Infoblock Indochina

Infoblock Indochina

Dieser Infoblock Indochina beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch Asien. Wir haben auf dieser Reise in 2016/2017 die folgenden Länder von Indochina besucht:

Insgesamt waren wir in diesen Ländern 6 Monate auf Tour. Dabei haben wir sehr detaillierte Eindrücke gesammelt, die wir als komprimierte Information in diesem Artikel wiedergeben.

Bau-Substanz in Indochina

In den ärmeren Ländern Laos und Kambodscha findet man meist einfache Holzhütten auf Stelzen. In den Städten und im Privatbesitz reicher Familien gibt es dann zunehmend Steinmauerwerk. Thailand ist in dieser Hinsicht weit kultivierter.

Allgemein gilt allerdings in Indochina: Heizungsanlagen braucht man nicht, denn selbst im Winter bleibt es angenehm warm. Warmes Wasser für die Körperpflege benötigt ebenfalls keiner. Schutz vor der Sonne ist dagegen ganz essentiell. Daher sind viele Hauser auf Stelzen gebaut. Das Leben findet dann unter dem eigenen Haus im luftigen Schatten statt.

Toiletten in Indochina

Auch hierbei ist Thailand am weitesten kultiviert. Toilettenpapier ist selten und viele öffentliche Anlagen sind heruntergekommen. Das betrifft auch die meisten buddhistischen Tempelanlagen. Meist werden Toilette und Waschraum in einem Raum kombiniert. Duschen findet man selten, meist schöpft man mit einer Plastikkelle das Wasser aus einem großen Bottich und schüttet es sich über den Körper. Somit ist der Boden fast ständig nass und die Hygiene ist grenzwertig. Noch verstärkt wird die entstehende Unbehaglichkeit meist durch die in Asien verbreitete Sitte, barfuß zu gehen. Die Tempel-Gebäude, private Wohnungen, ja sogar viele Geschäfte werden ohne Schuhe betreten. Bei dem Toilettengang hofft man dann immer auf bereitstehende Bad-Flip-Flops. Wenn man sie dann vorfindet, sieht man an Aussehen und Zustand allerdings oft sofort, wie viele Jahre sie schon ihren Dienst tun mussten in diesem immer-feuchten Biotop.

Zelten in Indochina

Wir folgten auf unserer Radreise den Empfehlungen der Locals, die Tempel aufzusuchen für die Übernachtungen. Sie schließen meist über Nacht ihre Tore und so bleibt man mit samt seinem Gepäck in sicherem Umfeld. Auch ist man besser geschützt vor Schlangen oder Skorpionen. Meistens wird man in der Sala untergebracht, wo man auf überdachter Fläche seine Schlafmatte auf den Boden legt. Gerade in den Wintermonaten mit den kurzen Tagen war das angenehmer als das Zelten. Es gab Licht, Strom zum Laden der Akkus, Toiletten und oft auch nette Gespräche mit den buddhistischen Mönchen. Das Zelt haben wir in den 6 Monaten in Indochina lediglich zweimal aufgebaut.

Die Bereitschaft der Mönche, uns in den Tempel-Anlagen schlafen zu lassen, war allerdings stellenweise unterschiedlich ausgeprägt. In Thailand erlauben die Äbte es fast immer. In Laos wurde es schwieriger. Dort ist Frauen die Übernachtung im Tempel in der Regel nicht erlaubt. Auch in Kambodscha gab es einige Absagen. Es steht und fällt oftmals mit der Einstellung des Abtes zu dieser Angelegenheit. Auch wird gerne gesehen, wenn man früh um 5 Uhr schon mit den Mönchen aufsteht und um 6 Uhr abfahrbereit ist. Für uns war das kein Problem, weil wir sowieso die kühlen Morgenstunden fürs Radeln nutzen wollten.

Wir haben vor allem in den größeren Städten Warmshowers- oder Couchsurfing-Kontakte aufgesucht für die Übernachtung. Aber nicht selten wären die Tempel da die bessere Alternative gewesen, was Hygiene, Liegeplatz, Strom, Licht und andere Dinge angeht.

Will oder kann man nicht in Tempel-Anlagen übernachten, gibt es dennoch genug geeignete Plätze für das eigene Zelt.

Warmshowers-Unterkunft in Kambodscha:    Clip

Kommunikation in Indochina

Sprache und Schrift sind in allen drei Ländern ein größeres Hemmnis. Man findet zwar immer wieder mal jemanden, der Englisch spricht, aber durch den speziellen Akzent hört es sich oft wie eine andere Sprache an. Ein paar Wörter und vor allem die Zahlen hat man aber sehr schnell in der Landessprache erlernt. Wendet man sie an, scheitert man zunächst an der Aussprache. Eine leichte Veränderung in der Aussprache und das Wort hat eine ganz andere Bedeutung. Doch Übung macht den Meister. So auch hier. Die Zahlen sind wichtig für die Einkäufe auf dem Markt.

Khmer-Alphabet:    Clip1    Clip2

Sicherheit in Indochina

Es gab in unserer Aufenthaltszeit in Indochina keine gefährlichen Situationen, wo wir uns hätten Sorgen machen müssen um uns oder unsere Ausrüstung. Es sind sichere Länder mit friedliebender Bevölkerung.

