Bergwander-Ausrüstung

Die Bergwander-Ausrüstung hat eine hohe Bedeutung für den Erfolg und den Genuss einer Bergtour. Schleppt man zu viel mit, wird der Rucksack unnötig schwer; hat man etwas vergessen, dann ärgert man sich vielleicht oder es kann gefährlich werden. Was gehört alles zur Bergwander-Ausrüstung?

  • Bergschuhe: Knöchelhohe, feste Bergschuhe verhindern das Umknicken in unwegsamem Gelände und sorgen für ausreichende Bodenhaftung durch die griffige Profilsohle. Ein guter, robuster Bergschuh ist teuer, aber hier sollte man nicht sparen.
  • Wetterfeste Kleidung: Man muss mit allen 4 Jahreszeiten rechnen im Gebirge. Starke Sonnenstrahlung, Hitze, Regen, Kälte, Sturm, Hagel, Schneefall. Insbesondere bei einer Mehr-Tages-Bergwanderung ist dann auch die Wettervorhersage nicht immer verlässlich. Dementsprechend muss die Kleidung zusammengestellt werden. Sinnvoll ist hierbei schnelltrocknende Kunstfaser und die Beschränkung auf wenige Kleidungsstücke, die je nach Wetter miteinander kombiniert werden können nach dem Zwiebelprinzip. Die Regenkleidung sollte atmungsaktiv sein (denn man trägt sie unter Umständen den ganzen Tag hindurch) sowie eine hohe Wassersäule aufweisen in der Wasserdichtigkeit und mindestens 2,5 Lagen haben: beim Tragen schwerer Rucksäcke wird der Schulterbereich sonst schnell undicht oder die Membrane wird sogar durchgescheuert.
  • Rucksack inclusive Regenhülle: Rucksäcke gibt es wie Sand am Meer. Aber wie findet man den richtigen Rucksack für seine Bergwanderung? Zunächst gilt, dass ein großer Rucksack natürlich schwerer ist als ein kleineres Modell. Und bei einer Bergwanderung zählt jedes Gramm. Denn das musst Du alles hoch und wieder runter schleppen. Also lohnt es, sich beim Gepäckvolumen zu beschränken. Auch ist ein breiter, bequemer Hüftgurt von Vorteil: er entlastet den Rücken- und Schulterbereich enorm. Gut gepolsterte Trageriemen erhöhen den Tragekomfort, umfangreiche Einstellmöglichkeiten an den Trageriemen gewährleisten eine gute Anpassung an die individuelle Anatomie des Trägers. Das ist wichtig, damit der Rucksack beim Wandern oder Klettern nicht zu stark auf dem Rücken hin und her wackelt und so das Gleichgewicht beeinträchtigt.
  • Kompass, Karte, GPS: Gute Orientierung ist beim Bergwandern lebenswichtig. Nicht immer sind die Wanderwege gut ausgeschildert. Und oftmals sind auch keine ortskundigen Einheimischen auf demselben Weg unterwegs, die man mal eben nach dem rechten Weg fragen könnte. Also ist man auf sich selbst gestellt. Eine gute Karte im Maßstab 1:25.000 gehört immer ins Gepäck. GPS ist eine gute Ergänzung.
  • Sonnenschutz: Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel sind im Gebirge wichtiger als im Tal. In großer Höhe ist die gefährliche UV-Strahlung nämlich intensiver.
  • Trinkflasche: Zweckmäßigerweise sollte die mitgeführte Trinkflasche stabil und leicht sein. Sigg bietet hier ein gutes Sortiment. Aber Fahrrad-Trinkflaschen aus Plastik sind auch stabil genug. Eine Thermoskanne ist an Schlecht-Wetter-Tagen Gold wert.
  • Proviant: Auf der Berghütte finden Frühstück und Abendessen statt. Über den Tag muss man sich aus mitgeführtem Proviant bedienen. Und hierbei zählen geringes Volumen, geringes Gewicht und hoher Nährwert zu den wichtigsten Kriterien bei der Zusammenstellung. Also eignen sich Vollkornbrot, Hartwurst, fester Schnittkäse, Schokolade mit hohem Kakaoanteil, Müsliriegel und Studentenfutter natürlich besonders gut. Auch sollte man auf schwere, sperrige Verpackungen verzichten: im Berg und auf der Hütte gibt es keine Mülleimer. Du musst Deinen Müll wieder selber ins Tal schleppen.
  • Hüttenschuhe und Hüttenschlafsack: auf der Berghütte herrschen eigene Regeln: das Tragen von Bergschuhen im Haus ist natürlich untersagt und geschlafen wird unter Verwendung des eigenen Hüttenschlafsacks. Diese gibt es aus schwerer, voluminöser Baumwolle oder aus leichter Seide. Seide ist natürlich teurer.
  • Wanderstöcke: Hier streiten sich die Gelehrten. Vorteile: erhöhte Trittsicherheit und Entlastung der Kniegelenke beim Abstieg; Nachteile: in Kletterpassagen stören die Stöcke und die Trittsicherheit ohne Einsatz von Stöcken leidet mit der Zeit, wenn ständig mit Stöcken gewandert wird. Hier muss jeder für sich entscheiden, ob die Vor- oder Nachteile überwiegen.
  • Grödel: Rechnet man mit Schnee- oder Firn-Feldern, dann sind Grödel sinnvoll. Das sind kleine Steigeisen, die unter den Bergschuh geschnallt werden. Sie sind nicht so schwer wie Steigeisen und man benötigt keine steigeisengeeigneten Bergschuhe.
  • Erste Hilfe: Ein kleines, sinnvoll zusammengestelltes Erste-Hilfe-Paket ist ein Muss im Gebirge. Der Arzt ist weit weg und eine sichere Telefonverbindung gibt es nicht immer. Dreieckstuch, Verbände, Wundauflagen, Rettungsdecke, Schmerztabletten, Bepanthen-Salbe, usw.
  • Signalpfeife: Sie dient zur Verständigung über weite Entfernungen
  • Handy: Ist Pflicht, auch wenn man im Berg selten Empfang hat. Auch GPS-Ortung ist hilfreich im Notfall.
  • Messer: ein leichtes Klappmesser (zum Beispiel das Opinel) reicht aus. Das schwere Schweizer Messer mit 20 Funktionen benötigst Du sicher nicht im Berg.
  • Stirnlampe: Oft ist der Schlafraum auf der Hütte so finster, dass man beim Rucksackpacken eine Lampe benötigt. Darüber hinaus ist sie notwendig für den Fall, dass man nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs ist.
  • Alpenvereins-Mitgliedskarte: Ist man Mitglied in einem Alpenverein (Schweiz, Österreich, Italien, Deutschland), dann geniest man reduzierte Preise auf vielen Hütten und hat Versicherungsschutz auf Bergwanderungen. Die Mitgliedskarte muss man natürlich mitführen auf der Bergwanderung.

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