Infoblock Armenien

Der Infoblock Armenien für Radreisen

Dieser Infoblock Armenien beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise Richtung Asien. Auf dieser Reise haben wir Armenien im Frühjahr 2016 besucht und waren dort 2 Wochen mit unseren Fahrrädern unterwegs. Dabei haben wir das Land, von Georgien kommend, bis zur Grenze zum Iran durchquert.

Die Bausubstanz in Armenien

Die überwiegende Baumasse in den Städten wirkt trist und sozialistisch, auf den Dörfern in den Bergen dominieren einfache kleine Häuser oder Hütten. Jeder zweite Wasserhahn ist undicht, technische Anlagen sind oft völlig veraltet. Mülltonnen findet man nur selten. Da wurde die Entsorgung unseres Mülls zum Suchspiel.

Die Toiletten in Armenien

Wenn es Toilettenpapier gab, dann war das rau wie Schmirgel und hatte Löcher wie ein Schweizer Käse. Die öffentlichen sanitären Anlagen sind meist in fürchterlichem Zustand.

Zelten in Armenien

Zelten war kein Problem. Wir fanden immer ohne große Sucherei einen abgelegenen Platz in der Nähe der Straße oder an einer Tankstelle. Für manche Nacht wurde uns aber auch (wegen des winterlichen Wetters) ein Platz im warmen Zimmer angeboten. Dort gab es dann heißes Wasser, einen Heizstrahler, Licht und Strom. Sehr angenehm bei winterlichen Temperaturen.

Kommunikation in Armenien

Mit Englisch kommt man einigermaßen gut zurecht. Selten trifft man auch jemanden, der deutsch spricht. Am besten läuft es aber mit Russisch.

Wir erhielten oft spontane Einladungen zu einem Becher Wodka oder einem kleinen Snack, als wir per Reiserad im Land unterwegs waren. Vielleicht lag das aber auch an der Jahreszeit: wir hatten Ostern und es war noch winterlich kalt.

In den Gesprächen sollte man die Nachbarländer besser nicht erwähnen: die Beziehungen insbesondere zur Türkei (wegen dem Genozid im 1. Weltkrieg), aber auch zu Turkmenistan und Aserbaidschan sind nicht die Besten.

Religion in Armenien

Das orthodoxe Christentum ist die vorherrschende Religion. Es gibt viele kleine Kapellen und Gedenkstätten, in denen der obersten Heiligen, Maria gedacht wird. Die Tradition zum Osterfest (bemalte Eier) ist ähnlich der unseren.

Sicherheit in Armenien

Wenn man sich nicht gerade in der Grenznähe zu Aserbaidschan aufhält, ist Armenien ein sicheres Reiseland. Wir hatten nie Anlass zur Sorge um uns oder unsere Fahrräder samt Gepäck. Das galt auch fürs Zelten.

Während unserer Reise durch Armenien gab es in Bergkarabah eine Eskalation der Gewalt mit mehreren Toten. Das gesamte Land stand unter Trauer und Schock und verfolgte die Berichterstattung sehr genau. Doch unsere Route führte weit genug von diesem Gebiet entfernt.

Die Straßen in Armenien

Viele Straßen sind in extrem schlechtem Zustand. Überall lauern tiefe, große Schlaglöcher, die auch vom Autoverkehr mit großem Respekt umfahren werden wie ein Minenfeld. Für Radler sind diese Krater vor allem bei steilen Abfahrten extrem gefährlich.

Der größte Teil Armeniens ist Bergland (Kleiner Kaukasus), im Süden erreichen die Berge über 3000 m Höhe. Dementsprechend geht es dort in vielen Serpentinen permanent rauf und runter. Die Pässe liegen mit 2000 – 2500 Metern im alpinen Bereich und sind im Winter ordentlich verschneit.

Die Straßentunnel in Armenien sind ein kleines Abenteuer für sich: keine Beleuchtung, Schotterbelag, schlecht belüftet. Begegnen sich im Tunnel in einer Kurve 2 LKWs, geht oft nichts mehr.

Der Verkehr in Armenien

Außerhalb der Städte gibt es wenig Verkehr. In den Bergen sogar sehr wenig. Und das ist auch gut so. Denn sonst wäre es per Fahrrad auf einigen Bergstraßen sehr gefährlich eng.

Trampen in Armenien

Trampen klappt zwar, aber in vielen Gebieten gibt es nur wenig Verkehr. Dementsprechend kann man auch nur selten ein Fahrzeug anhalten. Auf unserer Radreise war das aber gar nicht nötig. Denn wir wurden einige Male von überholenden Autofahrern angesprochen und bekamen die Mitnahme angeboten, ohne dass wir gefragt hatten. Die Armenier sind sehr freundlich und hilfsbereit. Daher können wir ohne Bedenken das Trampen empfehlen.

Orientierung in Armenien

Es gibt nicht so viele Straßen, sodass die Orientierung kein Problem ist. Die Ausschilderung ist natürlich in Landessprache. Aber mit GPS und Offline-Karte hatten wir immer die Bestätigung, auf der richtigen Straße unterwegs zu sein.

