Fahrrad-Bekleidung

Im Rahmen der heute üblichen und allen bekannten Outdoor-Kleidung gibt es auch spezielle Fahrrad-Bekleidung. Und der technische Fortschritt bringt ständig neue Materialien und immer differenziertere Produkt-Lösungen auf dem Bekleidungsmarkt hervor. Doch unter den Bedingungen für eine Radreise mit Gepäck (wenig Platz, wenig Gewicht) wird der Spielraum für die passende Produkt-Auswahl sehr klein. Wie findet man nun die richtigen Produkte und welche Kriterien sind bei der Auswahl der Fahrrad-Bekleidung wichtig?

Radlerhosen

Bei Radreisen sitzt man natürlich oft und lange auf dem mehr oder weniger bequemen Fahrrad-Sattel. Das liegt nun mal in der Natur dieser Reiseart. Und es ist sehr sinnvoll, bei der Auswahl von Sattel und gefederter Sattelstütze den maximalen Komfort anzustreben. Doch zusätzlich ist eine Radlerhose mit hochwertigem Sitzpolster unverzichtbar. Sie ist das wichtigste Teil im Rahmen Deiner Fahrrad-Bekleidung. Die Radlerhose und insbesondere das Sitzpolster müssen natürlich atmungsaktiv sein (Billigprodukte sind es oftmals nicht!), sie dürfen nicht scheueren und sie sollten flache Nähte haben. Es ist schwierig, spezielle Produkte und Marken zu empfehlen, weil die Vielfalt auf dem Markt einfach zu groß und die persönliche Vorliebe zu individuell ist. Es gibt kurze, lange und ¾-lange Radlerhosen, Modelle mit und ohne Träger, Sommer- und Winter-Hosen und wasserdichte Modelle. Es gibt enganliegende Radlerhosen und auch Shorts, denen man gar nicht ansieht, dass es Radlerhosen sind. Einige haben auch reflektierende Einsätze. Und die Preisspanne reicht von 50 bis 300 Euro. Hier muss jeder für sich entscheiden, welches Modell und welche Preislage in Frage kommt.

Wetterschutz

Regen und Kälte sind die größten Spaßverderber auf einer Radreise. Und leider kann man diesen Spaßverderbern auch nicht immer aus dem Weg gehen. Doch man kann ihren Einfluss auf die Stimmung durch geeignete Wetterschutz-Kleidung reduzieren.

Regenjacke

Die Anforderungen an eine Regenjacke im Rahmen der Fahrrad-Bekleidung: wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv, leicht, kleines Packvolumen, robust genug gegen Stauchung in der Packtasche, genug Bewegungsfreiheit beim Radfahren, für mittelschwere Rucksäcke geeignet, weit genug für zusätzliche Bekleidungsschichten unter der Jacke, salonfähig in der Optik, mit Kapuze und winddichtem Kragen, winddichte Armabschlüsse.

Wir nutzen die Marmot Oracle Jacket (wasserdicht 20.000 mm, atmungsaktiv 20.000 g/m²/24h (MVTR-Wert) bzw. die Marmot Minimalist Jacket (2,5-Lagen-Gore-Tex-Paclite, wasserdicht 28.000 mm, atmungsaktiv RET-Wert < 4). Um diese Allzweck-Regenjacke bestmöglich zu schonen, kommt für kühle, trockene Tage eine winddichte, wasserabweisende und leichte 10 Euro-Windjacke zum Einsatz. Sie ist nicht atmungsaktiv. Aber sie ist an 9 von 10 Tagen völlig ausreichend.

Fazit zur Regenjacke: Es muss nicht die Non-Plus-Ultra-Hightech-Jacke für 800 Euro sein, sondern eine geschickte Kombination aus einer Regenjacke mit guten technischen Werten und einer einfachen Windjacke.

