Infoblock Griechenland

Dieser Infoblock Griechenland beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise durch die Kontinente. Wir sind im Rahmen unserer Reise 2750 km durch Griechenland geradelt und waren dort zwischen September und Dezember 2015 insgesamt 79 Tage unterwegs. Dabei sind wir, von Albanien kommend, die Mittelmeerküste entlang bis hinunter auf die Halbinsel Peloponnes geradelt und über Athen, Meteora und Chalkidiki weiter Richtung Osten bis an die Grenze zur Türkei gefahren.

Die Bausubstanz in Griechenland

Besonders sehenswert sind die Gebäude in der Gegend Messini und viele kleine Bergdörfer entlang der Küste. Alles sehr mediterran und in den steilen Berghang gebaut. Die Bebauung in den Großstädten ist dagegen ohne erwähnenswerte besondere Merkmale.

Zelten in Griechenland

Zelten klappt ohne Probleme. Sowohl auf Anfrage bei Privat als auch in öffentlichem Gelände. Im Bereich der vielen Oliven-Plantagen fand sich auch oft ein guter Platz abseits der Straße. Allerdings gab es dort nur selten jemanden, den man um Erlaubnis fragen konnte.

Vor Schlangen muss man etwas aufpassen im Gelände. Wir hatten zweimal eine Schlange in der Nähe unseres Zeltes gesichtet.

Der rötliche Lehmboden hat uns einige Male Probleme bereitet. Er ist stellenweise extrem klebrig und haftet an den Schuhsohlen und Fahrradmänteln. Einmal blockierten unsere Laufräder, weil sich der Lehm unter die Schutzbleche und zwischen Felge und Bremsschuhe geschoben hatte. Den Boden sollte man also gut prüfen, bevor man das Zelt dort aufbaut.

Der Boden im Bereich der Olivenbäume ist auch oft so luftig, dass man beim Betreten einige cm tief versinkt. Auch solche Stellen sind nicht wirklich zum Zeltaufbau geeignet.

Aber das Gefährlichste auf den Böden sind kleine extrem stachelige Früchte von irgendwelchen Pflanzen. Sie sind kaum zu erkennen, stechen aber ganz schnell Löcher in die guten Thermarest-Matten. Nach dem ersten Loch in unseren Schlafmatten waren wir da sehr wachsam.

Kommunikation in Griechenland

Man trifft einige Griechen, die schon mal in Deutschland gearbeitet hatten. Mit denen kann man sich auf Deutsch unterhalten. Ansonsten kamen wir mit unserem Englisch in den Städten meist gut zurecht. Auf dem Land ist es schwieriger.

Sicherheit in Griechenland

Griechenland ist ein sicheres Reiseland. Wir hatten nie Anlass zur Sorge um uns und unsere Fahrräder.

Die Tierwelt in Griechenland

Es gibt wilde Hunde, die manchmal ganz schön aggressiv auf uns losrannten. Doch wenn man sofort anhält, drehen die Hunde meist ab und man kann ohne Gefahr weiterfahren. Und immer wieder warnten uns die Einheimischen vor den giftigen Spinnen und Schlangen. Das betrifft vor allem die Auswahl der Zeltplätze.

Auf der Straße sieht man sehr oft die Gottesanbeterin, ein bis zu 10 cm großes Heuschrecken-ähnliches Insekt.

Besonders nervig sind die aggressiven Mückenschwärme abends wie morgens und die ungewöhnlich dreisten Fliegen im ganzen Land.

Die Straßen in Griechenland

Die meisten Straßen auf unserer Route hatten gute Qualität. Störend waren meist nur die unterschiedlich breiten und tiefen Querrillen auf fast allen Straßen (Schlitze im Asphalt für irgendwelche Versorgungsleitungen). Das Überfahren dieser Querrillen erzeugte immer ungewöhnlich harte Schläge auf Rahmen und Gabel.

