Kosovo 2015

Am 2.9.15 sind wir, von Albanien kommend, in den Kosovo eingereist. Hier wollten wir uns den Sara Park National ansehen und dann über Mazedonien weiter Richtung Süden fahren.

Mittwoch, 2.9.15.

Große Unterschiede zwischen Albanien und Kosovo konnten wir nicht feststellen. Wie auch, denn 95% der Kosovaren sind ja Albaner. Lediglich die Währung änderte sich für uns: im Kosovo wird mit Euro bezahlt. Die Freundlichkeit der Menschen ist auch hier sehr ausgeprägt: beim Auffüllen unserer Wasserflaschen kamen wir auch heute wieder mit den Anwohnern ins Gespräch und wurden prompt zum Kaffee bzw. auf ein Bier eingeladen. Wir werden oft gefragt, ob uns Albanien bzw. Kosovo gefällt und aus welcher deutschen Stadt wir denn kämen. Und sie freuen sich sehr, wenn wir unsere Begeisterung über ihr Land zum Ausdruck bringen.

Unser Weg führte durch eine nette Hügellandschaft mit einigen Dörfern. Kurz hinter Zhur suchten wir uns dann einen Zeltplatz.

Donnerstag, 3.9.15.

PrizrenHeute wollten wir uns die Stadt Prizren ansehen. Eine staubige Straße führte uns ins Zentrum. Der Verkehr nahm zu und unzählige Läden und Markthütten säumten die Straße.

Beim Gemüsestand gab es eine Stiege Tomaten für 1€. Da wir aber als Radreisende mit begrenztem Stauraum in den Packtaschen nur 2 Tomaten kaufen wollten, bekamen wir sie prompt geschenkt.

In einem riesigen Basar-Komplex (einer Zeltstadt von ca 100 x 100 m Fläche) fand Annett ein neues T-Shirt; das war überfällig. Ihr geliebtes Seiden-Shirt war durch Sonne, Wind, Schweiß und Meerwasser derart zerlöchert, dass es auch durch Stopfen mittlerweile nicht mehr zu retten war.

Duvska KlisuraNach Stadtbesichtigung und Eis ging es dann um 15 Uhr Richtung Brezovica hoch in den Berg. Die Straße wand sich mit leichtem Anstieg durch die Duvska Klisura, eine wunderschöne Felsen-Schlucht, bis nach Balice. An einer Bergquelle füllten wir unsere Flaschen auf und ein Einheimischer Radler zeigte uns per Fernglas eine Höhle im Berghang, die von Braunbären bewohnt wird. Hinter dem Dorf suchten wir uns dann einen Zeltplatz, denn ab hier sollte es nur noch steil bergauf gehen.

Freitag, 4.9.15.

Sehr frisch war es heute Morgen um 6 Uhr. Da reichte die Fleece-Weste schon kaum mehr aus, um warm zu bleiben. Ab 8 Uhr schien die Sonne aufs Zelt. Dann hatten wir wieder die gewohnten Temperaturen: knapp unter 30°C und Schwüle. Heute ging es erst mal, wie erwartet, nur bergauf bis auf 1540 m im Šara Park National. Die Schieberei zog sich bis zur Mittagspause und war wieder einmal zermürbend. Oben auf der Passhöhe gab es dann neben 2 Restaurants und einer Appartement-Siedlung ca. 6 Kleinhändler, die alle das gleiche asiatische Billig-Spielzeug sowie Wein und Honig aus eigenem Anbau verkaufen wollten. Es gab nur keine Kunden; keine Touristen-Busse weit und breit und nur selten hielt mal ein Auto hier oben. Ein seltsames Bild. Nach unserer Pause ging es dann rasant bergab, 24 km am Stück. Damit war der harte Aufstieg vom Vormittag vergessen. Wir besichtigten Brezovica (hier war gar nichts los) und machten in Strpce (hier pulsierte das Leben) Pause. Der Bäcker schenkte uns zum Einkauf ein zweites Brot, weil er sich freute, dass wir als deutsche Reiseradler bei ihm einkauften.

Samstag, 5.9.15.

Vor Doganovic kam unser Abzweig Richtung Mazedonien und wir nutzten die Läden für den Einkauf. KosovoVöllig unerwartet hatten wir hier WiFi und da dauerte unsere Pause dann plötzlich 3 Stunden. Dann ging es hoch bis auf 1090 m durch die schönste Ecke im Kosovo: eine reizvolle Berglandschaft mit wenig Verkehr und kleinen Dorf-ähnlichen Bebauungen in den Berghängen. Beim Wassertanken in einer Bar auf der Passhöhe wollten uns einige Gäste dann wieder zum Kaffee einladen. Leider fehlte uns dafür heute Abend die Zeit, denn es dämmerte schon und die Suche nach dem Zeltplatz stand an.

Sonntag, 6.9.15.

Bis zur Grenze war es nicht mehr weit. Um 10 Uhr waren wir dann in Mazedonien angenommen. An dieser Grenze wurden wir zum ersten Mal vom Zoll interviewt. Sonst war die Abwicklung wie gewohnt: schnell und einfach.

Resume Kosovo

5 Tage waren wir in der Republik Kosovo unterwegs und haben auf insgesamt 130 km Strecke 2100 Höhenmeter hinter uns gebracht. Freundliche Menschen, viele nette Begegnungen, etwas mehr Verkehr als in Albanien, staubige Straßen, steile Berge und sehenswerte Landschaft. Unser Eindruck war durchweg positiv. Als Reiseland ist der Süden Kosovos (unsere Reiseregion) völlig ungefährlich.

Weiter geht es im Artikel  Mazedonien 2015.

4 Kommentare:

  1. Rosemarie Weimann

    Hi,

    mit großem Interesse habe ich Euren Blog gelesen. Ich reise mit dem Bike als Alleinreisende kreuz und quer durch Europa. – Nächstes Jahr stehen die südlichen Balkanländer auf dem Programm. Dazu habe ich eine Frage. Meine Idee ist von Süden in den Kosovo einzureisen nach Pristina und dann nach Osten über die Berge hinaus nach Vranje (Serbien). – Wisst Ihr, ob diese Strassen passierbar sind und ob es auch als alleinreisende Frau ungefährlich zu sein scheint.

    Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen.

    Viele Grüsse und guten Biken.

    Rosemarie

    • Hallo Rosemarie,
      da frage besser jemanden, der sich dort gut auskennt. Auf unserer Strecke gab es keine gefaehrlichen Situationen.
      Viel Erfolg und viel Spass auf der Reise.
      LG

  2. Brigitte Großmann

    Brigitte aus Borken 6.1.16
    Ein gesundes und glückliches neues Jahr euch. Ich habe mich soooo über ein Lebenszeichen gefreut. Ganz ehrlich, habe lange nicht in den Reisebericht geschaut und durfte jetzt ab Slowenien den Bericht lesen. Super klasse, ich fahre in Gedanken mit. Habe mir die Landkarte aufgeschlagen. Ich bewundere euch und freue mich so sehr, dass es euch gut geht. Alles Gute bei der Fahrt durch die Türkei und ganz liebe Grüße.

  3. Es war schön, wieder zwei spannende und informative Berichte von euch zu lesen 🙂
    Macht weiter so!

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