch Gletscherbäche gespeist werden.
  • Schwäne:  Sie verteidigen ihre Brut und können sehr unangenehm werden, wenn sie sich bedroht fühlen. Halte Abstand zu ihnen und respektiere ihr Revier. Kommt dir ein Schwan zu nahe, halte ihn immer genau vor deiner Bootsspitze auf Abstand zu dir.
  • Wind:  Je nach Windstärke und Angriffsfläche am Kanu ist das nicht ungefährlich. Lerne frühzeitig, dein Kanu auf Kurs zu halten. Trainiere deine Paddeltechnik dahingehend. Und berücksichtige bei deinen Unternehmungen immer die Windrichtung, bevor du startest. Gegen den Wind anzupaddeln, kann dich zermürben.

 

Gefahren auf dem Meer

  • Gezeiten:  Bei Ebbe kann der Rückweg plötzlich trocken liegen; und durch tiefen Schlick waten, macht nicht wirklich Spaß bzw. ist oft sogar unmöglich bis lebensgefährlich.
  • Im Wattenmeer (Nordsee) muss man ganz besonders auf die Gezeiten achten: im Bereich der Priele wird man mit sehr großer Strömung aufs offene Meer getrieben, ohne dass man es bemerkt durch die großen Entfernungen zu Inseln oder Festland. Unternehme Paddeltouren im Wattenmeer nur unter fachkundiger Begleitung.
  • Ablandiger Wind:  Fehlen die erforderlichen Paddelfertigkeiten oder die Kraft, kann ablandiger Wind schnell zum Problem werden und man treibt immer weiter raus aufs offene Meer. Verlege die geplante Paddeltour lieber auf einen Tag mit auflandigem Wind.
  • Strömungen:  Strömungen können das Kanu unbemerkt abtreiben lassen. Es ist auf einem Großgewässer in der Regel unmöglich, an der Wasseroberfläche abzulesen, ob eine Strömung vorliegt oder nicht. Das gelingt dir nur im Bereich fester Gegenstände (z. B. Bojen) oder in Ufernähe.

 

Gefahren auf fließendem Gewässer

  • Strömung: Strömung an sich ist uns Kanuten sehr lieb, unterstützt sie uns doch beim Vortrieb auf dem Gewässer. Aber du solltest paddeltechnisch mit dieser Strömung umgehen können, sonst treibt das Kanu schnell in lebensgefährliche Situationen. Strömendes Wasser hat eine enorme Zerstörungskraft, exponentiell ansteigend mit der Strömungsgeschwindigkeit.
  • Wehre: Sind künstliche oder natürliche Stufen, an denen sich ein Rücklauf bildet, aus dem man mit eigener Kraft unter Umständen nicht mehr herauskommt. Beim Kanuwandern sind Wehre eine der häufigsten Unfallursachen, oftmals auch mit Todesfolge.
    Unser YouTube-Video „gefährliches Wehr“

    Informiere dich vor jeder Flussbefahrung über solche Wehre und merke dir markante Objekte in Ufernähe, an denen du rechtzeitig auf das betreffende Wehr hin gewarnt wirst. Umtrage grundsätzlich alle diese Wehre. Dann bist du auf der sicheren Seite.

  • Siphone: Hier zieht die Strömung nach unten, zum Beispiel durch einen Felsdurchbruch unter Wasser. Ist sehr gefährlich und endet in der Regel tödlich.
    Unser YouTube-Video „gefährlicher Siphon“

    Hier gilt das gleiche wie bei Wehren (siehe oben): informieren, rechtzeitig ausbooten und umtragen.

  • Verblockung: Verblockung kann spannend sein, wenn man paddeltechnisch damit zurecht kommt und die Verblockung nicht zu eng ist für das eigene Boot. Sonst wird sie schnell zur Gefahr.
    Unser YouTube-Video „Schwere Verblockung“

    Insbesondere die Kombination aus schneller Strömung, viel Wasserwucht und starker Verblockung macht eine Flussbefahrung sehr gefährlich. Wildwasser-Paddler der oberen Liga lieben es. Doch für dich kommen solche Bedingungen erst infrage, wenn du dich bestens mit Wildwasser auskennst und Artikel wie diesen nicht mehr lesen musst.

  • Prallwände und Unterspülungen: Hiervon solltest du dich fern halten. Und es ist von Vorteil, wenn du gelernt hast, wie du sie erkennst. Dabei sind Unterspülungen eindeutig gefährlicher, aber auch Prallwände können dich in Bedrängnis bringen.
  • Stacheldraht, Kabel, Seile: Quer über manchen Fluss gespannt, sind sie nicht nur ein gefährliches Hindernis, sondern man erkennt sie unter Umständen auch erst sehr spät, weil sie in der Regel nicht auffällig markiert sind. Du erlebst solche Hindernisse auf vielen Kleinflüssen auf dem Land, wo die Viehzüchter den Abgang ihrer Tiere über das Flussbett verhindern wollen.
  • Bäume und Sträucher: Quer liegende Bäume oder überhängende Sträucher musst du frühzeitig erkennen und umfahren. Ist keine sichere Durchfahrt zu erkennen, musst du hier rechtzeitig aussteigen und umtragen. Halte deine Augen offen, damit du die Hindernisse frühzeitig erkennst und lasse dich nicht mit der Strömung in solche Hindernisse treiben.
  • Schwankende Wasserstände: Unterschiedliche Wasserstände können einen harmlosen Fluss in ein gefährliches Gewässer verwandeln. Gletscherflüsse führen über den Tag schwankende Wasserstände, Kraftwerke und Talsperren lassen vielleicht Wasser ab zu bestimmten Zeiten, heftiger Gewitterregen kann extrem schnell den Wasserspiegel ansteigen lassen. Es gibt viele Einflussfaktoren auf den Wasserstand.
  • Hochwasser: Hochwasser macht viele kleine Fließgewässer für versierte Kanuten erst richtig interessant. Doch Hochwasser birgt auch Gefahren: Strömungsintensität, Durchfahrten, Rückläufe und viele andere Verhältnisse ändern sich gravierend und erfordern permanent volle Aufmerksamkeit. Fahre in Begleitung ortskundiger Kanuten, wann immer möglich.
  • Berufsschifffahrt: Auf großen Flüssen und Kanälen muss man nicht nur auf die Frachtschiffe achten, sondern auch die Verkehrsregeln der Binnenschifffahrt kennen und sich entsprechend verhalten. Fahre dicht in Ufernähe und vermeide das Queren breiter Ströme, denn die Geschwindigkeit der großen Frachtschiffe ist nur ganz schwer abzuschätzen.