Südlich von Preveza an der Westküste führt ein Straßentunnel unter einer Meerenge hindurch. Für Fahrräder ist die Durchfahrt verboten. Dafür gibt es aber einen Shuttle-Pickup, der einen samt Fahrrad und Gepäck auf die andere Seite fährt. Kostenlos. Bemerkenswert dabei: man muss sich nirgendwo melden, sondern fährt einfach bis zum Tunneleingang. Und wartet. Dort wird man dann über die Kontrollkameras erfasst und der Pickup rollt an.

Der Verkehr in Griechenland

Es herrschen rustikale Sitten im Straßenverkehr (Fahren ohne Gurt, Telefonieren beim Autofahren, maßlos überladene Fahrzeuge, Personentransport auf der Pickup-Ladefläche, Motorradfahren ohne Helm).

Und einmal sind wir um Haaresbreite einem tödlichen Unfall entkommen. Nachzulesen in unserem Reisebericht über Griechenland.

Trampen in Griechenland

Wir nehmen an, dass Trampen ohne Probleme möglich ist. Wir haben es nicht in Anspruch genommen, weil wir die Schönheit der Landschaft per Fahrrad genießen wollten. Aber die Griechen sind hilfsbereit und freundlich. Und geeignete Fahrzeuge gibt es auch genügend auf der Straße.

Orientierung in Griechenland

Dank GPS und Offline-Karte im Handy war die Orientierung kein Problem. Da störte uns auch die griechische Beschriftung der Straßenschilder nicht. Aber es war spannend, mit der Kenntnis einzelner Buchstaben aus dem griechischen Alphabet den Ortsnamen zu enträtseln.

Das Klima in Griechenland

Das Klima ist mild aufgrund der Lage am Mittelmeer. Wir hatten dementsprechend auch traumhaftes Wetter bis Ende November. Und die Anzahl der Regentage hielt sich dabei in Grenzen. Im November waren die Nächte allerdings schon sehr kalt und feucht. Wir mussten oft in der Mittagssonne unsere nassen Daunenschlafsäcke trocknen.

Weil die Tage im November schon sehr kurz waren, sind wir meist früh um 5 Uhr bei Dunkelheit aufgestanden und waren mit dem ersten Tageslicht abfahrbereit. Doch als es frostig kalt wurde in den Nächten, warteten wir die ersten warmen Sonnenstrahlen ab.

Die Grenzen in Griechenland

Der Grenzgang von Albanien nach Griechenland ist einfach und unkompliziert, weil Griechenland zum Schengen-Raum gehört und wir deutsche Staatsbürger sind. An der Grenze zur Türkei ist der Aufwand schon etwas größer. Hier verlässt man halt den Schengen-Raum und betritt das erste (überwiegend) asiatische Land.

Bürokratie in Griechenland

Es gab keine Berührungspunkte mit Polizei oder anderen öffentlichen Stellen. Also keine nervige Bürokratie.

Einkauf in Griechenland

In den Städten gibt es gut sortierte Supermärkte, wie wir sie auch aus Deutschland kennen. Lidl ist ebenfalls vertreten. Lästig und unangenehm sind die vielen bettelnden Zigeuner an fast allen Supermärkten.

Haferlocken sind viermal so teuer wie in Deutschland.

Die Esskultur in Griechenland

Wir haben zwar meistens mit unserem Trangia gekocht, aber die griechische Küche haben wir trotzdem probiert. Frischer Fisch, Tomaten, Schafskäse, Oliven, der griechische Wein, …. Alles heimische Produkte, sehr schmackhaft.

Die Wasserversorgung in Griechenland

Gute Trinkwasserqualität ist nicht im ganzen Land gewährleistet. Da muss man aufpassen und gegebenenfalls nachfragen, bevor man seine Wasserflaschen auffüllt. Die Mitnahme eines Wasserfilters ist auf jeden Fall ratsam.

Gesundheit in Griechenland

Wenn man die empfohlenen Impfungen erhalten hat, sich an die gängigen Regeln der Hygiene hält, auf gute Trinkwasserqualität achtet und bei der Zeltplatzsuche bzgl. der Schlangen aufpasst, gibt es aus unserer Sicht keine besonderen Risiken für die Gesundheit.

Fahrrad-Service in Griechenland

In den Städten gibt es gut sortierte Bikeshops und privat organisierte Radsport-Gruppen. Somit ist die Ersatzteilversorgung kein großes Problem.