Tiere in Indochina

Es gibt einige Tiere, vor denen man sich hüten muss. Dazu zählen Schlangen, Skorpione und Hundertfüßler. Darüber hinaus gibt es noch einige lästige Tiere, die einem Stress bereiten können. An erster Stelle seien hier die kleinen Ameisen erwähnt, die unsere Packtaschen mehrmals aufgesucht hatten. Sie beißen gerne und organisieren sehr schnell regelrechte Invasionen im Gepäck. Dann gibt es noch Affen, die frei herumlaufen, zum Beispiel in Lop Buri in Thailand. Und in manchen Tempel-Anlagen wimmelt es vor Hunden, die nachts für ordentliche Geräuschkulisse sorgen, wenn das Rudelbellen eingeleitet wird.

Insektenschwarm in Kambodscha:   Clip

Ameiseninvasion in Kambodscha:   Clip1    Clip2

Gottesanbeterin:   Clip

Strassen in Indochina

Thailand hat eine hohe Straßenqualität, die der deutschen sehr nahe kommt. Es gibt sogar Radwege. In Laos und Kambodscha findet man häufiger auch ramponierte Straßen oder vielerorts Schotter- und Lehmpisten. Erstaunlicherweise auch in den Seitenstraßen größerer Städte. Somit liegt in Laos und Kambodscha viel Staub in der Luft. Unsere Kleidung konnten wir da fast täglich auswaschen. Ebenso legt sich ein brauner, klebriger Staubschleier auf die Packtaschen am Rad.

Lehmpisten:    Clip1    Clip2    Clip3

Verkehr in Indochina

In Thailand wird sehr rücksichtsvoll gefahren, in Laos und Kambodscha geht es oft rauer zu auf der Straße. Das Schlimmste war allerdings in allen drei Ländern der Moped-Verkehr. Der Seitenabstand beim Überholen beschränkt sich meist auf wenige Zentimeter und man erschreckt sich regelmäßig, wenn sie an einem vorbeihuschen. Fahrradfahren ist in Indochina halt nicht sehr verbreitet und somit ist den Einheimischen gar nicht bewusst, welchen Schrecken sie einem einjagen beim Überholen.

Rikscha in Thailand:   Clip

Fähre in Laos:   Clip

Traktor in Indochina:    Clip

Trampen in Indochina

In allen drei Ländern haben wir mehrfach gefährliche oder langweilige Strecken per Mitnahme in einem motorisierten Fahrzeug zurückgelegt. In Thailand klappte das Trampen am besten, weil die allermeisten dort einen Pickup fahren. Aber auch in Laos und Kambodscha dauerte die Suche nach einem Helfer nicht lange.

Mitfahrt im Pickup:    Clip

Orientierung in Indochina

Durch die fremde Schrift ist das Lesen der Ausschilderung meistens unmöglich. Nur in den Touristenzentren oder an Sehenswürdigkeiten findet man auch englische Beschilderung. Sehr hilfreich war uns hierbei die digitale Orientierung per GPS auf unserem Smartphone.

Wetter/Klima in Indochina

Wir hatten unseren Aufenthalt bewusst in die Wintermonate November-April gelegt, weil es in anderen Jahreszeiten entweder zu heiß ist oder zuviel Niederschlag fällt. Und beides erschwert das Reiseradeln merklich. Trotzdem war es uns ab Februar schon zu heiß. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist das eigentliche Problem hierbei. Im trockenen Zentralasien waren 50 Grad Hitze besser zu ertragen als die schwül-feuchten 35-40 Grad in Indochina.

Grenzen in Indochina

Die Grenz-Formalitäten sind sehr unkompliziert und nehmen nicht viel Zeit in Anspruch. Unser Gepäck wurde nicht durchsucht, es gab wenig Papierkram und an allen Grenzposten war das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Nach unseren Erfahrungen in Zentralasien empfanden wir die Grenzgänge in Indochina als einfachste Übung.

Bürokratie in Indochina

Als Reisende hatten wir keine Erlebnisse, die auf eine komplizierte Bürokratie schließen lassen. Die Polizei war freundlich und hilfsbereit, es gab keinen Stress im Verkehr, wenn man gegen Regeln verstieß und auch sonst hatten wir keine negativen Erlebnisse in dieser Hinsicht. Somit stufen wir alle drei Länder als einfache Reiseländer ein.

Einkauf in Indochina

Große Supermärkte gibt es nur in den Hauptstädten. Sie sind aber auch nicht wirklich nötig für die Versorgung. Denn in allen Straßen, selbst in den kleinsten Dörfern gibt es eine Unmenge kleiner Läden und Verkaufsstände. Der Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall, denn es wird gerne ein höherer Preis für Touristen erhoben. In Laos und Kambodscha artet das auch schnell mal in Touristennepp aus.

Importierte Artikel sind sehr teuer, einheimische Produkte deutlich preiswerter als bei uns. Haferflockern findet man selten, dagegen füllt Sojamilch in allen Variationen ganze Regale. Wenn man sich auf die landes-üblichen Produkte einläßt, gibt es bei der Versorgung keine Probleme.

