Infoblock Albanien

Dieser Infoblock Albanien beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise Richtung Asien. Dabei sind wir zweimal durch Albanien geradelt. Im Norden, von Montenegro kommend, über Shkodėr, Mirditė, Puke und Kukes bis zur Grenze zum Kosovo und im Süden, von Mazedonien kommend, über Elbasan, Berat, Apollina, Vlorė und Sarandė Richtung Griechenland.

Die Bausubstanz in Albanien

Im ganzen Land sieht man überwiegend Flachbauten mit ein oder 2 Stockwerken auf Betonstelzen. Auf der ersten Etage wird gewohnt und das offene Erdgeschoss dient als Parkplatz oder Laden oder wird frei gehalten für zukünftige Nutzungen. Ein richtiges Dach gibt es nicht. Man belässt es bei der rohen Betondecke, aus der an allen tragenden Stellen die Säulen-Ansätze für weitere Stockwerke in die Luft stehen. Samt dem Bewehrungsstahl. Sieht nicht schön aus, ist aber wohl praktisch.

Die Stadt Vlora im Süden des Landes besteht zu einem ungewöhnlich hohen Anteil aus Hochhäusern. Hotels für die Touristen halt. Die Skyline wirkt aus der Ferne wie ein zweites Manhattan. Und auch entlang der Küste im Bereich von Sarandė hat man die schöne Küstenlandschaft durch solche Hochhäuser ordentlich verschandelt.

Die Toiletten in Albanien

Toilettenpapier ist unüblich. Eine Kanne mit Wasser steht bereit. Öffentliche Toiletten sind oft sehr heruntergekommen.

Zelten in Albanien

Zelten ist meist kein Problem. Man findet auf dem Land oft ruhige, abgelegene Plätze. Im Einzugsgebiet der Städte wird es schwierig. Aber auch dort ergab sich immer eine Gelegenheit. Manches Mal wurden wir auf unserer Suche nach einem Platz fürs Zelt auch eingeladen zur Übernachtung im Haus.

Die Kommunikation in Albanien

Man kommt mit Englisch ganz gut klar. Manchmal helfen einem Englisch sprechende Einheimische auch mit der Übersetzung. Doch man muss aufpassen: manch einer bittet einen nach der Konversation dann um einen kleinen Lohn in Form von Geld.

Die Religion in Albanien

Der Islam ist die dominierende Religion mit ca. 60 %. Und der Aufruf zum Gebet vom Minarett der Moscheen ist auch in den Bergen zu hören. Durch das Echo und den Hall entsteht dann oft eine sehr orientalisch anmutende Atmosphäre.

Sicherheit in Albanien

Es gab keine gefährlichen Situationen auf unserer Durchreise. Die Bevölkerung ist friedlich und hilfsbereit. Allerdings haben wir unser gesamtes Gepäck auch immer ins Vorzelt gestellt, um kein Risiko einzugehen.

Tiere in Albanien

An wilde Hunde muss man sich gewöhnen. Sie sind aber meist friedlich. Manchmal aber eben auch nicht. Wir wurden einmal zeitgleich von 2 Seiten angegriffen und hatten unsere Mühe, die Hunde davon abzuhalten, uns in die Waden zu beißen. Das beste Gegenmittel ist noch, einfach anzuhalten. Dann drehen die meisten Hunde ab. Die meisten!

Die Straßen in Albanien

Die Straßen sind manchmal in guter Qualität. Aber es gibt auch staubige Schotterpisten und viel brüchigen Asphalt. Das war uns ein Vorgeschmack auf Asien. Wegen der hohen Staubbelastung im Bereich der Straßen gibt es an jeder Straßenecke eine Auto-Wasch-Station mit manuellem Betrieb per Dampfstrahler. Und da muss jeder Autobesitzer alle paar Tage hin, sonst ist die Sicht durch die Autoscheiben nicht mehr möglich.

Vor Kukes waren wir gezwungen, mit unseren Fahrrädern die Autobahn zu nutzen. Eine andere Verbindung gab es nicht. Ist aber halb so wild, weil sich der Verkehr auch hier in Grenzen hält.
In den Bergregionen lag stellenweise noch viel Steinschlag vom letzten Erdbeben auf der Fahrbahn. Doch solange es kaum Verkehr in den Bergen gibt, ist es kein Hindernis.

Der Verkehr in Albanien

Es gibt im Norden sehr wenig Autoverkehr. Außerhalb der Städte begegnen einem nur wenige Autos pro Stunde. Die meisten fahren Motorrad, Moped, Fahrrad oder sind mit dem Eselkarren auf der Straße unterwegs. Dadurch hat man als Radler entspanntes Fahren. Selbst in den Städten ist es relativ ruhig auf den Straßen. Die Autofahrer sind sehr vorsichtig und halten viel Seitenabstand beim Überholen.

Im Gebiet um Cėrrik und Elbasan im Süden Albaniens sind die Straßen belebter. Dort gab es sogar Staus an einigen Baustellen.

