Sicherheit auf Reisen

Auf Reisen in ferne Länder hat die Sicherheit für Leib und Leben sowie für die Ausrüstung sehr viele Facetten. Die folgenden Ausführungen zu diesem Thema sind dementsprechend sehr umfangreich. Doch zur Beruhigung: nicht alles muss zutreffen auf das ausgewählte Reiseziel. Was sollte ich wissen über die Gefahren am Reiseziel und wie sorge ich für meine Sicherheit auf Reisen?

  • Das kriminelle Potenzial eines Reiselandes: die Länder-Infos vom Auswärtigen Amt sichten, die offiziellen Reisewarnungen dort ernstnehmen. Oft sind Überfall- und Entführungs-Risiko sowie Klein- und Groß-Kriminalität auf bestimmte Zonen und Orte beschränkt. Da lässt sich die Gefahr für das eigene Leben oder die Ausrüstung durch bedachte Streckenplanung und das richtige Verhalten sehr stark reduzieren.
  • Schutz der Ausrüstung gegen Diebstahl: Sichere Gepäck-Aufbewahrung organisieren, Hotel-Safe nutzen, Geheimfächer für Wertgegenstände und Bargeld in die eigene Kleidung einnähen, eine Portmonee-Attrappe mit abgelaufenen Bankkarten und etwas Kleingeld als Pseudo-Beute bereithalten. Auch ist ratsam, die mitgeführten „Reichtümer“ nicht unüberlegt offen zu präsentieren, das weckt natürlich Begehren bei der möglicherweise armen Landesbevölkerung. Doch als interessante Beute gilt nicht nur die moderne Kommunikationselektronik, sondern das kann auch schon eine warme Jacke oder ein Paar Schuhe sein.
  • Waffen und Selbstverteidigung: Waffeneinsatz kann schnell unabsehbare Reaktionen beim Gegner erzeugen, in vielen Ländern sind Einfuhr und Besitz von Waffen sogar unter Strafe verboten. Auch Selbstverteidigung vermittelt schnell ein falsches Sicherheitsgefühl und ist gegen einen Angriff mit Messer oder Schusswaffe schnell wirkungslos bis kontraproduktiv. Widerstandsloses Befolgen der gestellten Forderungen und Deeskalation ist hier in der Regel gesünder.
  • Naturkatastrophen: Überschwemmung, Erdrutsch, Tsunami, Erdbeben, Hurrikans, Vulkanausbrüche. Manche Ereignisse kündigen sich an und man hat Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. Für die anderen Katastrophen gilt: das Wissen um die Gefahr und entsprechend umsichtiges Verhalten können im Ernstfall lebensrettend sein.
  • Verkehrssicherheit im Reiseland: In vielen Ländern geht es nicht so zivilisiert zu wie bei uns. Schlechte Straßenqualität, zu enge Fahrbahnen, zu schnelle oder rücksichtslose  Fahrweise der Einheimischen, alkoholisierte Fahrer und technisch unsichere Fahrzeuge erhöhen das Risiko von Verkehrsunfällen erheblich. Als Radreisender ist man da schnell Freiwild auf viel befahrenen Strecken. Nebenstrecken suchen.
  • Andere Sicherheits-Standards: Im Reiseland gelten möglicherweise nicht so hohe Sicherheits-Standards wie in unser Heimat: einsturzgefährdete Brücken werden nicht sofort gesperrt, die Drahtseil-Sicherungen im Klettersteig sind möglicherweise stark verwittert und können beim Sturz reißen, Stromführende Leitungen sind abenteuerlich verlegt, usw. Ist man sich über solche Zustände im Klaren, erkennt man potenzielle Gefahren schneller und ist vorbereitet.
  • Andere Kultur, anderes Wertesystem: Religiöser Fanatismus und autoritäre Staatssysteme lassen dem Touristen nicht immer den aus der Heimat gewohnten Spielraum für freie Selbstbestimmung: die falsche Kleidung am falschen Ort, grobe Fehler in den Umgangsformen, die Verdächtigung als Spion, nur weil man mit Kamera oder Smartphone hantiert, … All das lässt einen schnell zur unerwünschten Person werden und erhöht das Risiko, in unangenehme Situationen zu geraten. Wer die Regeln kennt, hat hier deutlich weniger Stress.
  • Kommunikation und Internet-Nutzung: Freies WLAN ist verlockend, aber gefährlich bei fehlendem Passwortschutz. Da sollte auf die Eingabe personalisierter Daten und Passwörter verzichtet werden. Auch die Nutzung der oftmals verseuchten PCs in den Internet-Cafes ist nur mit äußerster Vorsicht zu empfehlen. Also entweder mobiles Internet by Roaming nutzen oder eine SIM-Karte im Reiseland kaufen.
  • Online-Banking: Nur unter Verwendung einer sicheren Internet-Verbindung und eines sicheren Tan-Verfahrens empfehlenswert: beispielsweise Foto-Tan (hier wird ein Farbpixel-Code über ein Drittgerät in eine Tan umgewandelt).
  • Bargeldbeschaffung am Geldautomaten: Natürlich gelten im Reiseland dieselben Regeln zur Wachsamkeit: nur bei seriösen Banken Geld ziehen, Geldautomaten auf Manipulation prüfen und die Eingabe der Pin gegen fremde Blicke schützen. Ratsam ist auch das Abheben während der Bank-Öffnungszeiten:  im Bedarfsfall hat man dann schneller Ansprechpartner in der Bank, insbesondere bei fehlerhaftem Betrieb (Strom- oder Verbindungs-Probleme, Abbruch der Transaktion). Es gab auch schon eine ungewollte zweite Abbuchung vom eigenen Konto durch nachfolgende Kunden: hier hilft nur das zeitnahe Prüfen der Kontobewegungen und die Reklamation mit dem Beleg.
  • Verletzungen durch Tierangriffe: Die Angriffe türkischer Hirtenhunde (Kangals), wenn man einer Schafsherde zu nahe kommt, wilde Straßenhunde in Südeuropa oder freilebende Bären können einem ernsthafte Verletzungen zufügen. Neben dem richtigen Verhalten (Abstand halten, Lebensmittel nicht im Zelt offen liegen lassen) ist hier auch die Tollwut-Impfung dringend empfohlen.
  • Notfall-Management: Lästig, aber für den Ernstfall sehr wichtig ist das vorbeugende Zusammenstellen sicherheits-relevanter Adressen und Kontakte: Notruf-Nummern, Adressen der Krankenhäuser, Notfall-Vokabular in der Landessprache, gutes Kartenmaterial für eine sichere Orientierung, .. all das spart im Ernstfall Zeit und Irrwege.

Fazit für die Sicherheit auf Reisen

Ist man sich der Gefahren im Reiseland bewusst und richtet sein Verhalten und seine Reiseroute danach aus, dann ist eine ausreichende Sicherheit für Gesundheit, Leben und Ausrüstung erreichbar, auch wenn man in exotischen Regionen unterwegs ist.

Ein Kommentar:

  1. Das ist ein wunderbarer Artikel zum Thema Sicherheit auf Reisen. Vor allem auf den Punkt freies WLAN und Passwörter kann man nicht genug hinweisen.
    Vielleicht interessiert dich auch mein Artikel zu diesem Thema: Sicher auf Reisen

    Viele Grüße, Sabine

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