Das Klima in Armenien

Das Klima ist weitgehend kontinental (heißer Sommer, kalter Winter), doch extreme Temperaturunterschiede zwischen den höheren und den tieferen Lagen werden durch die  Nähe zu den Gewässern (Schwarzes Meer, Kaspisches Meer) etwas abgemildert.

Unsere Erfahrungen:

Wir erlebten warme Tage in den nördlichen Tälern und frostige Tage in den Höhenlagen. Der Lake Sevan und das gesamte Umfeld liegen auf 1900 Metern Höhe und der gesamte Süden des Landes ist gebirgig mit Passstraßen bis 2500 Metern. Dort liegt im Winter so viel Schnee, dass einige Passstraßen vermutlich nicht passierbar sind. Wir hatten im April an einigen Stellen dort auf 2400 Metern Höhe noch geschlossene Schneedecken auf den Straßen.

Unsere Videos auf Youtube:

Schnee in Armenien:    Clip1    Clip2

Die Grenzen in Armenien

Im Grenzbereich zum Iran im Süden von Armenien nimmt die Polizei-Präsenz deutlich zu und man steht unter Beobachtung. Auch, wenn man sich unbeobachtet fühlt. Ich hatte lediglich von einem Erdhügel aus ein Foto von der Bergkulisse im Hintergrund geschossen, da kam auch schon die Grenzpolizei vorbei und forderte mich auf, die Fotos zu zeigen und danach zu löschen. Über die Grenze zu Aserbaidschan können wir nichts sagen, wir hielten sicheren Abstand. Die Grenze zu Georgien ist harmlos.

Bürokratie in Armenien

Es gab keine Berührungspunkte mit offiziellen Stellen oder gar der Polizei (abgesehen von dem Vorfall an der iranischen Grenze). Keiner wollte je unsere Pässe überprüfen und wir wurden nie einer Kontrolle unterzogen. Im Gegenteil: die Polizei grüßte immer freundlich.

Einkauf in Armenien

In den Städten gibt es kleinere Läden. Größere Supermärkte findet man nur ganz selten. Allzu viele Städte lagen jedoch nicht auf unserem Weg. Daher mussten wir immer auf Vorrat kaufen und hatten entsprechend mehr Gewicht in unseren Packtaschen.

Die Esskultur in Armenien

Die armenische Küche erschien uns nicht stark unterschiedlich zu unserer heimischen Küche. Erwähnenswert ist allerdings die obligatorische Ladung Wodka. Doch die gibt es nicht nur zum Essen. Und wenn es keinen Anlass zum Trinken gibt, erfinden die Armenier einfach einen. Für uns war das oft viel zu viel Alkohol.

Gesundheit in Armenien

Wenn man die empfohlenen Impfungen erhalten hat und sich an die gängigen Regeln der Hygiene hält, gibt es aus unserer Sicht keine großen Risiken für die Gesundheit. Das Leitungswasser ist meistens nicht zum Genuss geeignet. Das Abkochen viel uns aber auch nicht schwer, denn im April war es durch den ganzen Tag hindurch noch kalt genug für heißen Tee oder Kaffee. Wir hatten in unserer Zeit in Armenien auch keine gesundheitlichen Probleme.

Fahrrad-Service in Armenien

Viele Bikeshops haben wir nicht gesehen. Und wenn, dann beschränkte sich das Angebot auf veraltete russische Technik. Der Radsport wird hier in Armenien nicht so intensiv betrieben. Wohl wegen der vielen Berge.

Internet in Armenien

Selten ergab sich die Gelegenheit, WiFi zu nutzen. Aber das lag vor allem daran, dass wir überwiegend zwischen den kleinen Städten in der Prärie unterwegs waren. In der Hauptstadt Jerewan ist das mit Sicherheit kein Problem.

Das Panorama in Armenien

Man genießt ein sagenhaftes Bergpanorama im gesamten Süden des Landes: der „Kleine Kaukasus“ lässt grüßen. Auch die Gegend um den Lake Sevan auf 1900 Metern Höhe ist sehenswert. Das Erlebnis der Bergwelt Armeniens hat natürlich seinen Preis: auf 530 km Strecke kamen bei uns 9000! Höhenmeter zusammen.

Unser Video auf Youtube:

Berge in Armenien:    Clip

Einige schöne Wildbäche gibt es in Armenien. Ein Eldorado für Wildwasser-Paddler.

Unser Video auf Youtube:

Der Deped:    Clip

Die Sehenswürdigkeiten in Armenien

Es gibt in vielen Orten kleine christlich-orthodoxe Kapellen. Und die Bewohner laden einen gerne zum Besuch dieser Kapellen ein. Vor allem, wenn sie auf einem Hügel stehen.

Daneben gibt es einige sehenswerte Klöster und den Tempel von Garni. All das lag aber leider nicht auf unserem Weg. Dafür genossen wir über 2 Tage die Uferstraße des Lake Sevan. Er ist mit 1900 Metern einer der höchstgelegenen Bergseen der Welt. Und die Bergwelt in der Südhälfte des Landes ist ebenfalls eine Reise wert. Die Berge erreichen dort über 3000 Metern Höhe.

Unser Video auf Youtube:

Lake Sevan:    Clip

Weitere Infos über Armenien findest Du hier:

Unsere Fotogalerie zu Armenien
Unser Reisebericht über Armenien
Unsere Videoclips von Armenien

 

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