Planung einer Langzeitreise

Eine Langzeitreise in Eigenregie durch viele Länder oder gar Kontinente will gut vorbereitet sein. Visa-Bestimmungen für die Einreise in alle Länder, zulässige Aufenthaltsdauer je Land, Infos über Infrastruktur und Landes-Topografie, Auswahl der Sehenswürdigkeiten und Reiseziele, Berücksichtigung der Jahreszeiten, …  Die Planung der Reise-Route und die Beschaffung aller hierzu notwendigen Informationen ist eine sehr umfangreiche Aufgabe, mit der nicht früh genug begonnen werden kann.  Unsere Empfehlung zum systematischen Vorgehen bei der Planung einer Langzeitreise, insbesondere einer Radreise:

  • Alle Länder auflisten, die für die Reise in Frage kommen
  • Diese Länder sinnvoll miteinander vernküpfen zu großen Überlandrouten
  • Kartenbeschaffung (für eine grobe Routenplanung reicht der alte Schulatlas nicht mehr aus, aber es muss nicht die allerneueste Karte im Maßstab 1:200.000 sein)

Und dann Land für Land zu den folgenden Punkten recherchieren:

  • Prüfung auf Landes-spezifisches Gefahrenpotenzial (Auswärtiges Amt: bestehen Reisewarnungen?)
  • Streckenführung planen (grobe Planung ist hier ausreichend): Sehenswertes auf der Karte markieren, ebenso gefährliche Gebiete, für die eine Reisewarnung besteht, Infos über die Straßen-Qualität einholen, Grenzübergänge klären (mancher Grenzübergang ist für Touristen gesperrt), Spielraum lassen für die Berücksichtigung von Empfehlungen Einheimischer oder kurzfristig geänderter Sicherheitslage
  • Fahrstrecke und Besichtigungen in Reisetage umrechnen, Abgleich mit maximal zulässiger Aufenthaltsdauer, bei Bedarf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einplanen
  • Visa-Beschaffung von unterwegs für das nächste Reiseland: welche Landesvertretungen kommen in Frage?
  • Klimadaten beschaffen für die Reise-Länder und –Regionen (Regenzeit, Temperaturen, Schneerisiko, Windrichtung) und die Reisezeit in den betreffenden Ländern auf die günstigen Jahreszeiten abstimmen
  • Kulturelle Besonderheiten berücksichtigen (religiöse Feste nehmen u.U. starken Einfluss auf das öffentliche Leben)
  • Umgangsformen und Verhaltensregeln der Reiseländer recherchieren; das reduziert die „Fettnäpfchen“ (Beispiel: in China zu Tisch schlürfen und schmatzen ist erlaubt, Nase putzen dagegen absolut tabu!), Info über Kleidungsregeln (das ist vor allem wichtig in islamischen Ländern: muss es die „Burka“ sein, oder reicht der „Tschador“)
  • Sprache und Verständigung: Welche Sprachen werden verstanden? Kleinst-Wortschatz in Landessprache und ggf. Landesschrift vorbereiten
  • Gesundheitsschutz: sind Impfungen erforderlich? Wie sieht die medizinische Versorgung aus? Gibt es gefährliche Tiere? Reicht der heimische Versicherungsschutz? Auslands-Krankenversicherungen für Langzeitreisen sind deutlich teurer als die für Kurzreisen üblichen Reise-Krankenversicherungen für ca. 20 Euro p.a.! Insbesondere die Reiseländer Kanada und USA erzeugen hier deutliche Mehrkosten.
  • Ersatzteile-Versorgung klären: gibt es Fahrrad-Geschäfte? Sind die notwendigen Teile in der Regel verfügbar?
  • Geld und Währung: Landes-Währung und Reisewährung klären, ist die Bargeld-Beschaffung im Land möglich? Gibt es Geldautomaten? Wie seriös sind die Wechselstuben?
  • Übernachtungen: ist Zelten problemlos möglich? Alternative Unterkünfte? Couchsurfing nutzen?
  • Transportmittel für die Überland- und die Interkontinental-Strecken auswählen (Schiff, Flug, Bahn, Bus). Exotische Flugverbindungen sind deutlich teurer als die „Rennstrecken“ zwischen den gängigen Flughäfen; frühzeitig buchen oder Last-Minute-Angebote nutzen; flexibel sein bzgl. Abreise-Tag und Uhrzeit, insbesondere Sa, So, Mo sowie Ferienanfang und –ende als Reisetage vermeiden; Gepäck-Gewicht bestmöglich reduzieren. Ggf. die Reise-Route und den Zeitplan auf preiswertere Verbindungen anpassen.

Fazit zur Planung einer Langzeitreise

In der Gewissheit, dass sowieso alles anders kommt, als man es geplant hat, ist es ein beruhigendes Gefühl, sich schon einmal intensiv mit diesem komplexen Thema beschäftigt zu haben. Das erzeugt eine gewisse Routine im Umgang mit den relevanten Kriterien für eine Reise-Planung und erleichtert somit  kurzfristige Plan-Änderungen, die unterwegs auf einen zukommen. Und zunächst mit einem relativ konkreten Plan in der Tasche die große Reise zu starten, schadet auch nicht, sondern kann sehr von Vorteil sein. Insbesondere die Visa-Beschaffungs-Prozeduren und der Gesundheitsschutz müssen gut vorbereitet sein. Doch so kurzlebig politische Stabilität oder Einreisebestimmungen oftmals sind, so schnell zwingen einen neue Rahmenbedingungen auch zu Änderungen im ursprünglich geplanten Reiseverlauf. Ist ja nicht schlimm, sondern macht die Reise nur noch spannender.

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