Klettersteig-Ausrüstung

Neben der Ausrüstung für normale, harmlose Bergwanderungen (siehe unter Bergwandern Ausrüstung) benötigt man auch spezielle Klettersteig-Ausrüstung, sobald man auch nur einen einzigen Klettersteig in seine Tour mit einplant.

Denn Klettersteige beinhalten ein deutlich höheres Risiko für Steinschlag, Abstürze oder andere Gefahren. Und vor genau diesen Gefahren soll dich deine Klettersteig-Ausrüstung schützen.

Was gehört alles zur Klettersteig-Ausrüstung? Auf welche Punkte musst du beim Kauf der Produkte achten? Und wie gehst du mit dieser Ausrüstung um?

In diesem Artikel beschreiben wir die komplette Klettersteig-Ausrüstung und geben Tipps, auf welche Punkte du besonders achten musst.

(Dieser Beitrag ist als „Werbung“ zu betrachten, weil wir hier Marken, Produkte und Firmen erwähnen/empfehlen, auch wenn wir dies unentgeltlich tun.)

Der Klettergurt

Du benötigst zunächst einmal ein Gurtsystem, an dem du das Klettersteigset befestigen kannst. Es gibt Sitz- oder Hüftgurte, Brustgurte und Kombigurte.

Trägt man keinen allzu schweren Rucksack im Klettersteig, reicht ein Sitzgurt aus. Mit schwerem Rucksack wandert der Schwerpunkt weit über den Sitzgurt hinaus und es besteht die Gefahr des Überkippens beim Sturz. Hier ist der Kombigurt oder eine Kombination aus Brust- und Sitzgurt die bessere Lösung.

Der Gurt sollte bequem sein und sich gut einstellen lassen. Es ist von Vorteil, wenn er nicht zu sperrig ist für das Verstauen im Rucksack. Nutzt man den Sitzgurt zusätzlich noch für den Klettersport, dann sind einige Materialschlaufen erforderlich. Und deren Position ist von Gurt zu Gurt unterschiedlich. Wir nutzen den Sitzgurt Salewa Via Ferrata Lite. Er ist relativ leicht, klein verstaubar und hat einen erhöhten Anseilpunkt.

Das Klettersteigset

Das Klettersteigset besteht aus zwei Seilsträngen mit Karabinern, mit denen du dich am Drahtseil in einem Klettersteig sichern kannst. Du benötigst immer zwei Seilstränge, um an den Wandhaken immer gesichert zu bleiben, während du von dem einen auf den anderen Seilabschnitt wechselst.

Hier bin ich mir nicht sicher, ob es richtig ist, auf Basis der heutigen Erkenntnisse Tipps zur Auswahl von Klettersteigsets zu geben. Gab es doch in 2012 und 2013 zwei umfangreiche Rückruf-Aktionen, bei denen einige Hersteller betroffen waren und in mehreren Stufen sehr viele Klettersteigsets vom Markt genommen wurden. Systeme mit elastischen Lastarmen und Systeme mit Reibungsbremsen waren betroffen.

Wer garantiert uns, dass die heute angebotenen Produkte nicht in Kürze ebenfalls auffällig werden als fehlerhafte Konstruktion?! Für uns Nutzer ist es unmöglich, die eingesetzten Materialien und Verarbeitungsmethoden im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Haltbarkeit im Gebrauch zu beurteilen. Das kann nur in einem entsprechenden Belastungstest-Programm simuliert werden.

Doch sollte die betreffende  UIAA-Norm 128 trotz Aktualisierung in 2013 die Belastungstest-Vorgaben nicht in ausreichendem Umfang vorschreiben, ist für fehlerhafte Konstruktionen weiterhin Tür und Tor geöffnet.

