Gefahren beim Kanuwandern

Bevor Du das erste Mal mit Deinem Kanu aufs Wasser gehst, solltest Du die Gefahren beim Kanuwandern kennen. Zu groß ist das Risiko, durch Unwissenheit in bedrohliche Situationen zu geraten. Hier findest Du eine Liste der Gefahren beim Kanuwandern.

Gefahren beim Kanuwandern auf stehendem Gewässer

  • Wassertemperatur:  Je kälter das Wasser, umso höher ist das Risiko einer Unterkühlung im Falle einer Kenterung
  • Schwäne:  Sie verteidigen ihre Brut und können sehr unangenehm werden, wenn sie sich bedroht fühlen
  • Wind:  je nach Windstärke und Angriffsfläche am Kanu nicht ungefährlich

Gefahren beim Kanuwandern auf dem Meer

  • Gezeiten:  Bei Ebbe kann der Rückweg plötzlich trocken liegen; und durch tiefen Schlick waten, macht nicht wirklich Spaß
  • Im Wattenmeer (Nordsee) muss man ganz besonders auf die Gezeiten achten: im Bereich der Priele wird man mit sehr großer Strömung aufs offene Meer getrieben, ohne dass man es bemerkt durch die großen Entfernungen zu Inseln oder Festland.
  • Ablandiger Wind:  Fehlen die erforderlichen Paddelfertigkeiten oder die Kraft, kann ablandiger Wind schnell zum Problem werden und man treibt immer weiter raus aufs offene Meer.
  • Strömungen:  Strömungen können das Kanu unbemerkt abtreiben lassen. Es ist oftmals unmöglich, an der Wasseroberfläche abzulesen, ob eine Strömung vorliegt oder nicht.

Gefahren beim Kanuwandern auf fließendem Gewässer

  • Strömung: Strömung an sich ist uns Kanuten sehr lieb, unterstützt sie uns doch beim Vortrieb auf dem Gewässer. Aber man sollte paddeltechnisch mit dieser Strömung umgehen können, sonst treibt das Kanu schnell in lebensgefährliche Situationen.
  • Wehre: Sind künstliche oder natürliche Stufen, an denen sich ein Rücklauf bildet, aus dem man mit eigener Kraft unter Umständen nicht mehr herauskommt. Beim Kanuwandern sind Wehre eine der häufigsten Unfallursachen, oftmals auch mit Todesfolge. Hier siehst Du ein Wehr.

 

  • Siphone: Hier zieht die Strömung nach unten, zum Beispiel durch einen Felsdurchbruch unter Wasser. Ist sehr gefährlich.
  • Verblockung: kann spannend sein, wenn man paddeltechnisch damit zurecht kommt und die Verblockung nicht zu eng ist für das eigene Boot. Sonst wird sie schnell zur Gefahr.
  • Prallwände und Unterspülungen: Hiervon sollte man sich fern halten. Und es ist von Vorteil, wenn man gelernt hat, wie man sie erkennt.
  • Stacheldraht, Kabel, Seile: Quer über manchen Fluss gespannt, sind sie nicht nur ein gefährliches Hindernis, sondern man erkennt sie unter Umständen auch erst sehr spät.
  • Bäume und Sträucher: Quer liegende Bäume oder überhängende Sträucher müssen rechtzeitig erkannt und umfahren werden. Zur Not rechtzeitig aussteigen und umtragen.
  • Schwankende Wasserstände: Unterschiedliche Wasserstände können einen harmlosen Fluss in ein gefährliches Gewässer verwandeln. Gletscherflüsse führen über den Tag schwankende Wasserstände, Kraftwerke und Talsperren lassen vielleicht Wasser ab zu bestimmten Zeiten, heftiger Gewitterregen kann extrem schnell den Wasserspiegel ansteigen lassen. Es gibt viele Einflussfaktoren auf den Wasserstand.
  • Berufsschifffahrt: Auf großen Flüssen und Kanälen muss man nicht nur auf die Frachtschiffe achten, sondern auch die Verkehrsregeln der Binnenschifffahrt kennen und sich entsprechend verhalten.

Gefahren beim Kanuwandern durch das Wetter

  • Wind: Seitenwinde können das Manövrieren eines Kanus sehr erschweren. Darüber hinaus kann kalter Wind auf Dauer Auskühlung bewirken.
  • Gewitter: Bei Gewitter schnell vom Wasser und sicheren Unterstand suchen. Bei kleinen Bächen nach dem Gewitter mit steigendem Wasserstand rechnen.
  • Nebel: erschwert die Orientierung auf dem Gewässer und behindert den Sichtkontakt zu den anderen Kanuten in der Gruppe.

Sonstige Gefahren beim Kanuwandern

  • unzureichende Paddeltechnik: Wichtigste Basis für ein gefahrloses Kanuwandern ist eine gute Paddeltechnik. Je sicherer man sein Kanu steuern kann, umso kleiner ist das Risiko, in gefährliche Situationen zu kommen.
  • Falsche Kleidung: Kleidung aus Baumwolle ist eher ungeeignet für Kanuwanderungen. Ist sie nass, entzieht sie dem Körper die Wärme und trocknet nur sehr langsam. Besser ist hier Funktionskleidung aus Kunstfasern. Und es gibt natürlich Wärmeschutzanzüge aus Neopren. Sichere, wasserfeste Schuhe sind auch ratsam, um Verletzungen und Rutschgefahr zu vermeiden. Mehr dazu im Artikel Kanuwandern Ausrüstung.
  • Zu lange Tagesetappen: Sie erzeugen Übermüdung und darunter leidet die Konzentrationsfähigkeit. Und das erhöht das Unfallrisiko.

Fazit zu Gefahren beim Kanuwandern

Diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll nur zeigen, wie vielschichtig die Gefahren beim Kanuwandern sein können. Und auch hier gilt die Empfehlung, über einen Kurs in einer Kanuschule oder den Anschluss an erfahrene Kanuten möglichst umfassende Infos zu den Gefahren beim Kanuwandern zu erhalten. Doch die Kenntnis der Gefahren allein garantiert noch nicht eine sichere Vermeidung aller Risiken. Man muss sich über das Gewässer informieren, auf dem man eine Kanuwanderung plant. Es gibt detaillierte Flussbeschreibungen (DKV-Kanuführer); achte aber darauf, dass sie relativ aktuell sind. Und trotz aller Vorbereitung und Information bleibt als oberstes Gebot auf dem Gewässer: wachsam sein und Augen auf. Je früher Du eine Gefahr erkannt hast, desto mehr Zeit hast Du zum Reagieren.

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