Ca. 50 % der Autos im Lande sind Mercedes-Benz-Modelle. Doch man sieht nicht nur alte, abgenutzte Karossen (die den deutschen TÜV nicht mehr erfolgreich bestanden hatten), sondern auch manches neue Modell. Ein krasser Kontrast zu der sonst überall offensichtlichen Armut im Land.

Der Abgasausstoß der Fahrzeuge ist deutlich höher, als wir es aus der Heimat gewohnt sind. Das nahm uns manches Mal die Luft zum Atmen.

Trampen in Albanien

Wir hatten keinen Bedarf zu trampen. Doch wir sind sicher, dass es ohne Probleme möglich ist. Die Landesbevölkerung ist sehr freundlich und hilfsbereit. Es würde uns wundern, wenn da keiner anhielte.

Die Orientierung in Albanien

Es gibt nicht so viele Straßen im Land. Und mit GPS und Offline-Karte im Handy war die Orientierung kein Problem. Es gibt auch meist Straßenschilder und sie sind gut lesbar.

Das Klima in Albanien

Wir hatten im Herbst sowohl sonnige als auch einige verregnete Tage. Durch die Nähe zum Mittelmeer ist das Klima im Ganzen sehr mild.

Die Grenzen in Albanien

Albanien gehört (noch) nicht zu den Schengen-Staaten. Folglich gibt es Grenzformalitäten. Diese sind jedoch einfach und unbürokratisch.

Bürokratie in Albanien

Es gab auf unserer Reise keine Berührungspunkte mit der Polizei oder anderen öffentlichen Stellen. Somit auch keine Bürokratie.

Einkauf in Albanien

Es gibt keine großen Supermärkte, sondern nur viele kleine Läden. Die Lebensmittelgeschäfte sind dabei sehr unscheinbar und wirken fast wie versteckt. Man muss sich oft durchfragen. Haferflocken sind sehr preiswert.

Die Wasserversorgung in Albanien

Das Leitungswasser ist in der Regel nicht zum Trinken geeignet. Man beschafft sich gefiltertes Wasser oder Quellwasser: an den Straßen in den Bergen findet sich oft ein Brunnen, wo sauberes Wasser aus dem Berg sprudelt. Und auch in Vlora gab es einen solchen Brunnen. Dort stand die Bevölkerung mit 10- oder 15 Liter-Behältern Schlange und füllte sich den häuslichen Vorrat auf.

Die Gesundheit in Albanien

In der kurzen Zeit unserer Durchreise gab es nur einmal Bedarf für eine medizinische Behandlung. Und zwar bei einem Zahnarzt: ein Inlay hatte sich gelöst und musste erneut eingesetzt werden. Wartezeit: 10 min, Behandlungszeit: 5 min, Preis: kostenlos. Wir waren begeistert. Übrigens war die Ausstattung der Praxis auf dem allerneuesten Stand (Annett kann das beurteilen, denn sie ist ja Zahntechnikerin).

Aus dieser positiven Erfahrung lässt sich allerdings nicht auf den allgemeinen Zustand der medizinischen Versorgung schließen. In anderen Praxen kann es durchaus anders aussehen.

Wenn man die empfohlenen Impfungen erhalten hat und sich an die gängigen Regeln der Hygiene hält, gibt es aus unserer Sicht keine großen Risiken für die Gesundheit.

Ich hatte mir einmal den Magen verdorben, vermutlich wegen der schlechten Wasserqualität aus einer Leitung.

Fahrrad-Service in Albanien

Es gibt zwar Bikeshops, aber das sind eher kleinste Bastelstuben, in denen mit völlig ausgedientem Werkzeug und viel Improvisation an den ortsüblichen, russischen Zweirädern herumgeschraubt wird. Bauteile für unsere Fahrräder gab es nicht. Auch 9-fach-Kette waren nicht erhältlich.

Das Panorama in Albanien

Die Strecke im Norden von Shkodėr über Mirditė bis Kukes ist sehr bergig. Es geht nur auf und ab mit vielen Serpentien in einigen Berghängen. Auf 150 km Strecke fallen dort 3200 Höhenmeter an. Die Landschaft ist auf dieser Strecke ist aber traumhaft.

Im Süden ist der Llogara Parc National sehr sehenswert. Es geht hoch bis auf über 1000 Metern. Und man hat einen sagenhaften Ausblick auf die umliegenden 2000er und das Tal im Norden.
Entlang der Mittelmeer-Küste gibt es viele schöne Strände, die zum Baden einladen.

Tropische Früchte in Albanien

In Meesesnähe wachsen Feigen in freier Natur. Die haben uns so manche Mahlzeit versüßt.

Die Sehenswürdigkeiten in Albanien

Neben dem traumhaften Panorama gibt es viele kleine Dörfer mit orientalischem Flair. Nicht zuletzt der regelmäßige Aufruf zum Gebet von irgendeiner Moschee in der Nähe bewirkte diesen Eindruck. Das Treiben auf den Märkten in kleineren Städten ist ebenfalls ein Erlebnis.

Im Grenzgebiet zu Alt-Jugoslawien findet man einige der insgesamt ca. 750.000 Bunker aus unruhigen Zeiten.

Weitere Infos über Albanien findest Du hier:

 

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