Infoblock Laos

Dieser Infoblock Laos beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch Asien. Wir waren dort in Januar und Februar 2017 insgesamt 28 Tage mit den Fahrrädern unterwegs.

Viele Reiseradler trifft man hier um diese Jahreszeit; vor allem die Strecke von Vieng Kham über Lak Sao bis nach Thakhek ist sehr stark frequentiert.

Die Bausubstanz in Laos

Viele Häuser sind auf Stelzen gebaut. Das tägliche Leben findet dann unter dem Haus im kühlen Schatten statt. Die Häuser sind meist sehr einfach gehalten, auf dem Land allermeist aus Holz oder auch Bambus. Massiv-Bauweise und Installation findet man nur in Städten. Aber auch in allen Städten gibt es Viertel mit einfachster Bebauung. An der Bebauung erkennt man sehr deutlich die Armut im Lande.

Die Toiletten in Laos

Allermeist sind die Toiletten sehr einfach ausgestattet. Es gibt kein Toilettenpapier, lediglich einen Bottich mit Wasser und eine Kelle. Das ist halt asiatischer Standard. In den guten, gehobenen Hotels und öffentlichen Einrichtungen sieht das aber meist deutlich besser aus.

Zelten in Laos

Die Suche nach einem Schlafplatz in einem buddhistischen Tempel ist deutlich schwieriger als in Thailand. In vielen Tempeln wird man abgewiesen, oder es gab Bedenken, weil Frauen eigentlich nicht im Tempel übernachten dürfen. Aber am Tempel zu fragen, kostet nichts und manches Mal erhält man eben auch eine Zusage.

Im Tempel ist man auch nie sicher vor einer späteren Ablehnung durch Personen höheren Ranges oder die Polizei, wenn sie der Meinung ist, dass der Tempel nicht sicher genug ist.

Auch muss man im Tempel immer mit nächtlichen Aktivitäten der Mönche rechnen: Trommelschläge nachts um 2 Uhr oder Gebete, die Reinigung der Gebäude oder andere Vorbereitungen auf religiöse Zeremonien ab 4 Uhr in der Frühe sind oft das abrupte Ende eines erholsamen Schlafes. Und es wird gerne gesehen, wenn man früh um 6 Uhr schon wieder abfahrbereit ist.

Zelten ist alternativ sehr oft möglich. Man sollte aber mit freilaufenden Affen und auch Schlangen rechnen im Gelände.

Die Kommunikation in Laos

Die Laoten sind ein sehr aufgeschlossenes Volk. Man wird sehr oft gegrüßt im Vorbeifahren. Insbesondere auf dem Land grüßt einen fast jeder. Mit Englisch kommt man in den Städten gut zurecht, auf dem Land helfen einige Brocken in der Landessprache.

Religion in Laos

Der Buddhismus ist die vorherrschende Religion. Und er durchdringt das Leben der Laoten sehr intensiv. Es gibt unzählig viele Tempel im Land, die Mönche genießen ein hohes Ansehen. Allmorgendlich erlebt man den Bettelgang der „mittellosen“ Mönche (Tak Bat). In vielen Privathäusern gibt es buddhistische Gedenkstätten für die hausinternen Zeremonien.

Die Sicherheit in Laos

Die Laoten sind friedlich und freundlich. Aggression ist ihnen völlig fremd. Und kriminelle Energie findet man höchst selten. Und wenn, dann ist diese mit Sicherheit durch die vorherrschende Armut initiiert. Folglich sollte man auf seine Sachen gut aufpassen, Fahrräder abschließen und Wertsachen nicht am Fahrrad zurücklassen.

Die Tierwelt in Laos

Es gibt freilaufende Affen, Schlangen, die übliche Mücken-Belagerung in den frühen und späten Stunden des Tages und überall im Lande kleinste Ameisen, die sich rasant schnell über alles Essbare hermachen, wenn man nicht stets sorgfältig seine Packtaschen am Fahrrad verschließt.

Ameisen-Invasion:    Clip

Die Straßen in Laos

Die Straßen im Land sind stellenweise staubig, es gibt auch Schlamm-Wege und vor allem viel rote Erde. In der Regel haben die Straßen aber guten Asphalt. Manchmal geht diese Asphaltdecke dann am Randstreifen, optisch nicht erkennbar, in losem Schotter über. Sehr tückisch, wenn man mit Fahrrad und Gepäck unterwegs ist. Besonders in Außenkurven.

Lehmpiste in Laos:    Clip

Der Verkehr in Laos

Es gilt Rechtsverkehr. Für Radler ist der Verkehr nicht so gefährlich, wie in anderen Ländern in Südostasien. Viele Autofahrer halten Abstand. Im Gegensatz zu den Motorrollern. Die brettern oft extrem dicht an einem vorbei.

