Gefahren beim Bouldern – Überlastung Verletzung Sturz

Gefahren beim Bouldern? Da kann doch gar nichts passieren. Findet doch alles in Absprunghöhe statt, oder? Ja, schon richtig! Aber trotzdem gibt es Risiken und Gefahren beim Bouldern: Durch falsches Verhalten oder zu großen Ehrgeiz entsteht ein hohes Verletzungsrisiko.

Insbesondere für den Fall, dass du ohne fachkundige Begleitung ins Bouldern einsteigst, solltest du diese Gefahren und Verletzungsrisiken kennen, bevor du das erste Mal an einer Boulderwand emporkletterst.

Wir beschreiben in diesem Artikel die Gefahren beim Bouldern und wie du am besten mit diesen Gefahren umgehst:

 

Die Gefahren beim Bouldern

  • Fingergelenk-Verletzungen: nicht richtig aufgewärmt, zu früh an den kleinen Griffen geklettert, Überlastung durch falsche oder unkontrollierte Bewegungen. Ist sicher die am häufigsten auftretende Verletzung, wenn man in den Kletterhallen die vielen getapten Fingergelenke zählt.
    Diese Verletzungen sind so tückisch, weil der Körper hier kein Warnsignal sendet. Du bemerkst den Schaden erst, wenn es schon zu spät ist.
    Lass dir zeigen, wie du deine Fingergelenke korrekt aufwärmst und meide zu Beginn die kleinen Griffe. Nutze zunächst die einfachen Routen mit großen Henkelgriffen, wo die Fingergelenke nicht so stark belastet werden. Das betrifft deinen Einstieg ins Bouldern genauso wie die Aufwärmphase bei allen zukünftigen Kletterstunden.
  • Schultergelenk-Verletzungen: zweithäufigste Gefahr beim Bouldern, entsteht durch Überlastung oder ruckartige Körperbewegungen beim Bouldern.
    Überlege dir deine Kletterroute mit großer Sorgfalt und vermeide unkontrollierte Bewegungen und Kletter-Akrobatik im Grenzbereich deiner Gelenke. Das betrifft vor allem die Einstiegsphase.
  • Unsauberer Tritt: man rutscht ab und die Greifhand samt Arm erfährt eine ruckartige Belastung mit Verletzungsfolge.
    Nutze zunächst nur einfache Kletterrouten mit großen Griffen, auf denen dein Kletterschuh sicheren Halt findet. Und konzentriere dich stets auf einen rutschfesten Kontakt zwischen Schuh und Klettergriff, um die Abrutsch-Gefahr weitestgehend zu reduzieren.
    Übrigens ruinierst du mit häufigem Abrutschen auch ganz schnell deinen teuren Kletterschuh.
  • Unkontrollierter Sturz: möglicherweise schlägt man mit Arm oder Bein beim Sturz gegen weiter unten angebrachte Griffe oder landet nicht exakt auf dem Crashpad.
    Verlasse dich niemals auf Crashpad oder den weichen Hallenboden, sondern strebe immer ein Sturz-freies Klettern an. Jeder Sturz und jedes Abrutschen birgt das Risiko von Verletzungen, wie sie weiter oben schon beschrieben wurden.
  • Rutschige Griffe in Außenanlagen: durch Witterung und Abnutzung ist die Haftung der Hände und Füße an den Griffen möglicherweise stark reduziert.
    Meide Kletterrouten, auf denen du zu viele abgenutzte Klettergriffe vorfindest. Wenn das nicht möglich ist: Beschränke deine Kletterei auf den bodennahen Bereich. Dann ist die Absturzhöhe deutlich ungefährlicher.
  • Felsabbruch: Insbesondere Sandstein ist aufgrund seiner geringen Festigkeit beim Bouldern in dieser Hinsicht ein Risiko. Und bei Wasseraufnahme (durch Niederschlag) reduziert sich dessen Festigkeit noch einmal gewaltig.
    Klettere nur an trockenem Sandstein, achte an allen natürlichen Kletterflächen auf festes Gestein. Informiere dich vor dem Klettern über die Beurteilung durch andere Kletterkollegen, wenn du Zweifel hast.

Fazit zu den Gefahren beim Bouldern

Gerade in der Anfangsphase sind die Finger noch untrainiert und die Bewegungsabläufe sind ungewohnt. Und es fehlt das Gefühl für die Grenze der Belastbarkeit. Falscher Ehrgeiz ist hier fehl am Platz.

Den neuen Sport sachte angehen, langsam steigern und aufhören, wenn es irgendwo schmerzt, das ist die richtige Devise. Zu schmerzlich ist sonst die Entbehrung, wenn du für die Zeit der Genesung pausieren musst, deine Finger tapen musst oder unter Umständen sogar einen bleibenden Schaden davon trägst.

 

 

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