Gesundheit auf Reisen

Die Gesundheit auf Reisen ist die Grundlage für unbeschwertes Genießen und Entspannen. Je nach Reisegebiet ist man den unterschiedlichsten Krankheiten und Infektionen ausgesetzt. Zusätzlich ist in vielen Ländern die medizinische Versorgung und der hygienische Standard mangelhaft. Um die Risiken fuer die eigene Gesundheit auf der Reise möglichst klein zu halten, muss man gut vorbereitet sein. Und das wird umso wichtiger, je länger man auf Reisen ist und je exotischer die Reiseziele sind. Hier unsere Empfehlungen für eine umfassende Vorbereitung im Hinblick auf die Gesundheit auf Reisen:

  • Infos über Infektions-Risiken im Reiseland einholen: Gute Adressen sind: Auswärtiges Amt, Robert-Koch-Institut, Centrum für Reisemedizin, eine Beratung beim Tropenmediziner. Hier erfährt man, welche Gefahren existieren, welche Impfungen empfohlen werden und welche Verhaltensregeln zu beachten sind.
  • Impfungen: Manche Impfungen erfolgen in drei oder 4 Schritten über 12 Monate, wenn man einen Langzeitschutz benötigt. Also rechtzeitig mit den Impfungen starten. Manche Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten.
  • Oftmals ist konsequente Lebensmittel- und Trinkwasser-Hygiene erforderlich, um eine Reihe schwerer Krankheiten zu vermeiden: hier ist diszipliniertes Verhalten und Vorsicht ratsam während der Reise: boil it, cook it, peel it or forget it! Genauso wichtig ist ein guter Wasserfilter.
  • Schadstoffbelastung im Trinkwasser: Nicht jeder Wasserfilter hält giftige Inhaltsstoffe wie Pestizide oder beispielsweise Arsen (kommt in Bangladesch im Leitungswasser vor) erfolgreich zurück. Auch der Genuss von Flaschenwasser ist in manchen Ländern kein Garant für keimfreies Wasser. Also hilft nur: wachsam und wählerisch sein.
  • Infektionen durch Insektenstiche: Es gibt eine ganze Reihe von schweren Krankheiten, die durch Stiche oder Bisse tag- oder-nacht-aktiver Insekten verursacht werden können, je nachdem, in welchem Gebiet der Erde man sich aufhält: Chikungunya, Dengue, Malaria, Schlafkrankheit, Leishmaniasis , Jap. Enzephalitis. Nicht gegen alle diese Krankheiten gibt es wirksamen Impfschutz. Und die Symptome der verschiedenen Krankheiten ähneln einander zum Teil so sehr, dass eine Selbstdiagnose schwierig ist und die Behandlung aus der mitgeführten Reiseapotheke nur als Erste-Hilfe-Maßnahme bis zum nächsten Krankenhaus zu betrachten ist. Da hilft am besten die Vorbeugung: lange, körperbedeckende Kleidung, Repellentien und der Einsatz von Moskitonetzen sowie die Meidung bestimmter Jahreszeiten oder Klimaphasen. Infos gibt es beim Tropenmediziner oder beim Centrum für Reisemedizin.
  • Gefährliche Tiere der größeren Art: Hat man sich informiert, ob es im Reiseland gefährliche Schlangen, Spinnen oder Skorpione gibt, dann kann man das Gesundheitsrisiko durch entsprechendes Verhalten  deutlich reduzieren: „Vorsicht, wo man hingreift, hintritt, sich hinsetzt oder legt, vor Benutzung von Bettdecke, Kleidung oder Ausrüstung durch Ausschütteln diese von evtl. vorhandenen giftigen Untermietern befreien“.
  • Hochgebirge: zu schneller Aufstieg ohne Akklimatisationsphasen erzeugt im Hochgebirge schnell die Höhenkrankheit. Also am besten über das zulässige Aufstiegstempo und die empfohlenen Aufstiegspausen informieren und entsprechend ausreichend Zeit für den Aufstieg einplanen. Ein vorzeitiger Abstieg wegen Missachtung dieser Regeln wäre zu ärgerlich.
  • Baden: Auch hier gilt: erst informieren, dann ins Wasser gehen. In manchen Süßwasser-Gewässern lauert Bilharziosegefahr, an manchen Stränden herrschen gefährliche Strömungen oder es gibt giftige Quallen oder Fische.