Internet in Griechenland

In den Städten findet man zwar WiFi, aber die Qualität der Verbindungen war oft sehr schlecht. Wir haben das Angebot allerdings nicht sehr intensiv genutzt, weil wir meist außerhalb der Städte unterwegs waren.

Das Panorama in Griechenland

Im Flachland dominieren Orangen- und Baumwoll-Plantagen, im hügeligen Land eher die Olivenbäume. Dabei reichen die Plantagen stets bis hoch in den Berghang. Man genießt traumhafte, abwechslungsreiche Landschaft entlang der gesamten Mittelmeerküste und es gibt viele Badestrände. Auch der Blick auf die griechische Inselwelt ist immer wieder interessant.
Es gibt viel Bergland in Griechenland. Da summierten sich auf unserer Radreise schnell die Höhenmeter und die Fahrt wurde anstrengend. Doch der Blick in die traumhaft schöne Landschaft entschädigt einen dafür.

Die Kultur in Griechenland

Das Leben findet auf der Straße und in den Kafenions statt. Man trinkt Ellinikó Kafé (heißen, starken Kaffee) oder Frappé (kalter Kaffee mit Strohhalm). Von 13 bis 15 (manchmal auch 17) Uhr ist Mittagsruhe; dann sind die Läden geschlossen, es ist alles still und wie ausgestorben. Das Dinner wird sehr spät eingenommen, meist ab 21 Uhr. Mahlzeiten bestehen oft aus mehreren Gängen.

Der Knigge für Griechenland

Die Griechen sind gelassen, eher unpünktlich und besitzen einen ausgeprägter Nationalstolz. Einladungen nie ablehnen, im Gegenzug besuchen die Griechen einen auch gerne, wenn man sie einlädt. Die Begrüßung mit Händedruck oder Umarmung ist erst unter freundschaftlicher Beziehung üblich, kleine Geschenke sind üblich bei Einladungen. Als Gast sollte man nicht zu spät kommen. Gute Kleidung wird gerne gesehen, Frauen dabei nicht zu offenherzig. Die Gestik für „Nein“: Kopfnicken. Nicht die offene Handfläche auf Menschen richten, nicht mit dem Finger zeigen, das ok-Handzeichen gilt als obszön. Themen wie Finanzkrise, Zypern und Mazedonien sind tabu. Trinkgeld ist üblich, das Kafenion ist der Treffpunkt in jeder Stadt.

Tropische Früchte in Griechenland

Hier wachsen Oliven, Bananen, Pfirsiche, Granatäpfel, Kakteenfeigen, Orangen, Mandarinen, Zitronen und Pampelmusen. Begeistert waren wir von der Fülle an Orangen, die wir oft am Wegesrand auflesen konnten. Manches Mal waren es so viele, dass wir mit unseren Packtaschen am Fahrrad an Grenzen stießen.

Übrigens haben die Orangen in Griechenland eine sehr dünne Schale und sind unglaublich saftig und süß. Man schmeckt den Unterschied zu der importierten Ware von deutschen Märkten.

Auch die Kakteenfeigen sind essbar. Allerdings muss man sich vorher zeigen lassen, wie man diese stacheligen Dinger anpackt, sonst verschleppt man leicht einige Stachel in seine Haut und sogar in Lippe und Zunge. Und das ist sehr unangenehm.

Die Sehenswürdigkeiten in Griechenland

Athen, die Akropolis, die Klöster von Meteora, der Kanal von Korinth und das autonome Gebiet Athos mit seinen 20 Klöstern auf der Halbinsel Chalkidiki gehören wohl zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Lande. Daneben gibt es aber auch ganz viele unbekannte Orte, denen man auf seinem Weg begegnet. Zum Beispiel die heißen Quellen von Eleftheres, Ammoudia, Etolikó, Koroni, das Parnon-Gebirge, die Halbinsel Sithonia, die Via Egnatia, Arnea, Platamon-Castle, Philippi oder weitere Ruinen aus vergangenen Epochen. Und damit ist die Liste noch nicht vollständig.

Weitere Infos über Griechenland findest Du hier:

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