Der Plan

Es ist schon seit vielen Jahren unser Traum, auf dem Rad nach Asien zu reisen. Und im Juli 2015 war es endlich so weit: der Plan für die Reise stand und es konnte losgehen. Unsere Planung im Detail:

Der Plan für die Reiseroute:

Wir fahren in Deutschland von unserer Haustür aus los und radeln über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Kosovo, Mazedonien und Griechenland Richtung Asien. Weiter über Türkei, Georgien, Armenien, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, per Flug nach Indien, dann Nepal, Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia bis nach Indonesien.

Ursprünglich hatten wir geplant, von Kirgistan über China nach Vietnam zu fahren. Weil die Visa-Beschaffung für China unterwegs in Zentralasien jedoch unmöglich war, haben wir unsere Route geändert und stattdessen Indien, Nepal und Myanmar integriert. Und auch Myanmar haben wir mittlerweile gestrichen, weil die MTT-Permits mittlerweile extrem teuer geworden sind (wir sollten 350 US-$ bezahlen).

Unsere RouteInnerhalb der einzelnen Länder verläuft unsere Reiseroute entlang vieler Sehenswürdigkeiten oder durch herausragende Landschaften. Die geplanten Fahrstrecken in km haben wir durch Kürzung bei Bedarf auf die Klimadaten der Länder abgeglichen, um Wetterextreme möglichst zu umgehen (der Pamir-Highway im Winter oder Malaysia in der Regenzeit: das wäre schlecht für eine Radreise mit Zelt).

Natürlich gibt es auch Beschränkungen durch die Aufenthaltsbestimmungen einzelner Länder: China zum Beispiel erlaubt (zur Zeit) maximal 30 Tage Aufenthalt; das reicht kaum, um dieses riesige Land ausgiebig kennen zu lernen.

Insgesamt haben wir unsere Streckenführung sehr grob gehalten, um uns nicht den Spielraum für spontane Empfehlungen der Einheimischen zu verbauen. So bleiben wir flexibel. Beispielsweise haben wir Georgien und Armenien nachträglich in die Route mit aufgenommen, während wir in der Türkei unterwegs waren. Und China mussten wir streichen, weil die Visa-Beschaffung nicht möglich war unterwegs. Aber so ist das halt mit Plänen.

Der Plan für die Reisedauer:

Wir wollen uns Zeit lassen zum Erleben von Land und Kultur. Unser Tagespensum wird durchschnittlich bei 50 km pro Tag liegen (Erfahrungswert aus unseren bisherigen Radreisen). Da benötigen wir bis Indonesien mindestens 2 Jahre. Wir hoffen, dass wir solange durchhalten und nicht durch unabsehbare Ereignisse unterbrechen oder gar abbrechen müssen. Was danach kommt, werden wir sehen, wenn es soweit ist.

Die Fahrräder:

Hier sind wir kompromisslos: stabile Reiseräder mit Stahlrahmen, hochwertigen Komponenten und einfacher Technik gewährleisten lange Lebensdauer und gute Ersatzteilversorgung weltweit. Der nahezu gleiche Aufbau unserer Fahrräder reduziert den mitzunehmenden Ersatzteil-Umfang und das Werkzeug auf ein Minimum. In dem Artikel Unsere Fahrräder haben wir den Aufbau unserer Reiseräder detailliert beschrieben.

Der Plan für Unterkünfte und Verpflegung:

Wie gewohnt aus den vergangenen Jahren, reisen wir mit Zelt und Schlafsack. Das erhöht den Abenteuer-Faktor. Ob und wo wir alternative Unterkünfte aufsuchen werden, entscheiden wir unterwegs spontan. Auch der geliebte Trangia-Spirituskocher kommt mit, samt Erweiterung um den Optimus Nova Benzinbrenner. Damit ist Brennstoffmangel auch in abgelegenen Gegenden nahezu ausgeschlossen. Andererseits reizt uns die asiatische Küche schon sehr. Gut möglich, dass unsere Zeltküche dann öfter kalt bleibt.

Der Plan zu Kommunikation und Elektronik:

Dieses Thema hat unerwartet viel Zeit in Anspruch genommen im Rahmen der Vorbereitung:

  • der Aufbau einer Website, über die wir bloggen wollen von unterwegs
  • der Aufbau eines Smartphones samt Bluetooth-Mini-Tastatur zum mobilen Büro
  • die Auswahl der sozialen Netzwerke, über die wir Kontakt halten werden (Twitter, Youtube)
  • die Suche nach den richtigen Apps für Bildbearbeitung, Textverarbeitung, Navigation, Tracking, VPN-Client, digitale Unterschriften, usw.
  • das Sicherheitskonzept (Backup, Passwortschutz, Notfall-Management)
  • der Internetzugang außerhalb Europas

… all das war auf unseren „kleinen“ Radreisen nie ein Thema. Da brauchten wir das alles nicht. Jetzt aber schon. Und wir werden sehen, ob alles erfolgreich funktioniert.

Fazit:

Für lange Zeit per Fahrrad zu reisen, ist nicht neu für uns. Denn 2014 waren wir für 7 Monate in Großbritannien und Irland unterwegs und haben vieles schon getestet. Aber Asien und 2 Jahre Reisezeit oder mehr, das ist noch mal eine Nummer größer. Und wir wissen, dass Planung und Realität zwei verschiedene Dinge sind. Daher betrachten wir unseren Plan nur als grobe Orientierung und lassen die Dinge auf uns zukommen.

3 Kommentare:

  1. Hallo ihr Lieben,

    hoffe, die Kommunikation über diese Seite funktioniert. Habe euren Block gelesen und wünsche euch alles Gute für diese Herausforderung. Freue mich auf weitere Berichte.
    Alles Liebe. Regina aus Neviges

  2. Hallo Ihr Beiden,

    ihr seid ja noch in unmittelbarer Nähe am Rhein – Raimund hat am frühen Abend Eure Wasservorräte bei mir (Werthstrasse 11) in Rheidt aufgefüllt.
    Nun, Eure Website ist sehr gut gelungen, die Aufnahmen auch sehr sehr gut.

    Ich wünsche Euch nun, nachdem der erste Tag der Reise geschafft ist, alles alles Gute auf Eurem Weg nach Indonesien.

    Denn, wie schon Herman Hesse sagte: „…und allem Anfang liegt ein Zauber inne.“

    In diesem Sinn einen guten Weg und Gottes Segen
    Alexander Manderfeld

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