Infoblock Türkei

Unser Infoblock Türkei aus der Radreise in 2015/2016

Wir haben auf unserer Radreise nach und durch Asien die Türkei von Dezember 2015 bis Februar 2016 besucht und aus unseren Erfahrungen und Erlebnissen diesen Infoblock Türkei erstellt.

Der Baustil in der Türkei

Der Baustil ist sehr europäisch und weist keine nennenswerten Besonderheiten auf. An der Mittelmeer-Küste ist der Baustil natürlich oftmals mediterran. Moscheen befinden sich in jeder Stadt, in jedem kleinen Dorf. Und sie sind in der Türkei deutlich größer als in anderen islamischen Ländern, die wir bereist haben. Oft dominieren die hohen Minarette dieser Moscheen, schon von weitem sichtbar, die Skyline einer Stadt.

Toiletten in der Türkei

Öffentliche Toiletten sind allermeist sehr gepflegt. Auch und vor allem auf den Tankstellen. Überhaupt haben die sanitären Anlagen in der Türkei eine große Bedeutung. Das bringt der Islam, die Staatsreligion, mit sich. Denn an vielen Einrichtungen, so auch den Tankstellen, befindet sich ein Gebetsraum. Und zur Vorbereitung auf die mehrmals täglich stattfindenden Gebete finden Waschungen statt. Somit findet man meist auch eine große Anzahl Waschplätze vor.

Die Bewegungsmelder für die Beleuchtung in öffentlichen Toiletten sind oft viel zu kurz eingestellt. Nach wenigen Sekunden geht das Licht wieder aus; dann fuchteln alle hektisch mit den Armen herum, um den Stromfluss wieder zu aktivieren.

Zelten in der Türkei

Zelten ist in der Türkei ohne Probleme möglich. In den kalten Wintertagen haben wir oft an Tankstellen unser Zelt aufgebaut. Dort gab es heißen Tee, einen Raum zum Aufwärmen, Heizstrahler und fruchtbar nette Teams. Das hob die Stimmung und machte das Zelten angenehmer in jeder Hinsicht. Manches Mal boten sie uns dort auch einen Raum oder sogar den Gebetsraum mit Teppichboden zur Übernachtung an.

Kommunikation in der Türkei

Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Man wird oft angesprochen und eingeladen auf einen Tee oder mehr. Auch hier nimmt die Religion Einfluss. Im Islam ist es Pflicht, Reisende zu unterstützen und ein Gast wird behandelt wie ein König.

Religion in der Türkei

Staatsreligion ist der Islam. Und er wird hier in der Türkei relativ frei gelebt. Es gibt keine strenge Kleiderordnung und jeder kann seinen Glauben frei leben. Die Moscheen und Gebetsräume werden sehr intensiv genutzt. Bei Besichtigungen sind wir manches Mal vom Hodscha angesprochen und eingeladen worden. Dabei war die Begegnung nie aufdringlich oder von dem Wunsch motiviert, uns zum islamischen Glauben zu überreden.

Film-Clip:   Aufruf zum Gebet

Sicherheit in der Türkei

In Zeiten ständiger Terror-Gefahr ist es schwer, ein Land wie die Türkei als komplett sicher zu bezeichnen. Wir hielten uns nie in den Zentren der Großstädte auf, daher war das Risikopotential auf unserer Reise natürlich gering. Auf dem Land oder entlang der Küste ist man sicher unterwegs. Es gab nie Situationen, in denen wir mit Kriminalität hätten rechnen müssen. Und um die Kurdengebiete im Südosten der Türkei haben wir einen Bogen gemacht. Vor dem Kangal muss man sich hüten (siehe unter Tiere).

