Unsere Fahrräder

Auf Radreisen mit Gepäck sind unsere Fahrräder sehr hohen Belastungen ausgesetzt: die Last durch das Gepäck, die Witterung, Steigungen, schlechte Straßen, Stürze, usw. Ein Schaden oder gar der Komplett-Ausfall der Technik kann unterwegs zu einem großen Problem werden, denn nicht immer ist ein Bike-Shop mit passenden Ersatzteilen in nächster Nähe. Somit stellt die Auswahl der Komponenten für unsere Fahrräder eine Entscheidung mit großer Tragweite dar.

Bei der Auswahl der Komponenten für unsere Fahrräder waren uns folgende Kriterien wichtig:

  • einfache überschaubare Technik
  • hochwertige Einzelteile
  • Ersatzteilverfügbarkeit weltweit
  • die Möglichkeit, alles am Fahrrad problemlos reparieren zu können
  • gleiche Ausstattung an beiden Fahrrädern (das reduziert den Werkzeug– und Ersatzteile-Bedarf).

In diesem Artikel stellen wir die Komponenten für unsere Fahrräder sowie unsere Erfahrungen vor und geben Tipps zu sinnvollen Anbauteilen.

 

Unsere Fahrräder – die verbauten Komponenten

  • Fahrrad-Rahmen: Intec M1, Stahl (bei Rahmenbruch schweißbar) Einbrennlackierung, ausreichend Anlötenden für Gepäckträger und Schutzbleche
  • Felgen: Rigida Sputnik, 26 Zoll, 24 mm breit, 36 Loch, geöst
  • Speichen: Sapim ED, 2,0 auf 1,8
  • Mäntel: Schwalbe Marathon Mondial, 26 x 2,00 Zoll (59-559)
  • Rad-Naben: vorne SON28 Nabendynamo, hinten Shimano XT
  • Schaltung: Shimano XT 3/9-fach (leider gibt es keine 7-fach mehr zu kaufen; für 9-fach benötigt man die schmalere 6,8 mm-breite Kette mit geringerer Lebensdauer). Dringende Empfehlung nach 11 Monaten Radreise durch Europa und Asien: kaufe Dir Shimano XT 3/8-fach gebraucht (dann ist die Ketten-Beschaffung kein Suchspiel mehr)
  • Kassette: 9-fach, 11-34 Zähne
  • Tretlager: Shimano XT Hollowtech II
  • Kurbelgarnitur: Shimano XT, 44-32-22, MTB-Version (bietet stärkere Untersetzung für steile Anstiege)
  • Bremsen: V-Brake Avid SD-7, Cardridge-Bremsschuhe, Kool Stop Dual Beläge
  • Scheinwerfer: AXA Luxx 70 steady Auto (mit Standlicht und Automatik)
  • Rücklicht: B & M Toplight line plus (mit Standlicht und Schalter für Kondensatorentladung)
  • Griffe: SQLAB 711 SY (endlich mal ergonomisch geformte Griffe)
  • Sattel: SQLAB 602 (nicht gerade preiswert, aber sehr gut geeignet für lange Touren). Nachteil: hohes Risiko, dass die Elastomere-Puffer ausreißen, wenn jemand das bepackte Fahrrad am Sattel hochhebt.
  • Sattelstütze: Cane Creek Thudbuster LT (Parallelogramm-Feder)
  • Pedale: MKS CT-Lite (zerlegbare Lager)
  • Gepäckträger: vorne Tubus duo, hinten Tubus logo (stabiler gehts nicht)
  • Fahrrad-Ständer: Pletscher Multi, mit Stützfuß

 

Unsere Fahrräder – Philosophische Anmerkungen:

  • Rahmenmaterial Stahl oder Aluminium: Stahl lässt sich einfacher schweißen als Aluminium; somit ist man bei Rahmenbruch mit Stahlrahmen besser dran. Aber die Wandstärke der verwendeten Rohre muss ausreichend dick sein, sonst brennt der Schweißer Löcher in den Rahmen. Aluminiumrahmen sind nicht viel leichter als Stahlrahmen, weil die geringere Festigkeit gegenüber Stahl durch dickere Rohre kompensiert werden muss und darurch der Gewichtsvorteil wieder aufgefressen wird.
  • Ketten- oder Nabenschaltung: Viele schwören mittlerweile auf die Rohloff-Nabenschaltung. Wir haben uns trotzdem für die Kettenschaltung entschieden. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Und wir werden hier zu gegebener Zeit über unsere Langzeiterfahrung berichten. Dringende Empfehlung nach 11 Monaten Radreise durch Europa und Asien: kaufe Dir Shimano XT 3/8-fach gebraucht anstelle 9-fach oder höher (dann ist die Ketten-Beschaffung unterwegs kein Suchspiel mehr)
  • Bremssystem: die V-Brake kommt mit der einfachsten Technik daher und war deshalb unser Favorit. Scheibenbremsen erzeugen bei Gepäckfahrten sehr hohe Belastungen für Speichen, Bremsscheiben und Bremsbeläge, hydraulische Felgenbremsen sind im Reparaturfall aufwändiger und somit ein höheres Risiko auf Reisen.
  • Federung: eine sehr gute Parallelogramm-Sattelstütze bringt das beste Nutzen-Gewichts-Verhältnis mit und ist dazu noch wartungs- und nahezu verschleißfrei. Das erspart alle alternativen Rahmen- und Gabel-Federungen.

