Österreich 2015

Am 22.07.15 sind wir, von Deutschland kommend, nach Österreich eingereist.

Mittwoch, 22.7.15

Auf unserem Weg Richtung Balkan folgten wir der Donau noch bis Schlögen an der Donauschlinge. Ab hier ging es abseits der Flußtäler weiter und es begann natürlich direkt mit einem langen Anstieg von 300m (Donau) bis auf 460 m Höhe bei St. Agatha. Gut, dass wir frühzeitig oben auf der Höhe einen Zeltplatz fanden, denn es kündigte sich schon ein Gewitter an und es regnete tatsächlich ab dem frühen Abend heftig und lange.

Donnerstag, 23.7.15

Nach dem Aufstieg von gestern folgte heute zunächst eine 4 km lange Abfahrt. Was für ein Auftakt für einen Tag. Dann ging es auf Seitenstraßen durch Oberösterreich weiter Richtung Wels. EinKalkalpen gut gemeinter Tipp eines Ortskundigen führte uns auf eine stark hügelige Strecke: tolle Fernsicht über den Landkreis und die vor uns liegenden Kalkalpen, aber nicht enden wollende Anstiege, die teilweise nur noch Schieben zuließen. Doch nach einem großen Eis in Wels war das schnell vergessen. Südlich von Wels führte unsere Navigation uns auf einen vielbefahrenen Autobahnzubringer ohne Radweg. Das zehrte dann merklich an unseren Nerven. Hinter Ried fanden wir bei einer sehr netten Familie einen Zeltplatz. Abends plauderten wir gemeinsam bei Kerzenlicht und lauer Sommerluft auf der Terrasse. Das Wetterleuchten deutete das nächste Gewitter an; es blieb aber bei ein paar Regentropfen in der Nacht.

Freitag, 24.7.15

Der Tag begann mit einer kleinen Ehrenrunde: nach den ersten Kilometern fiel uns auf, dass wir unsere Pinzette am Zeltplatz liegen gelassen hatten. Also nochmal zurück. Glücklicherweise hatten wir die bevorstehende, lange Abfahrt ins Tal mit 11% Gefälle noch vor uns, sonst hätten wir die Pinzette abgeschrieben. In Kirchdorf flüchteten wir aus der viel zu heißen Mittagssonne. Dann ging es hoch in den Nationalpark Kalkalpen. Viele Höhenmeter, tolles Panorama und stets ein Gewitter-trächtiges Wolken-Szenario über uns. Beim Auffüllen unserer Wasserflaschen wurden wir vom 90 Jahre alten Bauern zu einem Kaffee eingeladen. Wir steuerten unsere Kekse bei und staunten über seine Lebensgeschichte.

Samstag, 25.7.15

Endlich mal eine geschlossene Wolkendecke; und angenehme 22°C. Bei der Fahrradketten-Reinigung fiel mir auf, dass der Kassetten-Abschlussring bei Annett lose war. Also Werkzeug raus, Rad umgedreht und alles wieder gerichtet. Ist immer aufs Neue beruhigend, das richtige Werkzeug dabei zu haben.
Weiter ging es auf einem wunderschönen Radweg durch Berg und Tal abseits jeden Verkehrs: teilweise Achterbahn-ähnliche Wegführung, viele kurze, steile Abfahrten, die einem den nötigen Schwung für den darauffolgenden Anstieg mitgaben. Sehr spannend mit unserem Gepäck an den Rädern. In Windischgarsten fand gerade das Lederhosenfest statt. So viele Kracher auf einen Schlag sieht mal selten.
Ab Spital am Pyhrn ging es rauf auf den Pyhrnpass bis 945 m und dann mit langer Abfahrt runter ins Tal bis nach Liezen. Das war der Beginn unserer „Alpen-Überquerung“ hier in der Steiermark. In Liezen wählten wir wegen dem regen-trächtigen Wetter einen überdachten Pausenplatz vor einem Bau- und Gartenmarkt. Und tatsächlich begann es während unserer Pause wolkenbruchartig zu regnen. Als uns klar wurde, dass der Regen so schnell nicht aufhören würde, wählten wir (nach Empfehlung durch einen Einheimischen, der sich auch untergestellt hatte) spontan einen Geräteschuppen auf dem Ausstellungsgelände als Übernachtungsstätte, denn es war schon spät und zum Zeltaufbau in strömendem Regen stand uns nicht der Sinn. Da kam uns natürlich entgegen, dass Wochenende war. Da stört sich niemand an solch einer Aktion.

