Brandschutz in Australien

Der Brandschutz in Australien ist ein ausgefeiltes System aus verschiedenen Vorbeuge- und Bekämpfungs-Mechanismen. Das war nicht immer so. Doch die verheerenden Auswirkungen der riesigen Buschfeuer in der Vergangenheit haben hier einen Handlungszwang bewirkt. Insbesondere die Brände im Staat Victoria in 2009 waren der Auslöser für eine komplette Überarbeitung des Vorbeugungs- und Brandbekämpfungs-Konzeptes für den ganzen Kontinent.

Die Buschbrände in Australien

Australien ist bekannt für seine großen Buschfeuer vor allem in den heißen Sommermonaten. Einerseits sind diese Flächenbrände immer wieder eine Gefahr für die Einwohner und deren Häuser, andererseits bewirken die Brände eine Reinigung der botanischen Vielfalt: landesfremde Arten werden vernichtet, wogegen einige einheimische Pflanzen den Brand sogar zur Fortpflanzung benötigen: bei Banksia und Eukalyptus öffnen sich die Samenstände erst unter Einwirkung großer Hitze, z.B. einem Buschfeuer. Und dem Grasbaum liefern die verbrannten Pflanzen in seinem Umfeld Nährstoffe, wobei er selber das Feuer sehr gut übersteht.

An den schwarz verkohlten Baumstämmen im Forstbestand über lange Strecken entlang der Straßen kann man das enorme Ausmaß der Brände erahnen. Und man kann erkennen, dass sich die Botanik offensichtlich relativ schnell wieder von den Brandschäden erholt.

Die Brandgefahr in Australien

Die hohe Brandgefahr in Australien wird durch mehrere Effekte verursacht:

  • in den Sommermonaten herrscht gewaltige Hitze und intensive Sonneneinstrahlung
  • in den Wintermonaten fördern die ätherischen Öle in den Blättern der Eukalyptusbäume die Brandausdehnung
  • das überall wuchernde Savannengras (Bartgras) brennt wie Zunder.

Dieses Savannengras wurde im 19. Jh. als Weidepflanze aus Afrika eingeführt und vermehrt sich seitdem völlig unkontrolliert, weil es keine natürlichen Feinde hat (den in Australien beheimateten Tierarten ist das Gras zu hart).

Es gibt wohl den Vorschlag, Elefanten und Nashörner in Australien anzusiedeln, um die weitere Ausbreitung dieser Pflanze einzudämmen und somit die Brandgefahr zu reduzieren. Doch wer weiß, welche ökologischen Folgen eine solche Maßnahme dann wiederum nach sich zieht.

Die Brandschutz-Vorbeugung in Australien

Das Frühwarnsystem ist heute sehr gut entwickelt: ganz Australien ist in Feuer-Distrikte eingeteilt. Und täglich ermittelt der australische Wetterdienst für jeden Distrikt den aktuellen Feuergefahr-Index (FDI) und kann im Bedarfsfall ein generelles Feuerverbot verhängen. Damit werden dann auch Tätigkeiten untersagt, die mit Hitze oder Funkenflug einhergehen (Schweißen, Schleifen, usw.)

Das Ergebnis dieser Einstufung wird über die Medien verbreitet und an vielen Orten im Lande auf großen Anzeigetafeln visualisiert.

Bei der Beurteilung der aktuellen Brandgefahr werden alle relevanten Kriterien mit einbezogen, wie zum Beispiel Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit, Zustand und Art der Vegetation und vieles mehr.

Des Weiteren finden Schulungen statt, in denen die Bevölkerung im Hinblick auf Brandvermeidung, Brandgefahr und Verhalten im Brandfall sensibilisiert wird.

Um die Ausbreitung von Bränden zu erschweren, werden durch kleine, kontrollierte Brände vegetationsfreie Zonen angelegt.

Es gibt einen Notfallplan für den Katastrophenalarm (Dispan), das Notfall-Meldesystem wurde überarbeitet, die Gebäudetechnik wurde um brandhemmende Maßnahmen ergänzt, das Umfeld der Freiland-Leitungen wird vegetationsfrei gehalten, um Kurzschlussgefahr durch umstürzende Bäume zu vermeiden, das Leitungsnetz wurde erneuert, usw. Die Liste der Vorbeugemaßnahmen ist lang.

Die Brand-Bekämpfung in Australien

Für eine schnelle effektive Brand-Bekämpfung wurde die notwendige Infrastruktur geschaffen (viele kleine Zugangswege) und das Brandschutz-Equipment wird dezentral auf viele Stellen im Lande verteilt in Bereitschaft gehalten. In der Bevölkerung gibt es viele freiwillige Feuerwehr-Helfer, die im Ernstfall aktiviert werden und lokal sehr zeitnah die Brände bekämpfen können. Sie wurden ausgebildet und trainieren regelmäßig.

Die Zukunft

Es gibt ein Forschungszentrum in Australien, das sich mit den Folgen der Brände auseinandersetzt: Bushfire Cooperative Research Centre (CRC). Aus den Erkenntnissen werden dann neue Handlungsvorgaben abgeleitet, um den Brandschutz und die Brandbekämpfung auch für die Zukunft weiter auszubauen. Daneben werden auch zukünftige Herausforderungen, wie zum Beispiel der Klimawandel, mit einbezogen.

Unsere Radreise durch Australien

Auf unserer Radreise durch Australien bekamen wir immer wieder die Folgen der Flächenbrände zu Gesicht und erlebten, wie intensiv sich die verantwortlichen Stellen mit der hohen Brandgefahr auseinandersetzen. Man merkt sehr schnell: das Thema Brandvermeidung gehört genauso zu Australien wie die Kängurus.

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