Unseren Spiritus-Kocher haben wir nur äußerst selten benutzt, weil die Straßenküche in Indochina alles bietet, was man sich nur wünscht. Preislich kommt man mit Selberkochen auch nicht günstiger weg. Manche Lebensmittel sind eher gewöhnungsbedürftig in Indochina. Wir fanden gebackene Frösche, Maden, gegrillte Heuschrecken, Ameisensalat und sogar Ratten auf den Lebensmittelmärkten. Vieles davon schmeckt gar nicht mal schlecht. Aber bei den Ratten hörte für uns der Spaß auf.

Streetfood:    Clip

Esskultur in Indochina

Vielerorts wird im Sitzen auf dem Boden gegessen, aber oft werden auch Tisch und Stühle genutzt. Es gibt Besteck oder Stäbchen. Mit den Händen essen ist eher unüblich.  In den Restaurants und auch im Streetfood-Bereich sitzt man meist am Tisch, in den Tempeln wird meist auf dem Boden sitztend gegessen.

Eine Hähnchenkeule wird nicht als Ganzes serviert, sondern samt Knochen einfach in mehrere Stücke zerhackt. Manchmal kauft man gegrilltes Fleisch, aber es ist nur gerösteter Knorpel mit Fett. Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl dafür, was wirklich genießbar ist und was nicht.

Gesundheit in Indochina

Die Gesundheitsversorgung in Thailand war auf einem hohen Niveau. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, als ich in Bangkok mein Dengue-Fieber behandeln ließ. Über Laos und Kambodscha haben wir keine Erfahrungswerte.

Trinkwasser muss man kaufen oder filtern. Meist gibt es auf dem Land nur eine spartanische Brauchwasser-Versorgung ohne Leitungssystem. Das Wasser wird dann in riesigen Tonbottichen im Schatten der Hütte gelagert. Diese Bottiche werden immer nur nachbefüllt und selten gereinigt. Im Hinblick auf die Hygiene ist das Wasser also meist grenzwertig.

Fahrrad-Service in Indochina

Thailand ist sehr gut organisiert, wenn es um Bike-Shops, Ersatzteile und Service geht. Allerdings waren die hochwertigen Komponenten meist deutlich teurer als in der Heimat. In Laos und Kambodscha reduziert sich der Fahrrad-Service auf die Hauptstädte. Außer Gummilösung hatten wir allerdings hier keine Produkte gesucht. Auch hier fehlen uns Erfahrungswerte.

Internet in Indochina

WiFi findet man oft und man kann es auch nutzen, wenn man nicht gerade Kunde ist. Aber die Stabilität der Verbindung läßt Wünsche offen. In Thailand war das Netz noch am stabilsten. In Laos und Kambodscha bricht die Verbindung oft ab oder es kommt ein kurzer Stromausfall hinzu. Mit so einem Vorfall hatte ich mir in Kambodscha über Nacht unsere Website zerschossen. Auch sind dort viele Rechner auf einem alten Stand und es gibt Probleme beim Lesen der eigenen SD-Speicherkarten. Rekord war hierbei ein Computer der Touristeninfo in Siem Reap. 21 Treiber waren dort veraltet und mussten erst aktualisiert werden, bevor ich an dem Rechner erfolgreich arbeiten konnte.

Karaoke in Indochina

Karaoke erlebt man sehr oft. Das gehört wohl zu den meisten Partys und öffentlichen Anlässen obligatorisch dazu. Allerdings hört man selten talentierte Sänger am Mikro. Das kann dann auf Dauer etwas belastend werden, wenn man in unmittelbarer Nähe sein Nachtlager hat.

Panorama in Indochina

Viele Berge gibt es im Norden von Thailand und in Laos. Landschaftlich sehr schön, aber teilweise sehr mühsam per Reiserad, vor allem im Nordosten Thailands. Das Kalksteingebirge in Laos beherbergt viele Höhlen und Wasserfälle, die alle besichtigt werden können. Die Kalkstein-Formationen sind stellenweise atemberaubend exotisch. Und überall wuchert der tropische Dschungel.

Höhlen in Laos:   Clip

Wasserfall in Laos:   Clip

Landschaft in Laos:    Clip1    Clip2

Tropische Früchte in Indochina

Besonders beeindruckend ist das tropische Obst, das einem am Straßenrand fast in den Mund wächst. Bananen, Ananas, Papaya, Kokosnuss, Zuckerrohr, Jackfruit, Lamyai, Mango, und einige weitere Früchte wachsen in diesem begnadeten Klima und bereichern täglich die eigene Speisekarte.

Kokosnuss-Verarbeitung:     Clip1    Clip2

In der Galerie findest Du weitere Fotos zu den einzelnen Ländern:   Thailand / Laos / Kambodscha 

In unserem Youtube-Kanal findest Du weitere Videos zu den einzelnen Ländern.

In unseren Reiseberichten zu den einzelnen Ländern findest Du viele weitere Infos und Tipps:  Thailand / Laos / Kambodscha / Thailand 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.