 

Sonntag, 26.7.15

Es hatte bis Mitternacht durchgeregnet. Am Morgen strahlte wieder die Sonne bei angenehmen 19°C. Weil der Zeltabbau heute wegfiel, waren wir schon um 8 Uhr wieder auf der Straße. Nach Trieben folgte der Schoberpass (835 m), den wir gar nicht als Pass wahrnahmen, so moderat war der Anstieg. Bis Mittag hatten wir Rückenwind, nachmittags drehte der Wind und wir hatten auch bergab ordentlich zu kämpfen. Beim Auffüllen der Trinkflaschen wurden wir zum Kaffee eingeladen und hatten einen netten Plausch im Garten. Vor St. Michael suchten wir uns einen Zeltplatz beim Bauern.

Montag, 27.7.15

Es regnete. Nicht viel, aber oft; den ganzen Tag hindurch war es ein ständiger Wechsel zwischen Regenschauern und sonnigen Abschnitten. Das bedeutete: x-mal Regenjacke und Regenhose an- und nach wenigen Minuten wieder ausziehen. Oder einen Unterstand suchen ( zum Beispiel einen Traktor-Schuppen beim Bauern) und warten, bis der Regen aufhört. Ab St. Michael ging es weiter bis zum Obdacher Sattel auf 998 m. Diese Passage war zermürbend, weil es über 30 km nahezu stetig leicht bergauf ging. Kurz vor dem Sattel fanden wir bei einer sehr netten Bauern-Familie einen Zeltplatz. Über den Abend lernten wir nahezu die gesamte Familie des Bauern kennen: die Oma samt drei der vier Kinder und deren Familien incl. Urenkel. Man zeigte uns Fotos der Unwetter-Katastrophen von 2012 und 2013, wo es halbe Häuser und ganze Straßen hier im Dorf weggerissen hatte. Und wir dachten, es wird erst in Asien gefährlich.

Dienstag, 28.7.15

ÖsterreıchIn vielerlei Hinsicht wurde dieser Tag genau das Gegenteil zum Vortag: 35 km kontinuierliche Talfahrt vom Obdacher Sattel über das mit 17°C sehr kühle Lavanttal bis nach Wolfsberg, kein Tropfen Regen, schönste Radwege oftmals abseits der Straße direkt an der denaturierten Lavant entlang. Im Oberlauf war die Lavant auf vielen Kilometern ein von der Straße aus gut einsehbarer sportlicher Wildfluß. Das erweckte natürlich unser Interesse als Wildwasserpaddler. Heute schafften wir auch mal wieder stattliche 65 km Tagesstrecke. Bemerkenswert war auch der krasse Temperaturwechsel: innerhalb von 4 Tagen von 40°C runter auf zeitweise 17°C. Noch vor einer Woche gab es hier einen Hagelsturm mit 4 cm großen Hagelkörnern. War vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir einige Tage später als ursprünglich geplant von der Heimat aus gestartet sind.
Kurz vor der slowenischen Grenze fanden wir nahe der Drau beim Bauern einen Zeltplatz.

Mittwoch, 29.7.15

Um 10 Uhr passierten wir die Grenze zu Slowenien.

Resume Österreich:

Insgesamt sind wir 7 Tage durch Österreich geradelt und haben dabei 340 km absolviert. Wegen der vielen Höhenmeter war die durchschnittliche Tagesstrecke hier deutlich kleiner als auf unserem Weg durch Deutschland. Dafür hatten wir oftmals eine tolle Aussicht auf die Bergwelt.

Weiter gehts im Artikel Slowenien 2015.

2 Kommentare:

  1. Liebe Grüße,
    freue mich auf eure Slowenienerfahrungen…
    Andi

  2. Hallo ihr zwei,
    Auch ich wollte euch weiter gutes durchhalte Vermögen und Gesundheit wünschen und mich mal mit meinen Kommentar ein bringen. Bis jetzt ist alles gut und spannend zulesende Bericht weiter so;)
    Weiterhin wie wir Pfadfinder sagen „gut Pfad“
    Eure
    Momo und Familie

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