Vor diesem Hintergrund beschränken wir uns auf die Empfehlung, vor dem Kauf aufmerksam zu recherchieren, ob das ausgewählte Produkt von einer der Rückruf-Aktionen betroffen war. Besonders riskant ist hierbei der Kauf eines gebrauchten Klettersteigsets. Möglicherweise gibt es keinen Herstellernachweis und die Angaben vom Verkäufer zum Zustand des Klettersteigsets sind nicht überprüfbar.

Hier findest du eine Liste aller von Rückrufaktionen betroffenen Klettersteigsets: http://www.alpenverein.de/Bergsport/Sicherheit/Rueckruf-Klettersteigsets/

Der Kletterhelm

Der Helm soll dich vor Steinschlag schützen und bei Stürzen die Verletzungsfolgen durch einen Aufprall an der Felswand reduzieren. Das sind spezielle Anforderungen, die nur ein Kletterhelm erfüllt.

Es gibt jedoch mittlerweile auch Multifunktions-Helme, die Normen für mehrere Sportarten erfüllen. Der Kletterhelm sollte bequem, leicht und gut belüftet sein und sich gut einstellen lassen. Und es gibt verschiedene Helm-Größen. Damit steht fest, dass ein passendes Modell nur durch Anprobe ausgewählt werden kann.

Man findet verschiedene Materialien und Konstruktionen: Hartschalen, Hartschaum, Hybrid und Modelle mit einklappbaren Seitenwänden (ist platzsparend im Rucksack). Sie unterscheiden sich in Gewicht und Haltbarkeit. Eine auffällige Kletterhelm-Farbe ist im Ernstfall leichter zu erkennen. Eine Halterung für Stirnlampen kann ebenfalls nützlich sein.

Unser Youtube-Video „Klettersteig-Karabiner in Funktion“

Weitere nützliche Dinge in der Klettersteig-Ausrüstung

Es gibt spezielle Handschuhe für die Begehung von Klettersteigen. Das schützt die Hände vor Verletzungen und sorgt für mehr Griffigkeit. Alternativ helfen hier auch Schutzhandschuhe aus dem Industriebedarf. Sie sind sicher deutlich preiswerter. Hauptsache, sie behindern dich nicht im Handling und du hast ausreichend Gefühl für die notwendigen Handgriffe und den Halt am Fels bzw. am Drahtseil.

Es gibt Helmnetze zur Befestigung des Kletterhelmes auf dem Rucksack (wenn dieser keine Befestigungsmöglichkeiten hat). Auf keinen Fall sollte der Helm einen durch unkontrolliertes Baumeln am konzentrierten Wandern in unwegsamem Gelände behindern.

Sehr angenehm sind auch eine 60 cm lange Bandschlinge und ein Karabiner, um sich in schwierigen Passagen an Umlenkern einhängen und rasten zu können. Das entlastet die Arme und fördert ermüdungsfreies Klettern. Den sicheren Umgang mit dieser Bandschlinge und die Befestigung an deinem Klettergurt solltest du allerdings im Vorfeld vor deinem ersten Klettersteig geübt haben.

Pflege der Klettersteig-Ausrüstung

Die beste Ausrüstung hält nicht ewig. Sie unterliegt durch Nutzung und Witterungseinwirkung einem mehr oder weniger großen Verschleiß. In Grenzen lässt sich dieser Verschleiß durch gute Behandlung, regelmäßige Pflege und trockene Lagerung hinauszögern:

Der Helm sollte nicht ständig dem Sonnenlicht ausgesetzt sein oder als Pausensitz zweckentfremdet werden.

Die Karabiner am Klettersteigset solltest du regelmäßig auf Funktion prüfen und bei Bedarf mit etwas Öl gängig halten.

Ist die Kletter-Ausrüstung nass geworden, muss sie vollständig getrocknet werden vor der Einlagerung. Willst oder musst du dein Klettersteigset waschen, dann sollte der Bandfalldämpfer auf jeden Fall trocken bleiben.

Das könnte dich ebenfalls interessieren

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

Kommentare sind geschlossen.