 

Unsere Fahrräder – Anbauteile und Ergänzungen

  • SKS Spoiler XXL (Spritzschutz für die Schutzbleche)
  • Flaschenhalter: BBB Fuel Tank XL, XLC PET (Halterungen am Rahmen sind teilweise Eigenbau) für mehrere 1,5 Liter-PET-Flaschen
  • Kettenfett: per Klett ans Schutzblech hinten geheftet  (hier gehts zum Video)
  • Öl: per Klett und Gummiband am Sattelrohr befestigt
  • Ersatzspeichen: mit Klebeband an eine Strebe vom Schutzblech befestigt
  • Zweiter Vorderrad-Gepäckträger zusätzlich zum Lowrider
  • Lenkertaschen-Stütze (zur Entlastung der Lenkertaschenhalterung)
  • Rücklicht: wurde ein Stück tiefer gesetzt, weil unsere Packsäcke das Licht verdeckten

 

 Unsere Fahrräder – bisherige Erfahrungen

Kette: der Kettenverschleiß bei Radreisen mit Gepäck ist enorm. Wir haben alle 2000 km neue Ketten montiert. Nach unserer Auffassung lohnt sich deshalb eine teure Kette (z.B. die CN-HG93) nicht. Wir bevorzugen die CN-HG53.

Bremsen: die Kool Stop Dual sind sehr verschleißfest und zeigen nur geringe Abnutzung. Wir haben auf 8500 km lediglich 1,5 Paar Bremsbeläge verbraucht.

Felge Rigida Sputnik: eine der stabilsten Felgen, die es auf dem Markt gibt. Wir fahren sie seit Jahren. Lediglich der Flankenverschleiß durch die Felgenbremsen wird uns irgendwann zum Austausch zwingen.

Kassette: weil die Kassette neben der Kette das am stärksten verschleißende Bauteil darstellt und deshalb häufiger ersetzt werden muss, bevorzugen wir die preiswertere LX-Version (CS-HG400) anstelle der 80 Gramm leichteren aber deutlich teureren XT-Version (CS-M770).

Hinterrad-Nabe XT: in der Regel enthalten die fabrikneuen Lager zuwenig Fett und sind oftmals zu stramm eingestellt. Also werden bei uns neue Naben vor der ersten Ausfahrt zerlegt und mit dem Lagerfett Castrol LMX gefettet. Mit diesem Fett haben wir sehr gute Langzeit-Erfahrung gemacht. Anschließend wird das Lager  sauber eingestellt; so halten die Konen wesentlich länger.

Ständerfuß: nach 8000 km war der Ständerfuß in der Auflagefläche derart abgenutzt, dass das Ständerbein durchstach und der Fuß ohne Funktion war. Bei schwerem Gepäck ist ein sicherer Stand des Rades nur mit einem größeren Standfuß gewährleistet. Reparatur mit Silikon, noch keine Langzeiterfahrung.

Parallelogramm-Sattelstütze: wir sind begeistert; mehr Federung braucht man nicht. Und der Neoprenüberzug „Thudglove“ ist auch eine sinnvolle Ergänzung, um die Sattelstütze vor der Witterung zu schützen. Die Lager sollte man aber von Zeit zu Zeit fetten mit einem Teflonfett. Erspart möglicherweise das relativ teure Ersatzteilekid von Thudbuster.

Tretlager Shimano XT Hollowtech II: gemäß Einbauanleitung wird ein Spacer links und 2 Spacer rechts montiert. Um jedoch das mittlere Kettenblatt vorne mit dem mittleren Ritzel hinten (bei 9-fach ist es halt das 5. Ritzel) in einer Flucht stehen zu haben, ist auf der rechten Seite nur ein Spacer erforderlich. Also haben wir umgebaut. Langzeiterfahrung fehlt noch.

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