  • Reiseapotheke: oft ist das nächste Krankenhaus weit entfernt. Doch eine zeitnahe Erstbehandlung kann lebensrettend sein. Deshalb ist eine gut sortierte Reiseapotheke unverzichtbar. Umfang und Ausstattung je nach Reisegebiet, Reiseart und Risikoabschätzung.
  • Für bereits bestehende Krankheiten muss vor der Reise die Verfügbarkeit von Behandlungsmöglichkeiten und Arznei im Reiseland geklärt werden. Ggf. aus der Heimat mitnehmen. Vorsicht bei der Mitnahme  flüssiger Arznei auf Flugreisen: vorher abklären, was erlaubt ist. Eine Bescheinigung der Notwendigkeit durch den heimischen Arzt hilft möglicherweise bei der Beschaffung der Arznei im Ausland.
  • Versicherungsschutz: Ist man nur einige Wochen auf Reise, reicht in der Regel eine relativ preiswerte Reise-Krankenversicherung als Ergänzung zur bestehenden heimatlichen Krankenversicherung. Und innerhalb Europas gibt es zwischen Deutschland und vielen Ländern Sozialversicherungsabkommen, die einen Leistungsumfang gewährleisten, der dem heimischen sehr nahe kommt. Für den Krankenversicherungsschutz auf Langzeitreisen außerhalb Europas sieht das anders aus: hier ist wahrscheinlich eine vollwertige und entsprechend teure Auslands-Krankenversicherung die einzige Alternative bei gleichzeitiger Umwandlung der heimischen Krankenversicherung in eine Anwartschaft. Die Möglichkeit einer Anwartschaft muss man mit seiner Krankenversicherung abklären. Bereist man unter anderem auch die USA oder Kanada, gelten in einer Auslands-Krankenversicherung für die gesamte Versicherungszeit deutlich höhere Prämien. Im Rahmen der Auslands- Krankenversicherung gibt es oft verschiedene Tarife, je nach Wunsch-Leistungsumfang (z.B. mit oder ohne Zahnersatz, usw.). Generell ist der Leistungsumfang jedoch nur auf eine schmerzstillende Notbehandlung ausgelegt. Das Wichtigste ist jedoch immer der „medizinisch sinnvolle“ Rücktransport (der „medizinisch notwendige“ geht zur Not auch, erlaubt den lokalen Ärzten jedoch viel Entscheidungsspielraum und kann einen Rücktransport möglicherweise gegen den eigenen Willen verhindern)
  • Vor längeren Reisen (über Monate bis Jahre) lohnt sich vor Reiseantritt ein Besuch beim Zahnarzt und ein vorbeugender Generalcheck beim Hausarzt. Alte Zahnfüllungen sollte man vielleicht vor der Abreise erneuern lassen.
  • Die Hygiene im Rahmen der medizinischen Behandlung bei Ärzten und Krankenhäusern ist in manchen Ländern nicht immer auf hohem Niveau. Das erzeugt zusätzliche Infektionsrisiken. Die Verwendung der sterilen Spritzen und Kanülen aus der eigenen Reiseapotheke helfen da vielleicht noch, aber bei der Inanspruchnahme von Blutkonserven, die möglicherweise mit HIV infiziert sind, hat man kaum Einfluss. Oftmals sind private Kliniken den öffentlichen Krankenhäusern in Hygiene und Behandlungsqualität weit voraus. Dafür muss man die Behandlungskosten dann in der Regel selber tragen. Muss man im Einzelfall abwägen.

Fazit für die Gesundheit auf Reisen

Neben den empfohlenen Impfungen sind die Kenntnis der gesundheitlichen Gefahren und der vorbeugende Schutz durch entsprechendes Verhalten die effektivsten Mittel zum Erhalt der Gesundheit auf Reisen. Der richtige Versicherungsschutz und eine gut sortierte Reiseapotheke sorgen für Schadensbegrenzung im Krankheitsfall. Doch immer gilt: sobald man das Heimatland verlässt, muss man Abstriche machen bei der medizinischen Versorgung und es kann teuer werden. Das ist halt der Preis für das Bereisen ferner Länder.

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