Regenhose

Anforderungen an eine Regenhose im Rahmen der Fahrrad-Bekleidung: wasserdicht, atmungsaktiv (sehr wichtig; an Regentagen trägst Du sie u.U. den ganzen Tag), winddicht, bequem, leicht, kleines Packvolumen, Bewegungsfreiheit insbesondere im Kniebereich, Beine gut fixierbar, leichtes Handling beim An- und Ausziehen. Unsere Regenhosen: Vaude Wo Drop Pants (15.000 mm, atmungsaktiv 15.000 g/m²/24h).

Regen-Überschuhe

Um die Schuhe vor Regen und hochspritzendem Wasser zu schützen, sind Regen-Überschuhe notwendig. Die Anforderungen: wasserdicht, gute Passform, leicht anzuziehen, verschleißfester Sohlenriemen. Wir nutzen den AGU Überschuh und sind sehr zufrieden. Er ist zwar nicht atmungsaktiv, hat aber eine gute Passform. Den Sohlenriemen haben wir mit einem stabilen Textilriemen verstärkt; das werksseitig verwendete Gummiband ist schnell hinüber. Und bei sommerlichen Temperaturen bevorzuge ich persönlich bei jedem Wetter wasserunempfindliche Sandalen ohne Regen-Überschuhe.

Fahrrad-Bekleidung zum Schutz gegen Kälte

  • Wasserdichte, winddichte Handschuhe
  • Fleece-Schal
  • winddichte, atmungsaktive Kopfhaube für unter den Helm
  • warme Kunstfaser- oder Wollsocken

Fahrrad-Schuhe

Auch für die Schuhe im Rahmen der Fahrrad-Bekleidung gilt aus Platz- und Gewichts-Gründen: möglichst nur ein Paar Schuhe für alle Einsatzzwecke. Wir verwenden keine Klickpedale und haben auch keine speziellen Fahrradschuhe. Aber folgenden Kriterien müssen die Schuhe erfüllen:

  • harte, griffige Sohle für gute Kraftübertragung beim Pedalieren und genug Halt beim Klettern im Gelände
  • wasserunempfindliches Material, schnelltrocknend
  • einfaches Handling: auch mit kalten, nassen Fingern muss das An- und Ausziehen einfach von der Hand gehen

Fahrrad-Schuhe, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben:

  • Nike ACG Sandalen  (wasserunempfindlich, Klickverschluss, verstellbare Klettbänder)
  • Patagonia  Tsali (wasserunempfindlich, Netzgewebe, griffige Sohle)
  • The North Face Sieve (Wassersportschuh, verstellbare, einklappbare Ferse, griffige Sohle)
  • Merrell Proterre Mid Sport GTX.

Am Zeltplatz sind auch Flip Flops sehr praktisch: einfach, unzerstörbar, leicht, komfortabel.

Fazit zur Fahrrad-Bekleidung

Wenn man zunächst seine individuellen Anforderungen an die persönliche Fahrrad-Bekleidung definiert, fällt die Auswahl der passenden Produkte nicht mehr schwer. Doch stets sollte man versuchen, sich auf wenige Kleidungsstücke zu beschränken, deren Funktionsumfang durch zusätzliche Bekleidungs-Schichten flexibel erweitert werden kann. Das spart Gewicht und Packvolumen. Und ein gesundes Misstrauen gegenüber der Bekleidungsindustrie ist auch vorteilhaft (brauche ich das wirklich alles?).

2 Kommentare:

  1. Detlev und Bianca

    Warum tragt Ihr immer so seltsame Kopfbedeckungen ? Wir sind auch Radreisende und haben das Radfahren nie als so gefährlich angesehen . . . Bianca kommt sogar aus dem Radsport und kennt niemanden
    mit ernsthaften Kopfverletzungen . . . natürlich kann man sich gegen alles und jedes versuchen zu schützen, aber wo hört es auf ? Uns geht diese DEUTSCHE Von Radmedien gestützte Helmeritis ziemlich auf den Geist ! Radfahren ist NICHT gefährlich !

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. In der Helmfrage wird es immer Befürworter und Gegner geben. Ob mit oder ohne Helm, das muss jeder für sich entscheiden (solange wir die Freiheit noch haben). Wir haben den Helm deshalb auf unserer Seite auch nicht thematisiert.

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