Tiere in der Türkei

Unsere Begegnungen mit Kangals, den großen Hirtenhunden in einigen Gebieten der Türkei, verliefen harmlos. Es gab keine Situation, in der wir mit Angriffen oder gar Bissverletzungen hätten rechnen müssen. Allerding haben wir um die berüchtigten Gebiete auch einen weiten Bogen gemacht in unserer Streckenplanung. Wir sahen einige Exemplare lediglich aus sicherem Abstand auf privatem Gelände.

Straßen in der Türkei

Die Straßen haben meist einen breiten Seitenstreifen, den man als Radfahrer nutzen kann. Eigentlich ist es die Fahrspur der vielen städtischen Kleinbusse. Und für deren Fahrer waren wir mit unseren Fahrrädern dann natürlich ein gewaltiger Störfaktor. Ein Wunder, dass es keine Kollision gab. Der oftmals rauhe, holprige Straßenbelag war auf Dauer sehr nervig. Es fuhr sich wie Kopfsteinpflaster und war kein Vergnügen mit unseren bepackten Rädern.

Verkehr in der Türkei

Der Verkehr ist manches Mal sehr gefährlich. Da waren wir froh, wenn es einen Seitenstreifen gab. Man liebt hier offensichtlich frisierte Autohupen: pausenlos hört man Hupkonzerte mit mehrtonigen Hupen oder Intervall-Hupen, sowohl von PKWs als auch von LKWs. Überhaupt ist die Hupe wichtiger als die Bremse. Viele LKWs sind völlig abgenutzt und pfeifen auf dem letzten Loch.

Trampen in der Türkei

Nach unseren positiven Erfahrungen mit dem Trampen in vielen asiatischen Ländern würden wir heute in der Türkei auf Bahn und Bus verzichten. Trampen ist viel unkomplizierter, vor allem wenn man mit Fahrrad und Gepäck auf Tour ist. Allerdings muss man flexibel sein, was Strecke und Ziel angeht. Oft erreicht man seinen Zielort nur in mehreren Etappen. Es kommt aber auch vor, dass ein Autofahrer hält und von sich aus die Mitnahme anbietet.

Orientierung in der Türkei

Wir navigierten mit GPS und unserer Landkarte. Das klappte problemlos. Die Karte war hilfreich, wenn wir Einheimische nach der schöneren Route befragten. Man kann in ländlichen Gebieten aber nur schwer einschätzen, wieviel Zivilisation man vorfinden wird. Für uns war das nicht unwichtig wegen der Lebensmittel- und Trinkwasser-Versorgung auf unserer Radreise.

Wetter / Klima in der Türkei

Der türkische Winter war zeitweise härter, als wir es erwartet hatten. Wir erlebten im Bereich Kayseri, Sivas, Tokat viele frostig kalten Tage, drei Tage mit Schneefall und eisigen Gegenwind. Da hatten wir auf Basis der Klima-Statistiken mit milderen Tagen gerechnet. Doch wenn an der Mittelmeerküste die Sonne schien, dann war es heißer als in manchem deutschen Sommer. Das regnerische Wetter am Schwarzen Meer können wir bestätigen. Und der Regen schlug zeitweise doch aufs Gemüt. Fährt man im Osten an der Schwarzmeer-Küste weiter entlang bis nach Georgien, dann kann man die scharfe Wetterscheide sehr gut ausmachen: sobald man sich einige km von der Küste entfernt hat, findet man wolkenfreien Himmel.

Grenzen in der Türkei

Die Abwicklung der Aus-bzw. Einreise war hier schon deutlich komplizierter als zwischen den europäischen Ländern: man muss 4 mal den Pass abgeben, überquert im Niemandsland eine Brücke mit 4 bewaffneten Grenzposten und muss den Grenzbeamten auf der Landkarte zeigen, welche Route man exakt fahren wird. Zwischen den einzelnen Stationen schlängelt man sich durch endlos lange LKW-Schlangen hindurch.