Trampen in Laos

Trampen klappte im Norden des Landes etwas besser als im Süden. Aber der hohe Anteil Pickups und Kleinlaster erleichtert die Suche und hält die Wartezeit in Grenzen.

Orientierung in Laos

Mit digitaler Karte und GPS ist die Orientierung kein Problem. Die Befragung Einheimischer macht nur Sinn, wenn man die Landessprache versteht oder auf einen englisch sprechenden Ortskundigen trifft. Gemäß der asiatischen Mentalität erhält man eher eine falsche Antwort als ein klares „Nein, ich weiß es nicht“. Entfernungen werden meist in Minuten angegeben. Sehr gewöhnungsbedürftig.

Das Klima in Laos

Aufgrund der Nähe zum Äquator ist es in Laos immer tropisch heiß und in der Regenzeit (Mai – Oktober) extrem schwül wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Dabei ist die Mekong-Ebene wärmer als die Bergregion im Norden des Landes.

Unsere Erfahrungen:

Regen haben wir in Januar und Februar nur äußerst selten erlebt. Und wenn, dann war es nur ein kurzer Starkregen-Schauer. Und die Temperaturen waren mit unter 30 °C vor allem in den Morgenstunden oft angenehm zum Radeln.

Die Grenzen in Laos

Bei der Einreise per Fahrrad auf dem Landweg kann schon etwas Verwirrung entstehen. Wir erlebten 2017 starke Unterschiede bei den Einreise-Bestimmungen und willkürlich anmutende Aussagen einzelner Grenzposten:

An dem relativ jungen Grenzübergang bei “Dan Pu Du“ wurden keine Visa on Arrival akzeptiert. Am Grenzübergang bei “Huai Kon“ weiter im Norden war seit Juli 2016 die Einreise mit Fahrrad oder Motorrad verboten. Und laut der laotischen Grenzbeamten dort gelte diese Regelung wohl an allen Grenzübergängen in Laos (was aber nicht zutraf). Am großen Grenzübergang Nong Khai ist die Einreise mit Fahrrädern jedoch einfach und problemlos per Visa on Arrival.

Die Bürokratie in Laos

Außer den Hürden an manchem Grenzübergang erlebten wir keine Berührungspunkte mit irgendwelcher Bürokratie.

Einkauf in Laos

Lebensmittel im Supermarkt (wenn man die kleinen Läden überhaupt so bezeichnen darf) sind so teuer, dass sich Kochen für uns gar nicht lohnte. Das Essen an den Straßenküchen ist nicht teurer. Aber beim Einkauf musste man wachsam sein: die Preise werden für den “Farang“ (den weißhäutigen Ausländer) gerne höher angesetzt. Handeln war obligatorisch und führte meist zu einem Nachlass.

Die Esskultur in Laos

Kulinarisch dreht sich alles um Reis in verschiedenen Variationen. Unsere Favoriten waren hierbei Khao Niau (Klebereis) und Khao Larm (Klebereis im Bambusrohr). Dazu gibt es alle möglichen Beilagen, mit Gemüse, Fleisch, Fisch, Ei oder anderen Zutaten. Oft sind diese Beilagen sehr scharf oder in anderer Form gewöhnungsbedürftig: Würmer, Maden, kleine Frösche oder Insekten werden da gerne angeboten. Sogar Ratten fanden wir auf dem Fleischmarkt.

Die Wasserversorgung in Laos

Leitungswasser ist nicht zum Verzehr geeignet. Man muss es abkochen. Flaschenwasser ist überall erhältlich. In den Städten findet man auch Trinkwasser-Spender, wo man sich auf Anfrage etwas abzapfen kann.

Die Gesundheit in Laos

Neben den empfohlenen Impfungen ist die Einhaltung der gängigen Regeln der Hygiene sehr sinnvoll: Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, usw. Die Mücken sind als Überträger einiger Tropen-Krankheiten noch die größte Gefahr. Den besten Schutz gegen Mückenstiche bieten ein Moskitonetz, lange Kleidung und die Anwendung von Repellentien.

Fahrrad-Service in Laos

Bike-Shops sind selten anzutreffen und bieten nur wenig brauchbare Ersatzteile und Werkzeug. Selbst in den großen Städten. Es ist besser, wenn man autark organisiert ist.

Internet in Laos

In den Städten findet man WiFi in größeren Hotels und anderen Einrichtungen. Allerdings ist die Verbindung immer wieder störungsanfällig. Dasselbe gilt für das Stromnetz. Somit sind stabile, dauerhafte Verbindungen nie garantiert. Das ist vor allem bei Uploads oder bei der Pflege einer eigenen Website nicht sehr glücklich.