 

Gefahren durch das Wetter

  • Wind: Seitenwinde können das Manövrieren eines Kanus sehr erschweren. Darüber hinaus kann kalter Wind auf Dauer Auskühlung bewirken (Wind-Chill-Effekt). Auch Gegenwind kann dich zermürben.
  • Gewitter: Bei Gewitter schnell vom Wasser und sicheren Unterstand suchen. Bei kleinen Bächen musst du unmittelbar nach dem Gewitter mit steigendem Wasserstand rechnen, vor allem in den Bergen.
  • Nebel: Nebel erschwert die Orientierung auf dem Gewässer und behindert den Sichtkontakt zu den anderen Kanuten in der Gruppe. Organisiere engere Abstände und vereinbare Ruf-Signale. Verlege eine geplante Paddeltour, wenn Nebel gemeldet wird.

 

Sonstige Gefahren beim Kanuwandern

  • unzureichende Paddeltechnik: Wichtigste Basis für ein gefahrloses Kanuwandern ist eine gute Paddeltechnik. Je sicherer man sein Kanu steuern kann, umso kleiner ist das Risiko, in gefährliche Situationen zu kommen. Trainiere deine Paddelfertigkeiten und wage dich nur auf solche Gewässer, die deinem paddeltechnischen Können entsprechen.
  • Falsche Kleidung: Kleidung aus Baumwolle ist ungeeignet für Kanuwanderungen. Ist sie nass, entzieht sie dem Körper die Wärme und trocknet nur sehr langsam. Besser ist hier Funktionskleidung aus Kunstfasern, Neoprenanzüge oder Trockenanzüge. Sichere, wasserfeste Schuhe sind auch ratsam, um Verletzungen und Rutschgefahr zu vermeiden. Mehr dazu im Artikel Kanuwander-Ausrüstung.
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  • Zu lange Tagesetappen: Sie erzeugen Übermüdung und darunter leidet die Konzentrationsfähigkeit. Und das erhöht das Unfallrisiko. Berücksichtige Strömungsgeschwindigkeit, Startzeitpunkt und das Leistungsvermögen des schwächsten Teilnehmers.
  • Zu später Start: Starte früh auf deine Paddeltour, damit du nach hinten zeitliche Reserve hast. Kommst du in die nächtliche Dunkelheit, dann hast du ein Problem. Das betrifft insbesondere die winterliche Jahreszeit mit den kurzen Tagen.
  • Paddeln ohne Begleitung: Das allerschlimmste Fehlverhalten im Kanusport ist das Paddeln ohne jegliche Begleitung. Im Erstfall (Kenterung, Verletzung, usw,) muss es eine zweite Person geben, die bei der Bergung unterstützen und zur Not Hilfe organisieren kann.

 

Lehrgänge und Sicherheits-Training

Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigt aber schon, wie vielschichtig die Gefahren beim Kanuwandern sein können.

Als Ergänzung zu unserer Auflistung bietet sich ein Kurs bei einer Kanuschule zum Thema Sicherheit im Kanusport an. Alternativ bieten viele Kanusport-Vereine Lehrgänge oder Informations-Veranstaltungen hierzu an. Dort werden die Gefahren wesentlich intensiver behandelt und vor allem der praktische Umgang mit den Gefahren auf dem Gewässer geübt. Dort erlernst du auch den Umgang mit den gängigen Rettungs-Instrumenten (Wurfsack, Bergegurt, Cowtail, Paddelhaken, usw.).

 

Vorbereitung von Paddeltouren

Die Kenntnis der Gefahren beim Kanuwandern allein garantiert noch nicht eine sichere Vermeidung aller Risiken. Du musst dich über das Gewässer informieren, auf dem du eine Kanuwanderung durchführen willst. Es gibt für alle Flüsse detaillierte Flussbeschreibungen.

Achte aber darauf, dass die Beschreibungen relativ aktuell sind. Denn durch ein winterliches Hochwasser kann sich auf einem Fluss viel verändern. Und dann sind die alten Beschreibungen nichts mehr wert.

 

Fazit zu den Gefahren beim Kanuwandern

Trainiere deine Paddeltechnik, über den Umgang mit Wurfsack und Cowtail, informiere dich über das Gewässer, sorge für sichere Ausrüstung, halte unterwegs Augen und Ohren offen und umtrage alles, was dir nicht sicher vorkommt.

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