Bürokratie in der Türkei

Bis auf die etwas intensivere Abwicklung an der Grenze bei Ein- und Ausreise gab es keine Berührungspunkte mit anstrengender Bürokratie. Allerdings gab es in Nigde einen besonderen Zwischenfall. Dort wurden wir des Nachts kurz nach unserer Ankunft per Zug von einer Polizei-Patroullie regelrecht auseinandergenommen. Wir wurden für Terroristen oder Schmuggler gehalten und dementsprechend behandelt. Nach einigen Stunden auf der Wache und vielen Befragungen und Erklärungen unsererseits war man dann von unserer Unschuld überzeugt und wir wurden wieder wie anständige Bürger behandelt. Wer die Details hierzu nachlesen möchte, kann das hier unter dem 15.02.16 tun.

Einkauf in der Türkei

Es gibt einige Supermarkt-Ketten und viele kleine Läden in jedem Dorf, die Versorgung ist kein Problem. Wir hatten nur auf dem Land manches Mal größere Strecken zurückzulegen bis zur nächsten Einkaufs-Möglichkeit.

Esskultur in der Türkei

„Cay“ (Tee) gibt es überall und oft kostenlos: an Tankstellen, am Lagerfeuer der Erntehelfer auf den Obst-Plantagen, ja sogar auf Baustellen (zubereitet in originellen Holzfeuer-betriebenen Apparaturen).

Gegessen wird sowohl auf dem Boden sitzend als auch am Tisch in europäischer Art. Das kommt auf die Einstellung der Familie an. Die türkische Küche ist vielfältig und schmeckt sehr gut. Da gibt es noch viel mehr als nur Kebab und Goezleme.

Fahrrad-Service in der Türkei

In größeren Städten findet man gut sortierte Bike-Shops und Shimano-Komponenten. Auch 9-fach-Ketten waren stellenweise verfügbar. In vielen Städten gibt es Biker und privat organisierte Bike-Teams.

Internet in der Türkei

Wifi gibt es überall und manches Mal boten uns die Einheimischen im Rahmen einer Einladung auch die Nutzung des heimischen Computers an. Schwierigkeiten gab es mit unserem E-Mail-Account bei O2. Der war nicht nutzbar in der Türkei. Aber GMail funktionierte einwandfrei.

Panorama in der Türkei

Entlang der Mittelmeer-Küste gibt es wunderschöne Passagen, unter anderem den Lykischen Weg. Im Inland wird es sehr gebirgig. Die Schwarzmeer-Küste empfanden wir als nicht so spektakulär. Lag aber bestimmt auch am regenreichen Klima.

Tropische Früchte in der Türkei

Es gibt Orangen in Hülle und Fülle und im östlichen Bereich der Mittelmeerküste wachsen Bananenstauden.

Sehenswürdigkeiten in der Türkei

Es gibt viel sehenswerte Landschaft, vor allem an der Mittelmeerküste. Und es gibt landschaftliche und kulturelle Highlights, deren Besichtigung ein Muss ist: Pamukkale (lag leider nicht auf unserer Route), Kappadokien, Gümüsler Manastiri, Troja, Ephesos, Myra, Letoon, die Ruinen der antiken Stadt Korykos, die Ruinen von Patara , Mamure Kalesi, der lykische Weg und einige Städte wie zum Beispiel Amasya, Antalya, Tokat und nicht zu vergessen einige große Moscheen.

Weitere Infos

Weitere Fotos zur Türkei findest Du in unserer   Galerie Türkei

Detaillierte Infos zum Land und seiner Kultur findest Du in unserem Reisebericht über die Türkei

Ein Kommentar:

  1. Hallo Annett und Raimund!

    Ein wirklich schöner Reisebericht. Auf die Idee mit dem Rad durch die Türkei zu fahren, bin ich selbst noch nicht gekommen. Kappadokien ist aber auf jeden Fall eine der Gegenden der Türkei, in der ich mir das vorstellen kann. Das habe ich mir das letzte Mal schon gedacht, vor einem Monat, als ich dort war.

    lg Thomas

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