Das Panorama in Laos

Der Norden von Laos ist sehr hügelig und landschaftlich schon recht spektakulär. Auch das gesamte Einzugsgebiet des Mekong ist eine reizvolle Gegend, vor allem im südlichen Teil des Landes nahe der kambodschanischen Grenze. Dort findet man auch die Mekong-Fälle, einen größeren Wasserfall über die gesamte Flussbreite. Das Kalksteingebirge in Laos beherbergt viele Höhlen und Wasserfälle, die alle besichtigt werden können. Die Kalkstein-Formationen sind stellenweise atemberaubend exotisch. Sehr viel Reisanbau und tropische Vegetation findet man im Flachland.

Mekong-Fälle:    Clip

Tad Gneuang Wasserfall:    Clip1    Clip2    Clip3

Die Kultur in Laos

Der Buddhismus ist fest in der Gesellschaft verankert. Der morgentliche Bettelgang der gewollt „mittellosen“ Mönche (Tak Bat) und die entsprechende Vorbereitung der Anwohner entlang deren Route sind tatsächlich ein Erlebnis. Vor allem, wenn man es zufällig als authentische Handlung in einem kleinen Dorf erlebt, ohne touristisch motivierte Inszenierung (wie vor allem in Luang Prabang).

Tak Bat:    Clip

Die vielen buddhistischen Tempel sind auch sehr sehenswert. Und wenn man Glück hat, erlebt man die Gebets-Zeremonien der Mönche mit.

Daneben findet man die Ruinen alter Khmer-Tempel aus dem 11. Bis 13. Jh. in der Gegend um Champasak.

Der Knigge für Laos

Man ist zurückhaltend und freundlich, Lautstärke und Aggressivität sind dem Laoten fremd. Die Fußsohlen und die linke Hand gelten als unrein. Die Bekleidung sollte nicht zu freizügig sein, insbesondere Tempel besichtigt man nur in langer Kleidung. Gebäude werden meist ohne Schuhe betreten. Menschen fotografiert man erst, nachdem man sie gefragt hat und eine Erlaubnis erhalten hat. Das gilt besonders bei Mönchen. Frauen dürfen buddhistische Mönche nicht berühren.

Tropische Früchte in Laos

Besonders beeindruckend ist das tropische Obst, das einem am Straßenrand fast in den Mund wächst. Bananen, Ananas, Papaya, Kokosnuss, Zuckerrohr, Jackfruit, Lamyai, Mango, und einige weitere Früchte wachsen in diesem begnadeten Klima.

Die Sehenswürdigkeiten in Laos

Der Tourismus soll wohl eine wichtige Einnahmequelle werden. Jedes Ereignis wird zur Sehenswürdigkeit erklärt und mit einem Eintrittspreis versehen. Die Werbetafeln suggerieren dabei oft mehr, als man dann tatsächlich zu sehen bekommt. Auf den Hinweisschildern wird auch gerne etwas gelogen: tatsächlich sind es dann 5 km bis zum Badetümpel und nicht nur 2 km, wie es auf dem Schild steht. Bei manchen Objekten riecht der Eintrittspreis stark nach Touristen-Abzocke. Das fanden wir etwas schade. Aber daneben gibt es noch viele weitere sehenswerte Plätze, die kostenlos oder für kleines Geld besichtigt werden können.

Besonders gefallen haben uns der “Tad Gneuang“ Wasserfall, die Höhlen “Pha In Cave“ und “Xieng Liap Cave“ sowie die Fahrt über den See „Namtheun Dam“ südlich von Lak Sao. Dieser See existiert erst seit 2013 und hat natürlich auch flachere, bewaldete Mulden geflutet. Und überall ragen dort noch die Stämme der abgestorbenen Bäume aus dem Wasser. Ein mystisches Bild.

Namtheun Dam:    Clip1    Clip2

Doch auch die lebende Botanik von Laos ist sehr sehenswert. Neben den tropischen Früchten findet man sehr oft die Plumeria (der Nationalbaum von Laos), riesige Gummibäume mit Luftwurzeln und natürlich Bambus in allen Größen.

Riesen-Gummibaum:    Clip

Auch die Strecke von Champasak bis Khong Island ist ein Erlebnis: abenteuerliche Brücken, zwei Fluss-Überquerungen mit kleinen, kippeligen Fischerbooten, kaum Verkehr und einfachstes Dorfleben.

Fähre über den Mekong:    Clip

Hängebrücke in Laos:    Clip

Die Ruinen des Khmer-Tempels Wat Phou bei Champasak sind ebenfalls eine Reise wert.
Luang Prabang ist bestimmt sehr sehenswert, lag aber leider nicht auf unserer Route.

Weitere Infos über Laos findest Du hier:

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